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08.03.10
Perspektiven der computergestützten Zahntechnik
Am Samstag, den 20. Februar 2010, fand das 4. Hint-ELs Symposium im Konferenzhotel Maritim Darmstadt statt.
Den gut 70 Teilnehmern aus dem In- und Ausland wurde ein abwechslungsreiches und spannendes Vortragsprogramm auf Deutsch und Englisch rund um die computergestützte Fertigung von Zahnersatz geboten. Die Themenvielfalt reichte von der virtuellen Artikulation über fräsbare Verblendschichten bis hin zu den aktuellen Produktentwicklungen aus dem Hause Hint-ELs.

Virtueller Artikulator?

Zwar ist eine große Anzahl mechanischer Artikulatoren verfügbar, aber ihr Einsatz ist oftmals mit komplizierten und zeitaufwendigen Arbeitsschritten verbunden. Da ein solcher Mehraufwand aus betriebswirtschaftlicher Sicht unattraktiv ist, wird zu Lasten der Genauigkeit der Versorgung häufig auf die Anwendung eines Artikulators verzichtet. Virtuelle mathematisch simulierte Artikulatoren erscheinen daher eine sinnvolle Alternative zu sein und Referent PD Dr. András Szentpétery (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) bestätigte, dass mit diesen theoretisch z. B. jeder Parameter naturgetreu in beliebigen Inkrementen verändert und die Bennett-Bewegung als ISS, Bennett-Winkel oder beides eingestellt werden kann. Zudem müssten die unterschiedlichen Bewegungsarten nicht separat eingestellt und der virtuelle Artikulator weder in der Zentrik verriegelt noch für die Bewegung wieder freigegeben werden. Allerdings bieten die meisten aktuellen CAD/CAM-Systeme lediglich die Funktion eines Okkludators. Eine dynamische Kauflächengestaltung, wie sie der virtuelle Artikulator der Hint-ELs® Software ermögliche, werde in den seltensten Fällen geboten.

Verblendungen fräsen?

Volker Voigt, Geschäftsführer von biodentis (Leipzig), wies darauf hin, dass beim Chipping in der Regel eine Fraktur innerhalb der Verblendkeramik auftritt. Dies sei darauf zurück zu führen, dass bei der manuellen Verblendung Einschlüsse entstehen, von denen ausgehend sich Mikrorisse bilden können. Die Infix-Technolgie von absolute ceramics minimiere das Risiko für Chipping, indem auch die Verblendung computergestützt erfolgt: Die Gerüststruktur wird aus Zirkoniumdioxid und die Verblendschicht aus Glaskeramik gefräst. Verbunden werden beide Elemente mit einem Glaslot.

CAD/CAM ohne Investitionen?

ZTM Ralf Rondeck präsentierte mit Dentsecure (Leipzig) ein neuartiges Konzept für einen Laborverbund mit eigenem Fräszentrum. Dieses biete Zahntechnikern die Chance, ohne Investitionen und ohne Mindestumsätze an zukunftssicherer CAD/CAM-Technologie teilzuhaben. Unterstützt wird ZTM Rondeck dabei durch das Unternehmen Hint-ELs. Der Maschinenpark des Fertigungszentrums umfasst zur Eröffnung elf 4- und 5-achsige Fräsmaschinen sowie drei Lasersintereinheiten für die Fertigung von Zahnersatz. Zusätzlich gehören neben Großraumöfen und hochpräzisen Modellscannern vier Fräsen für die Produktion von Kiefermodellen zur Ausstattung. Premiumpartner von Dentsecure profitieren von zahlreichen Verbundvorteilen.

Alle Vorteile in einem Abutment?

Joachim Neutzling, Verkaufsrepräsentant von Swiss-Medent (Goldbach), informierte über das sogenannte Hybrid-Abutment. Dieses vereint sowohl die Stabilität von Titan als auch das ästhetische Potenzial von Zirkoniumdioxid in sich, indem Titanklebebasen mit individuellen Zirkoniumdioxid-Abtuments kombiniert werden. Hierzu wurden die Geometrien der Klebebasen, die mit passenden Interfaces für bereits sechs der verbreitetsten Implantatsysteme erhältlich sind, in die Konstruktionssoftware von Hint-ELs integriert. Bei der virtuellen Modellation der individuellen Abtuments kann der Sulkus gezielt definiert werden, da eine farbcodierte Anzeige der Kompression der Gingiva möglich ist.

Was ist Rapid Prototyping?

Uwe Brick, Manager Applikation und Business Development bei 3D Systems (Darmstadt), erklärte den Teilnehmern die Funktionsweise von vier verschiedenen Rapid Prototyping-Verfahren. Bei der Stereolithografie wird eine Bauplattform in einem Behälter mit flüssigem Kunststoff positioniert und die geplante Geometrie durch die schichtweise Materialerhärtung mit einem Laserstrahl nach und nach aufgebaut. Für den Aufbau jeder neuen Schicht wird die Bauplattform innerhalb des Behälters abgesenkt. Bei dem Lasersinterverfahren wird gezielt Metallpulver durch einen Laserstrahl aufgeschmolzen, sodass schichtweise das gewünschte Objekt entsteht. Das Multi-Jet-Printing entspricht der Funktionsweise herkömmlicher Tintenstrahldrucker und beim Film-Transfer-Imaging wird ein Film auf eine Glasplatte gezogen, unter der sich ein Beamer befindet, der die Materialschicht auf dem Film gemäß der CAD-Planung erhärtet.

Noch anwenderfreundlicher?

Mit besonderer Spannung wurde der Vortrag von ZTM Josef Hintersehr, Geschäftsführer von Hint-ELs, erwartet. Er kündigte u. a. eine neue Generation von Konstruktionssoftware an. Diese trägt den klangvollen Namen Hint-ELs® dentalMagic und zeichnet sich durch verschiedene Highlights aus. Z. B. wurde eine Bedienoberfläche konzipiert, die sich zugunsten der Anwenderfreundlichkeit durch eine auffallend minimalistische Struktur auszeichnet. Hierzu werden u. a. stets ausschließlich jene Buttons eingeblendet, die der Anwender für den aktuellen Arbeitsschritt benötigt. Die hinterlegte Zahndatenbank und zahlreiche Automatikfunktionen in Kombination mit einem virtuellen Wachsmesser und einem Freeform-Tool sollen den Workflow für den Anwender so einfach wie möglich gestalten und gleichzeitig bei Bedarf jede Freiheit für eine vollkommen flexible Konstruktion gewährleisten.

Welche Präzision ist ausreichend?

Zudem berichtete ZTM Hintersehr von den Herausforderungen, denen er sich bei der Entwicklung des Intraoralscanners Hint-ELs® directScan gegenüber gestellt sah. Dieser basiert auf der Streifenlichttechnologie und arbeitet bereits seit dem ersten Prototypen, der vor fünf Jahren entstand, mit blauem Licht. Um einen Intraoralscanner zur gewährleisten, der nicht hinter der Präzision des Hint-ELs® hiScanµ zurücksteht, entwickelte das Unternehmen spezielle Prüfmethoden samt der erforderlichen Software. Mittlerweile wurden 25 seriennahe Muster angefertigt, die der abschließenden Erprobung des Hightech-Geräts durch Zahnärzte und Zahntechniker dienen. Bei der Anwendung ist zu beachten, dass insbesondere die in der Regel relativ transluzenten Frontzähne leicht mit Puder zu bestäuben sind. Bei 70 - 80 % der Molaren kann auf eine Mattierung verzichtet werden. Am Touchscreen kann das virtuelle Modell in alle Richtungen gedreht und die Qualität des Scans leicht kontrolliert werden. Für die Erfassung eines Einzelscans sind mindestens drei Aufnahmen erforderlich. Prinzipiell ist dem Anwender hinsichtlich der Scananzahl jedoch kein Limit gesetzt: Beliebig viele Aufnahmen werden zuverlässig gematcht.

Ausprobieren?

Im Anschluss an das Vortragsprogramm demonstrierte Feri Nadj, verantwortlich für Vertrieb, Marketing und Qualitätskontrolle bei Hint-ELs, die Leistung des Intraoralscanners live. Abgerundet wurde dieser krönende Abschluss des Veranstaltungsprogramms, indem den Gästen die Möglichkeit geboten wurde, den Hint-ELs® directScan auch eigenhändig zu testen.

Traditionsgemäß kamen die Veranstaltungsbesucher schließlich im nahegelegenen Griesheim zu einem gemeinsamen Abendessen zusammen. In geselliger Runde und lockerer Atmosphäre ließen die Teilnehmer die neu gewonnenen Eindrücke Revue passieren und tauschten angeregt Erfahrungen aus ihrem Laboralltag aus.

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