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Zahnmedizin
Kinderzahnheilkunde


Schmerzbehandlung im Kindesalter

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Zahnschmerzen sind die häufigste Ursache für einen ungeplanten Zahnarztbesuch und bei der Notfallbehandlung von Kindern eine Herausforderung für den Zahnarzt. Dieser Artikel gibt einen kurzen Überblick über drei wesentliche Punkte bei der Schmerzbehandlung von Kindern. Mit einer kindgerechten Schmerz- und Angstkontrolle, ursachenbezogenen Schmerztherapie und indikationsgerechten Antibiose und Analgetikagabe wird die zahnärztliche Behandlung für das Kind, seine Eltern und den Behandler angenehmer.

Stress- und Schmerzreaktionen von Kindern beim Zahnarzt

Kinder mit Zahnschmerzen werden in der Regel  ungeplant beim Zahnarzt vorgestellt. Da eine frühere Schmerzerfahrung zur Ausbildung eines Schmerzgedächtnisses führen kann,  zeigen diese Kinder oftmals eine erhöhte Ängstlichkeit und vermehrte Stress- und Schmerzreaktionen, die mit einer mangelnden Kooperation einhergehen.1 Der kindliche Schmerzpatient ist daher eine Herausforderung für den Zahnarzt.

Schmerz- und Angstkontrolle bei Kindern

Erster Punkt der Schmerzbehandlung im Kindesalter ist neben der Beruhigung der Eltern, die meist emotional überlastet sind und eher eine Schmerzverstärkung beim Kind verursachen, eine Reduzierung der Schmerzwahrnehmung durch eine entsprechende Schmerz- und Angstkontrolle.2 Kinder sind durch eine erhöhte Zuwendung vor und während der Behandlung ablenkbar. So zeigten Studien, dass postoperative Schmerzen und der Schmerzmittelverbrauch bei Kindern, die besondere Aufmerksamkeit erhielten, geringer waren.3-4 Das Schmerzmanagement sollte dementsprechend kindgerecht und von Empathie geprägt sein. Das Schmerzerleben, Angst und emotionale Stressoren lassen sich durch optimale Rahmenbedingungen und verhaltenstherapeutische Methoden wie altersgerechtes Aufklärungsgespräch, Vermeidung unnötiger Wartezeiten, externale sowie imaginative Verfahren der Aufmerksamkeitsablenkung beeinflussen.5-6

Schmerztherapie in der Kinderzahnheilkunde

Zweiter Aspekt bei der Schmerzbehandlung von Kindern ist eine möglichst ursachenbezogene Schmerztherapie. Gingiva- und Schleimhautveränderungen wie Gingivitis, Zahndurchbruchsbeschwerden, Candida-Infektion oder rezidivierende Aphten müssen anders behandelt werden als Traumata, Zähne mit akuter apikaler Parodontitis und Logenabszesse. Zielführend ist hierbei die kausale Behandlung. Bei Kindern mit einem reduzierten Allgemeinzustand (Fieber), progredienten Entzündungsverläufen oder Logenabszessen ist eine stationäre Aufnahme mit systemischer Antibiose das Vorgehen der Wahl.7 Im Milchgebiss empfiehlt sich die Extraktion des betreffenden Zahnes.7 Ein Kompromiss zur Überführung des akuten in einen chronischen Entzündungsprozess stellt die symptomatische Therapie mit Milchzahntrepanation, antibiotischer Abschirmung und Analgesie dar.8 Die nachfolgende Extraktion des Milchzahnes ist zu terminieren.7 Das Belassen von trepanierten Milchzähnen ist aufgrund einer möglichen Exazerbation, rezidivierenden Abszedierungen, sowie der Entstehung von Strukturanomalien an den bleibenden Zähnen zu unterlassen.7 Bei auffälligen parodontalen Erkrankungen ist eine Abklärung von Allgemeinerkrankungen beim Kinderarzt unerlässlich.

Antibiose und Analgetikagabe in der Kinderzahnheilkunde

Dritter und wesentlicher Faktor der Schmerzbehandlung bei Kindern ist eine indikationsgerechte Antibiose und Analgetikagabe. Kinder werden in der täglichen Praxis diesbezüglich leider häufig unzureichend behandelt.8 Bei der medikamentösen Begleittherapie odontogener Infektionen sollten die aktuellen Empfehlungen der Paul-Ehrlich-Gesellschaft (PEG) und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF) beachtet werden.9-12 Phenoxymethylpenicillin gilt als Antibiotikum der ersten Wahl bei unter 6-jährigen Kindern.10-12 Nicht-opiode Analgetika wie Paracetamol und Ibuprofen haben sich in der Schmerztherapie bewährt.9, 13-15 ASS ist aufgrund der Gefahr eines Reye-Syndrom bis zum 14. Lebensjahr kontraindiziert.9, 13-15 Ibuprofen wird wegen seiner stärkeren analgetischen Wirksamkeit, höheren therapeutischen Breite, geringeren Toxizität bei Überdosierung und der Wirkdauer von 8 Stunden dem Paracetamol vorgezogen.9, 13-15 Es ist bereits ab dem 6. Lebensmonat zugelassen, als Saft in verschiedenen Geschmacksrichtungen erhältlich und mit 3x10 mg/kg Körpergewicht am Tag dosissicher.9, 13-15 Bei jeglicher Medikamentenverordnung ist zu beachten, dass diese stets gewichtsadaptiert mit Angabe der täglichen Maximaldosis sowie Anzahl der Einnahmetage und nicht nach Bedarf verschrieben werden.9, 13-15
Beachtet man diese drei wesentlichen Punkte bei der Schmerzbehandlung von Kindern, so wird die zahnärztliche Behandlung für das Kind, seine Eltern und den Behandler angenehmer und Folgemaßnahmen sind künftig einfacher durchführbar.

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