|
Überörtliche Berufsausübungsgemeinschaft (ÜöBAG) mit zehn Zahnärzten unter einem Dach
Eine Modell-Zahnklinik im oberpfälzischen Regensburg betritt deutschlandweit Neuland in der zahnärztlichen Versorgung der Bevölkerung. In der ersten überörtlichen Berufsausübungsgemeinschaft (üöBAG) behandeln zehn Zahnmediziner und 40 Helferinnen unter einem Dach ab dem 2. Juli 2007 täglich rund um die Uhr rund 250 Patienten. Das im Zuge der Gesundheitsreform geänderte Vertragsarztrecht ermöglicht den Verbund mit einer Zahnklinik im 50 Kilometer entfernten Schmidmühlen (Lkr. Amberg-Sulzbach). „Die Synergieeffekte bringen den Patienten Zahnersatz ohne Zuzahlung, günstige Implantate und einen 24-Stunden-Service“, sagte Dr. Johann Eichenseer (53), Gründer und Ärztlicher Leiter der Zahnärztlichen Tageskliniken, bei einem Pressegespräch am Freitag, 29. Juni 2007, in Regensburg.
Die neue Zahnambulanz entspricht laut Eichenseer den hohen Anforderungen einer zeitgemäßen Hochleistungsmedizin mit allen zahnärztlichen Leistungen aus einer Hand. In der rund 900.000 Euro teuren und 560 qm großen Klinik können sechs Patienten gleichzeitig behandelt werden. Die zweite Zahnklinik des Verbundes in Schmidmühlen betreibt Dr. Johann Eichenseer auf 280 Quadratmetern mit sieben Zahnärzten und 32 Angestellten. Die Kliniken sind sieben Tage in der Woche rund um die Uhr erreichbar. Weitere überörtliche Berufsausübungsgemeinschaften sind in München und Riedenburg (Lkr. Kelheim) geplant. Erklärtes Ziel ist es, die ÜöBAG Ende 2007 mit insgesamt 100 zahnmedizinischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an vier Standorten zu führen.
Bezahlbarer hochwertiger Zahnersatz
Mit den Zahnärztlichen Tageskliniken Regensburg und Schmidmühlen fährt Dr. Johann Eichenseer eine Gegenstrategie zur Hochpreis-Politik vieler zahnärztlicher Kollegen. Mit dem bundesweit besten Angebot für gesetzlich krankenversicherte Patienten hat sich Eichenseer dem Wettbewerb mit Dental-Discountern erfolgreich gestellt. Nach einem von ihm entwickelten Preissystem erhalten gesetzlich krankenversicherte Patienten seit einem Jahr Kronen und Brücken mit deutschem Material zum Nulltarif (nur bei Festzuschuss mit Bonus von 30 Prozent und Regelversorgung). Eine Brücke für Patienten ohne Zuzahlung anzufertigen, sei wahre Kunst. Noch eklatanter sei der Unterschied bei Implantaten, die seine Praxis für 700 Euro anbiete. "Das schafft kein Discounter. Wir arbeiten günstiger und geben den Vorteil an den Patienten weiter", sagt Eichenseer.
Gegenstrategie zum Zahntourismus
Die Zahnärztliche Tagesklinik Regensburg kommt dem Wunsch vieler Patienten nach günstigem, hochwertigen Zahnersatz entgegen. Eine Alternative war bisher, sich Zahnersatz z. B. während des Urlaubs im Ausland anfertigen zu lassen. „Die Reisekosten lassen sich in Zukunft sparen“, sagt Dr. Eichenseer. „Deutsche Patienten sollten sich die riskante Behandlung im Ausland genau überlegen.“ Es werden ausschließlich deutsche Markenfabrikate höchster Qualitätsstufe verwendet. „Zahnersatz ohne Zuzahlung, aber in besserer Qualität und mit längerer Garantie“, lautet seine Devise.
Kurze Wege zum Wohl des Patienten
Effiziente Strukturen zu schaffen, ist eines der Ziele der zahnmedizinischen Versorgungszentren in Regensburg und Schmidmühlen. In der Regensburger Klinik liegen die Vorteile auf der Hand. Für den Patienten sind die Wege kurz, die Arbeitsbereiche greifen ohne Reibungs- und Zeitverlu ste ineinander. „Wir erbringen alle zahnmedizinischen Leistungen unter einem Dach“, sagt Dr. Eichenseer. Unter einem Dach seien Spezialisten für die Bereiche Implantologie, Parodontologie oder Kieferchirurgie vereint. „Der Patient bekommt die Behandlung vom Spezialisten, die er braucht.“ Mit konsequentem Zeitmanagement denken die Klinikbetreiber auch an das Zeitbudget des Patienten. Mehrere Behandlungsschritte werden in einem Behandlungstermin zusammengefasst. „Vollnarkose ermöglicht eine schmerz- und angstfreie Behandlung.“ Mit einer zentralen Verwaltung für Einkauf und Organisation lassen sich Größenvorteile realisieren. Das Praxismanagement werde konsequent umgesetzt.
Rechtliches Neuland
Mit der Gründung der Zahnärztlichen Tagesklinik Regensburg betritt Dr. Johann Eichenseer rechtliches Neuland. Dieses Modell ist erst durch das am 1. Januar 2007 in Kraft getretene Vertragsarztrechtsänderungsgesetz (VÄndG) möglich geworden. Ärzte und Zahnärzte dürfen nach dem Gesetz an mehreren Orten auch über die Bezirksgrenzen von Kassenärztlichen Vereinigungen hinweg tätig sein. Es erlaubt örtliche und überörtliche Berufsausübungsgemeinschaften (öBAG bzw. üöBAG) zwischen allen zur vertragsärztlichen Versorgung zugelassenen Leistungserbringern. „Das neue Gesetz ermöglicht unternehmerische Spielräume, die wir nutzen“, sagt Dr. Johann Eichenseer. Deutschen Zahnärzten war es vor der Gesundheitsreform grundsätzlich nicht gestattet, an mehreren Stellen Sprechstunden abzuhalten und andere Zahnärzte anzustellen. Dr. Johann Eichenseer sieht sich als Unternehmer, der mit seiner Expansion Arbeitsplätze schafft. „Wir machen Zahnersatz günstiger und verhindern das Abwandern der Patienten ins Ausland“, sagt der Unternehmer-Zahnarzt. Die Zahnheilkunde lässt ihn aber nicht los: „Mein Herz hängt am Patienten“, sagt einer der führenden deutschen Implantologen.
Rotes Tuch für Funktionäre und Behörden
Gegen diese neuen Gestaltungsmöglichkeiten sträuben sich Eichenseer zufolge Zahnärztekammerfunktionäre und Kassenzahnärztliche Vereinigung. Mit seltsamen Konstrukten werde das neue Modell torpediert. Er dürfe offiziell nur mehr in Regensburg als Zahnarzt arbeiten, obwohl er die Tageskliniken in Schmidmühlen und Regensburg als überörtliche Praxisgemeinschaft führe. Auch am Begriff „Tagesklinik“ stoße sich die Kammer. „Das rechtlich mögliche neue Modell beschneidet die Macht der Funktionäre, die sich dagegen wehren“, klagt Eichenseer. „Die Zahnarztfunktionäre sind noch nicht in der Realität angekommen.“
Für Behörden und Kammervertreter ist der Oberpfälzer Zahnarzt ein rotes Tuch: Überregionale Bekanntheit erreichte Dr. Johann Eichenseer mit seinem Angebot eines generellen Notfalldienstes am Sonntag. Er durfte von Amts wegen am Sonntag nicht außerhalb des ärztlichen Notdienstes bohren. "Wir fordern Sie auf, den sonntäglichen Notfallbetrieb ihrer Zahnarztpraxis umgehend zu unterlassen", pochte das Landratsamt Amberg-Sulzbach auf die Einhaltung des Feiertagsgesetzes und drohte mit Zwangsgeld. Er habe innerhalb der letzten 16 Jahre außerhalb der Sprechstunden ungefähr 5.000 Notfallpatienten behandelt, stellte Dr. Eichenseer vor dem Landtagsausschuss dar. In den Zeitungsanzeigen weise er nur auf den Einsatz für "Notfälle" hin. Während des sonntäglichen Notdienstes innerhalb eines festen Zeitfensters beschäftige er eine einzige Helferin, sonst seien es elf. Der Streit um bohrende Bürokratie in der Oberpfalz zog sich über ein Jahr hin. Er hatte sich erfolgreich an den Petitionsausschuss im Bayerischen Landtag gewandt. Das Landratsamt erhielt darauf die Weisung, dem Zahnarzt „nicht weiterhin Schwierigkeiten zu machen“. Inzwischen sei der Sonntagsdienst für „Schmerzpatienten“ erlaubt, so Eichenseer, über die windelweiche Auslegung der Behörden.
www.z-tagesklinik.de
Anmerkung der Spitta-Redaktion: Bei diesem Artikel handelt es sich um eine unveränderte Pressemitteilung von www.z-tagesklinik.de, die nicht zwingend die Meinung der Redaktion widerspiegelt. Sie möchten auch Ihre Meinung zur neuen zahnärztlichen Tagesklinik schreiben? Dann schicken Sie einfach eine Mail an Online-Team@spitta.de
Alle Leserbriefe werden veröffentlicht! Leserbrief von Dirk Sommerfeld aus Berlin
|