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Fachthemen
Zahnmedizin


KFO: Prozesse, CAD/CAM-Integration und korrekte Abrechnung

19.02.2026

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Die Digitalisierung verändert die Kieferorthopädie grundlegend. Behandlungsplanung, Umsetzung und Abrechnung werden zunehmend digital – und für moderne Praxen ist nicht mehr das Ob, sondern das Wie entscheidend. Ein digitaler Workflow umfasst alle Schritte von der Datenerfassung per Intraoralscanner über die virtuelle Planung (CAD) bis zur Herstellung der Apparaturen (CAM) und deren Abrechnung. Richtig umgesetzt steigert er Effizienz, Präzision und Wirtschaftlichkeit.

 Vom Scan zur digitalen Planung

Statt klassischer Abdrücke kommt heute häufig der Intraoralscanner zum Einsatz. Er ermöglicht eine schnelle, präzise und für Patienten angenehme Datenerfassung. Fehler lassen sich sofort erkennen, die Daten stehen direkt digital zur Verfügung.

Die erzeugten STL- oder PLY-Dateien bilden ein virtuelles Modell, das keinen Lagerplatz benötigt und jederzeit abrufbar ist. In der anschließenden CAD-Phase werden Diagnosen erstellt, Setups geplant und Therapieergebnisse visualisiert. Vorher-Nachher-Darstellungen verbessern die Patientenaufklärung und erhöhen die Akzeptanz der Behandlung.

 CAD/CAM in der KFO-Praxis

CAD/CAM-Technologien ermöglichen die Herstellung vieler kieferorthopädischer Apparaturen direkt in der Praxis.

  • Subtraktive Verfahren (Fräsen): Einsatz z. B. bei Schienen oder Retainern mit hohen Passungsanforderungen.
  • Additive Verfahren (3D-Druck): Zentrale Technologie der digitalen KFO. Gedruckt werden Modelle, Übertragungstrays, Aligner-Modelle oder Bohrschablonen.

Typische Anwendungen sind das Indirect Bonding mit 3D-gedruckten Übertragungsschienen, In-Office-Aligner für kleinere Korrekturen sowie digital gefertigte Retainer, die spannungsfrei und passgenau gestaltet werden können.

Abrechnung digitaler Leistungen

Technisch ausgereift – abrechnungstechnisch anspruchsvoll: Die korrekte Abrechnung digitaler Leistungen hängt vom Versicherungsstatus ab.

Privatpatienten (GOZ)

 

  • Digitale Abformung: Meist über GOZ-Nr. 0065 abrechenbar, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich.

 

  • Nicht gelistete Leistungen: Digitale Setups oder virtuelle Bracketpositionierungen werden analog nach § 6 Abs. 1 GOZ berechnet. Eine klare Dokumentation ist dabei entscheidend.

GKV-Patienten (BEMA)

Im BEMA gibt es keine eigenen Positionen für digitale Abformungen oder virtuelle Modelle. Digitale Leistungen werden häufig über Material- und Laborkosten (BEL II/BEB) abgebildet. Digitale Mehrleistungen können nur als privat vereinbarte Zusatzleistungen (AVL) erbracht werden – mit vorheriger schriftlicher Aufklärung.

CAD/CAM-Eigenfertigung

Bei der Inhouse-Fertigung sind die Leistungen über die BEB abzurechnen. Wichtig ist eine vollständige Kalkulation, die neben Material auch Investitionen, Wartung und Arbeitszeit berücksichtigt. 

Einführung digitaler Workflows in der Praxis

Die Umstellung auf digitale Prozesse betrifft das gesamte Team. Scanner, Software und Drucker müssen reibungslos zusammenarbeiten, digitale Modelle sicher archiviert und DSGVO-konform gespeichert werden.

Wirtschaftlich lohnt sich der digitale Workflow vor allem bei konsequenter Nutzung: weniger Materialkosten, schnellere Abläufe und eine moderne Außenwirkung. Entscheidend ist zudem die Schulung des Teams – sowohl technisch als auch in der Abrechnung.

Fazit

Digitale Workflows sind aus der modernen Kieferorthopädie nicht mehr wegzudenken. Sie ermöglichen präzisere Behandlungen, kürzere Durchlaufzeiten und mehr Wertschöpfung in der Praxis.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt im Zusammenspiel aus klinischer Kompetenz, digitaler Technik und fundiertem Abrechnungswissen. Praxen, die digitale Leistungen korrekt und transparent abrechnen, sichern sich langfristige wirtschaftliche und fachliche Vorteile.

 

Ihre Meinung zählt!

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