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Zahnmedizin
Endodontie


Endodontologie – heute und in Zukunft

09.06.2020

Dreidimensionale Instrumentation und Obturation der individuellen Kanalanatomie.
Dreidimensionale Instrumentation und Obturation der individuellen Kanalanatomie.

Die maßgeblichen technischen Innovationen im Bereich der Endodontologie haben in den letzten 40 Jahren zu einer wesentlichen Verbesserung in der Effizienz der Behandlungsmethoden geführt. Die neuen Techniken haben die der Endodontologie zu Grunde liegenden klinischen Konzepte entscheidend verändert.

1970er bis 1990er Jahre

Bereits in den 1970er Jahren wurde das dentale Operationsmikroskop (OPMI) in der klinischen Zahnheilkunde implementiert. In den späten 80er Jahren verbesserten sich die zur Verfügung stehenden diagnostischen Mittel durch die Einführung der dreidimensionalen Bildgebungsverfahren (DVT). Im gleichen Zeitraum führten ultraschallaktivierte Instrumente zu neuen Möglichkeiten bei den mikrochirurgischen Präparationstechniken und bei der Desinfektion von Wurzelkanälen.

Zu Beginn der 90er Jahre schließlich revolutionierte die Entwicklung von Nickel Titan (NiTi) Feilen die Wurzelkanalpräparation. Zum gleichen Zeitpunkt markierte die erste Generation von Apex-Lokatoren einen weiteren entscheidenden Meilenstein der Innovation und veränderte die Genauigkeit der Längenbestimmung grundlegend. Zum Ende dieser Dekade erschlossen sich neue Möglichkeiten in der Endodontologie durch die Obturation mittels biokompatibler Mineral Trioxid Aggregate (MTA).

Aktuelle Entwicklungen

In den vergangenen Jahren richtete sich der Fokus auf die neuen Möglichkeiten zur dreidimensionalen Instrumentation und vor allem auf die Desinfektion aller Aspekte der anatomischen Besonderheiten des Wurzelkanalsystems. Die Evolution der gängigen Nickeltitaninstrumente durch die Verwendung neuer Legierungen oder Temperaturprotokolle bei deren Herstellung ist ebenso maßgebend wie die Veränderung und Anpassung des Instrumentendesigns zur verbesserten dreidimensionalen Bearbeitung des Wurzelkanals.

Die Neuerungen im Bereich der Desinfektion zielen in hohem Maße auf eine bessere Aktivierung der Spülflüssigkeiten und auf die möglichst vollständige Entfernung vorhandenen Biofilms innerhalb des Wurzelkanalsystems. Hier ist neben den weiterentwickelten mechanischen Bearbeitungsmöglichkeiten und den Schall- und Ultraschallinstrumenten vor allem die laseraktivierte Desinfektion mittels des Photon Initiated Photoacoustic Streamings (PIPS) zu nennen.

Ausblick

Die hochspannenden Innovationen im Bereich der bioaktiven Füllmaterialien und der damit einhergehenden Behandlungsansätze der regenerativen Endodontie müssen sich langfristig in der Wissenschaft und Praxis beweisen. Die Herausforderung in der nahen Zukunft der Endodontologie wird es sicher sein, die klinischen Behandlungskonzepte so mit den technischen Innovationen in Einklang zu bringen, dass eine möglichst minimalinvasive und substanzschonende Zugangs- und Wurzelkanalpräparation kombiniert mit einer möglichst vollständigen Desinfektion und Obturation der individuell vorliegenden Anatomie in wissenschaftlich nachvollziehbaren und evident höheren Erfolgsraten der modernen endodontologischen Behandlungen insgesamt resultiert.

Wir sollten trotz all der technischen Neuerungen, Aussichten und Möglichkeiten nicht die Grundlagen der „good clinical practice“ vergessen. Die Befundung und Diagnose, das sichere Beherrschen der Therapiemaßnahmen zur Vitalerhaltung der Pulpa, das Management der dentalen Traumatologie und der postendodontischen Versorgung gehören ebenso dazu wie die unter den genannten Grundlagen durchzuführenden, nicht chirurgischen und chirurgischen endodontologischen Maßnahmen.


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