0 Artikel im Warenkorb

*zzgl. MwSt.

Zahnmedizin
Parodontologie


Die parodontale Therapie ist überholt und braucht ein Update

csm Fotolia 31073051 L.bmp 1366c84a01bbd3541bde919422f645bd f735c72804

Lokal keimreduzierende Therapie am Parodontium ist lokal temporäre Therapie. Parodontitis hat einen multifaktoriellen Ursachenkomplex. Die Reduktion nur einer Ursache verbessert die Situation, ist aber zur kausalen Therapie nicht ausreichend.

Die parodontale Therapie besteht aus 3 Teilbereichen

  1. Therapie der parodontalen Entzündung mit „Effektiven Mikroorganismen“ 
  2. Therapie des parodontalen „Bone Remodeling“  
  3. Ganzheitliche parodontale Therapieunterstützung – Materialbereitstellung für Knochenstoffwechsel

Parodontitis ist gekennzeichnet durch Entzündungen und Knochenabbau. Der Knochenabbau signalisiert die Kapitulation der körpereigenen Abwehr und entsteht durch körpereigene Prozesse, ausgeführt durch zu viel aktivierte Osteoklasten (Abb. 1). Entzündungen werden ausgelöst durch Bakterien. Es gibt keine Bakterien, die parodontalen Knochen abbauen. Entzündungen und Knochenabbau haben unterschiedliche Ursachen und es bedarf unterschiedlicher Therapien. Die Therapie der Entzündungen erfolgt durch Biofilmmanagement und „Effektiven Mikroorganismen“ (EM). Die Therapie der Entzündung ist Voraussetzung, ist der erste Schritt, aber ist nicht die Therapie des „Bone Remodeling“. Durch Reduktion der Entzündung verbessert sich das klinische Bild, aber ob das „Bone Remodeling“ dadurch in sein Gleichgewicht versetzt wird, ist klinisch nicht erkennbar. Dieses ist nur mit dem „aMMP8 Test“ oder über den Faktor Zeit kontrollierbar. 

 
Abb. 1: Parodontitis

Permanent entzündungsfrei durch Veränderung der mikrobiellen Zusammensetzung mit EM („Effektiven Mikroorganismen“)

Die Erde ist ca. 4,6 Milliarden Jahre alt. Das auf Ribonukleinsäure und Desoxyribonukleinsäure beruhende Leben begann vor ca. 4 Milliarden Jahren in Form von Mikroorganismen4. Der Mensch ist die einzige überlebende Art der Gattung Homo und seit 200.000 Jahren fossil belegt3. Mikroorganismen sind somit 20.000-mal älter als Menschen, angepasster und überlebensfähiger5.

Der Mensch trägt rund eine Billiarde Mikroorganismen auf und in sich. Auf eine menschliche Zelle kommen bis zu 100 Mikroorganismen2, wobei 90% der Mikroorganismen auf den Oberflächen leben, Mund, Haut und Darm1. Der Mensch kann nur mit Mikroorganismen leben. Es macht keinen Sinn, diese zu bekämpfen. Viel wirksamer ist es, die Zusammensetzung der Mikroorganismen von „pathogen absterbend“ zu „regenerativ aufbauend“ zu ändern. Von den Mikroorganismen sind etwa 20% nützliche Bakterien, 30% schädliche Bakterien und die übrigen 50% sind neutrale Bakterien6.

  
Abb. 2: krankmachendes Milieu

Was bislang verkannt wurde – die Schlüsselrolle spielen die neutralen Bakterien. Um einen dauerhaften Therapieerfolg zu erreichen, müssen die Lebensbedingungen für die Mikroorganismen verändert und die regenerativen Mikroorganismen vermehrt werden. Ist der Anteil regenerativer Mikroorganismen höher als der pathogene, werden sich auch die Neutralen für diese Seite entscheiden. Regenerative und neutrale Mikroorganismen bilden so die Mehrheit und verdrängen, nach dem Dominanzprinzip, die Schädlichen. 


Abb. 3: aufbauendes Milieu

Parodontitis ist nicht als isoliertes zahnmedizinisches Problem zu betrachten. Ein gesunder Organismus bekommt die vermehrte mikrobielle Belastung „in den Griff“. Parodontitis signalisiert den Zusammenbruch des Abwehrsystems. Es gibt kein extra individuelles Abwehrsystem für die Zähne, sondern ein einheitliches System und dieses schwächelt. Zur Unterstützung des Abwehrsystems sollten alle drei Bereiche (Mund, Darm und Haut) in die parodontale Therapie einbezogen werden. Die mikrobielle Umgestaltung erfolgt allmählich und benötigt mehrere Monate.     

Biofilmmanagement und die Therapie des bone remodeling führen zu deutlicher Taschenreduktion, wodurch sich die regenerative Situation für die effektiven Mikroorganismen weiter verbessert. Effektive Mikroorganismen sind eine instabile Gruppe von 80 natürlich vorkommenden Mikroorganismenarten aus 5 Familien, die ständig aktiviert werden sollten.  

Literaturverzeichnis

  1. Blech, J.: Leben auf dem Menschen, Die Geschichte unserer Besiedler, Taschenbuch Verlag rororo (2010)
  2. Donner, S.: Der Mensch ist ein Bakterienzoo, Die Welt, (10.06.2010)
  3. Jimenez, F.: Wie lange gibt es eigentlich schon Menschen, Die Welt, (29.12.2010)
  4. Lossau, N.: Wie das Leben auf der Erde begonnen hat, Die Welt, (10.12.2014) 
  5. Shinya, H.: Jung und gesund durch ein vitales Immunssystem, Goldmann Verlag, (2012)
  6. Zschocke, A.K.:  EM Die Effektiven Mikroorganismen, AT Verlag München, (2012)
weiterlesen

Informieren Sie sich bequem und kostenlos mit unserem Spitta aktuell Newsletter über dentale News & Trends.
Ihre Einwilligung können Sie jederzeit an die im Impressum angegebenen Kontaktdaten widerrufen. Wir versenden unsere Newsletter entsprechend unserer Datenschutzerklärung. Wir bewerben in unseren Newslettern für Sie relevante Produkte und Dienstleistungen und freuen uns Ihnen zukünftig aktuelle Informationen und neue Angebote bedarfsgerecht per E-Mail, telefonisch, postalisch oder per Fax zukommen zu lassen