0 Artikel im Warenkorb

*zzgl. MwSt.

Bestellformular
Zahnmedizin
Abrechnung


Abrechnung eines Aqualizers für GKV- und PKV-Patienten

19.05.2017
 - Christina Bauerfeind

Abrechnung eines Aqualizers für GKV- und PKV-Patienten
Abrechnung eines Aqualizers für GKV- und PKV-Patienten

Beim Aqualizer handelt es sich um eine konfektionierte Schiene. Er wird mehrfach als Sofort-Schiene zur Behandlung von Schmerzen und Verspannungen bei Cranio-Mandibulären-Dysfunktionen (CMD) verwendet. Die Schiene kann ohne Vorarbeiten des Labors sofort eingegliedert werden, da sie sich durch die Wasserfüllung individuell, selbstadjustierend an die anatomischen Gegebenheiten des Patienten anpasst. In der Praxis kommt bei der Eingliederung des Aqualizers häufig Unsicherheit auf, wie dieser korrekt abgerechnet werden kann.

Kann der Aqualizer bei gesetzlich versicherten Patienten abgerechnet werden?

Im BEMA ist die Abrechnung eines Aqualizers nicht geregelt. Aufgrund dessen stellt sich die Frage, ob dieser privat berechnet werden muss oder ob er doch über die gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet werden kann. Im BEMA würde die Leistungsbeschreibung der Bema-Nr. K2 „Eingliederung Aufbissbehelf ohne adjustierte Oberfläche" dem Aqualizer am nächsten kommen. Die KZBV lehnt jedoch die Abrechnung eines Aqualizers nach der Bema-Nr. K2 ab. Einige KZV’en, wie z. B. die KZV Berlin, erlauben die Berechnung nach der Bema-Nr. K2 jedoch. Hier gibt es regionale Unterschiede. Ob die Abrechnung über das Kieferbruch-Formular mit der Nr. K2 erfolgen kann, ist mit der zuständigen KZV abzuklären. Falls dies nicht erlaubt ist, ist der Aqualizer privat mit dem Patienten zu vereinbaren und abzurechnen.

Wie wird der Aqualizer privat abgerechnet?

Kann der Aqualizer nicht über die Bema Nr. K2 abgerechnet werden, bzw. handelt es sich um einen privat versicherten Patienten, muss er nach der GOZ berechnet werden. Die Sofort-Schiene wird nach der GOZ Nr. 7000 „Eingliederung eines Aufbissbehelfes ohne adjustierte Oberfläche“ abgerechnet. Denn der Aqualizer entspricht den Anforderungen, welche von der Bundeszahnärztekammer in ihrem aktuellen GOZ-Kommentar von Januar 2017 zur GOZ Nr. 7000 beschrieben werden:

„Unter dieser Leistungsnummer werden – unabhängig von der Art der Herstellung – alle Arten von therapeutischen Aufbissbehelfen, z. B. Relaxierungsschienen oder Aufbissplatten o. Ä. ohne adjustierte Oberfläche berechnet. Sie dienen u. a. der Veränderung der Bisslage, der Bisshebung oder der Relaxierung der Kaumuskulatur und der Entlastung der Kiefergelenke. Aufbissbehelfe ohne adjustierte Oberfläche können auch zur Schmerztherapie bei akuter Funktionsstörung im stomatognathen System eingesetzt werden. Die ggf. notwendige Eingliederung eines Aufbissbehelfs mit adjustierter Oberfläche kann anschließend indiziert sein. (…) Sie können temporär oder zum dauerhaften Gebrauch indiziert sein.“

In den oben genannten Ausführungen der Bundeszahnärztekammer wird ersichtlich, dass Schienen ohne adjustierte Oberfläche, unabhängig von der Art der Herstellung (d. h. auch konfektionierte) nach der GOZ Nr. 7000 abgerechnet werden können. Diese können auch zur akuten Schmerztherapie, sowie temporär verwendet werden. Diese Merkmale treffen auf den Aqualizer zu, welches eine Berechnung nach der GOZ-Nr. 7000 rechtfertigt.

weiterlesen
Das könnte Sie auch interessieren:
19.01.2017
Die CMD-Diagnostik: Zahnärztliche Abrechnung bei PKV- und GKV-Patienten im Vergleich mehr

In der heutigen Gesellschaft leiden immer mehr Menschen unter Stress. Durch den zunehmenden Stress steigt die Patientenzahl, die uns mit Symptomen wie: Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Gleichgewichtsstörungen, ... mehr