Zahnlexikon

AAA-Knochen

Dieser Begriff steht für behandeltes, organisches und von menschlicher Herkunft stammendes Knochenmaterial. Die drei Faktoren sollen das Risiko einer Abstoßungsreaktion, Allergie oder Krankheitsübertragung minimieren.

abakteriell

Bedeutet, dass entzündliche Reaktionen nicht durch Bakterien ausgelöst werden.

Abartung

Hierbei handelt es sich um eine Fehlentwicklung oder Fehlbildung.

Abbeizen

Bedeutet das Entfernen von Anhaftungen, Belägen oder Deckschichten durch so genanntes Beizen oder Absäuern. Bei dieser Methode werden metallische Oberflächen durch das Eintauchen in ein Säurebad gereinigt.

Abbinden

Komplexe, chemische Verfestigung; Materialien, die mindestens aus einer flüssigen Substanz bestehen, muss man abbinden oder aushärten. Kein konstanter Aushärtungsprozess, dieser kann beeinflusst werden durch chemische Abbindebeschleuniger oder –verzögerer, durch die Temperatur und Zusammensetzung des Gemisches. Die freigesetzte Wärme bei diesem Prozess muss berücksichtigt werden, denn dadurch kann es zu Volumenänderung der Mundmaterialien kommen.

ABC-Kontakte

Die Seitenzähne haben in transversaler Richtung okklusale antagonistische Kontaktpunkte, die als ABC-Kontakt benannt werden. Der A-Kontakt bezeichnet die bukkalen Kontakte der oberen und unteren Höcker, während der B-Kontakt zwischen den palatinalen oberen und den lingual unteren Höckern zu finden ist. Der C-Kontakt findet zwischen den lingualen Höckern statt.

Abdeckkappe

Abdeckkappe bezeichnet zweierlei: zum einen eine Metallhülsenkappe zur temporären Zahnstumpfversorgung und zum anderen eine Verschlusskappe, die das Innengewinde eines enossalen Implantates während des Einheilungsprozesses vor Überwachsungen und und Verschmutzungen schützt.

Abdeckplatte

Auch Bluterplatte genannt; die aus Kunststoff bestehende Prothetik wird nach chirurgischen Eingriffen im Kieferbereich zur Hilfe genommen. Diese soll Nachblutungen mechanisch, durch Kompensation, verhindern. Mit Klammern und Drähten ist die Platte an den Zähnen fixiert und am Kiefer wird sie mit Schrauben oder einer Umschlingung befestigt.

Abdingung

Will der Zahnarzt einem Privatpatienten ausnahmsweise eine höhere Gebühr berechnen, als dies die Regelungen der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) vorsehen, kann er durch Vereinbarung mit dem Zahlungspflichtigen eine von der GOZ abweichende Höhe der Vergütung festlegen (Abdingung), dies muss vor der Behandlung schriftlich vereinbart werden und darf keine anderen Erklärungen enthalten. Der Zahnarzt hat dem Patienten einen Abdruck dieser Vereinbarung auszuhändigen. Zur Wirksamkeit dieser Vereinbarung müssen allgemeine Rechtsgrundsätze einschließlich des AGB-Gesetzes berücksichtigt werden. Dazu gehört auch eine angemessene Höhe der Vergütung.

Abdruckpfosten

Bei der Abformung dient der Pfosten als Modell für enossale Implantate. Der Abdruckpfosten ermöglicht dadurch eine Übertragung der Implantatposition auf ein entsprechendes Gipsmodell. Das Gipsmodell wird dann genutzt, um die prothetische Suprakonstruktion herzustellen.

Abdämmen

Leicht verformbare Wachsstangen werden auf den Abformlöffel aufgetragen, damit die Abformmasse nicht unkontrolliert von dem Löffel abfließen kann.

Abformmaterial

Plastisches Material zur Kieferabformung (überwiegend Silikone, Polyäther und Alginate).

Abformung

Abdruck von Kiefer und Zähnen, angefertigt mit einem Abdrucklöffel und plastischen Abformmassen (Alginat, Silikone, Gips etc.). Mit Hilfe dieses Abdruckes kann der Zahntechniker den Zahnersatz anfertigen.

Abfüllen

In der ZHK vesteht man darunter das Befüllen des vorbereiteten Wurzelkanals mit der Wurzelkanalfüllung.

Abrasion

Übermäßiger Abrieb (mit Bildung von Schliff-Facetten) der Kauflächen, Füllungsoberflächen bzw. Zwischenräume (Kontaktpunkte) der Zähne; geht mit einer Senkung des Bisses bzw. einer Vorwärtswanderung der Zähne einher. Neben einem natürlichen Abarbeiten der Zähne (=physiologisch) entstehen Abrasionen durch Parafunktionen (Knirschen, Pressen). Die durch die Abrasionen verursachte Senkung des Bisses kann - speziell bei sog. Parafunktionen - zu Beschwerden im Kiefergelenk führen und muss spätestens dann zahnärztlich behandelt werden.

Absaugen

Das orale Behandlungsareal kann mit Hilfe von Absaugkanülen oder Speichelziehern gereinigt werden, so dass bei Bedarf Speichel oder Blut aus dem Mundraum entfernt werden können.

Abscherfraktur

Abspaltungsfraktur, meist im Gelenkbereich auftretender Knochenbruch. In der Zahnmedizin handelt es sich um die tiefe Kiefergelenksfortsatzfraktur oder Collumfraktur.

Abschlussrand

Entweder der Ventilrand einer Vollprothese oder das dorsal begrenzende palatinale Abschlussband einer Vollprothese, welches als Abdämmleiste dient. Als dritte Möglichkeit kann es sich um den hinteren unterfütterten Gaumenrand einer Modellgussbasis handeln, aber nur wenn dieser in den weichen Gaumen hineinreicht.

Abstützung

Die auf den Zahnersatz einwirkenden Kräfte werden entweder auf Pfeilerzähne oder aber auf Implantate übertragen. Diese Methode verhindert ein Absinken der Prothese, was ansonsten zu parodontalen Schädigungen der Nachbarzähne führen kann. Der Zahnersatz wird an den Pfeilerzähnen oder den Implantaten mit Hilfe von Klammern, Geschieben oder Doppelkronen befestigt.

Abszess

Ein Abszess entsteht durch das Eindringen von Bakterien (meist Staphylokokken und Streptokokken) und ist eine abgeschlossene Eiteransammlung. Oberflächlich zu erkennen an der geschwollenen Backe. Im Mundbereich entstehen die Abszesse durch infizierte Zahnfleischtaschen, problematische Zahndurchbrüche oder durch entzündete Zahnwurzeln. Zu Beginn der Entzündung liegt ein aerobes Keimspektrum vor, doch ist der Sauerstoff dann verbraucht, entsteht ein Nährboden für anaerobe Keime.

Abtönen

Der Zahnersatz soll sich harmonisch in das Restgebiss einfügen. Es besteht die Möglichkeit bei dentalkeramischen und Verblendkunststoffen mit Keramik- oder Kunststoff-Malfarben den Farbton der natürlichen Zahnfarbe anzupassen.

Abutment

Verbindungselemente aus Titan, Aluminiumoxidkeramik und Zirkondioxidkeramik, diese verbinden das Implantat mit der Suprakonstruktion.

Abzugskraft

Es handelt sich hierbei um die Kraft, die aufgewendet werden muss, um die Prothese vom Restgebiss zu lösen. Handelt es sich um eine Umklammerung, setzt sich die Abzugskraft aus der elastischen Biegekraft und dem Gleitwiderstand zusammen.

ad manum medicini

"zur Hand des Arztes"

Adams Klammer

In der Kfo häufig benutztes zweiarmiges Halteelement, welches vorzugsweise bei herausnehmbaren Apparaturen verwendet wird. Die Klammer besitzt vertikale Schlaufen, die in den Interdentalraum hinein greifen und sie umschließt den Zahn. Diese Verankerung wird meist an den Molaren und nicht an den Prämolaren verwendet und sollte die Okklusion nicht behindern.

Adenoidenkiefer

Eine Kieferform, die typischerweise schmal, spitz und einen hohen Gaumen aufweist. Dieser Kiefer entsteht durch eine extreme habituelle Mundatmung, die durch eine Hyperplasie der Tonsillen im Nasen- und Rachenraum ausgelöst wird.

Aderer Zange

Eine Spezialzange, auch als Drei-Finger-Zange bezeichnet. Die dreieckige Anordnung der runden Branchen eignet sich besonders gut zum Biegen von Drahtklammern und Drähten.

Adhäsionsabdruck

Beim zahnlosen Oberkiefer wird eine gaumenfreie Abformung gemacht, damit die Adhäsionsktaft zwischen Prothese und der Gaumenschleimhaut maximal ausgenutzt werden kann. Diese Methode ist mittlerweile veraltet.

Adhäsivbrücke

Klebebrücke, Flügelbrücke, Schmetterlingsbrücke, festsitzende Restauration, die mittels Ätztechnik unter weitgehender Schonung der Zahnhartsubstanz auf die Oralflächen der lückenbegrenzenden Zähne geklebt wird.

Adhäsivinlay

Die Inlays aus Keramik oder Komposit werden durch die Adhäsivtechnik befestigt. Bei dieser Methode wird der Zahnschmelz durch Säureätzung konditioniert und die Inlayinnenseite wird angerauht, danach kann das Inlay mit Komposite befestigt werden.

Adhäsivprothese

Es handelt sich um eine gaumenfreie Totalprothese für den Oberkiefer. Die Prothese wurde mit Hilfe eines Adhäsionsabdruckes angefertigt.

Adhäsivtechnik

Ätz-Klebe-Technik; Befestigungstechnik bei Füllungen aus Komposit als Zahnersatz durch Klebetechnik. Durch Composite-Zement und Säureätzung am Zahnschmelz kann eine verbesserte Verbundfestigkeit von Inlays und Kronen auf dem präparierten Zahnstumpf erzielt werden. Mit Phosphorsäure die trockene Stelle am Zahn aufrauen, den Kleber auftragen und mit Komposit versehen.

Adjustieren

Einstellen des richtigen Bisses im Artikulator, sowie das Einschleifen einer Kaufläche bei Gleithindernissen oder das Eingliedern einer Schiene bei Kiefergelenkserkrankungen.

Aerodontalgie

Höhenzahnschmerz; kann in großen Höhen (3000m) im bezahnten Kiefer entstehen. Ursache kann angesammelte Luft unter den Zahnfüllungen sein, die durch den Druckunterschied ihr Volumen ausdehnt und dadurch einen Schmerz auslöst.

Air-Flow-System

Auch "air polishing", PWS; sog. Pulverstrahltechnik zur Entfernung von Genuss- und Nahrungsmittelverfärbungen (Nikotin, Kaffee, Tee, Rotwein) auf den sichtbaren Zahnflächen; benannt nach einem der ersten Anbieter auf dem Dentalmarkt.

Aktionsfläche

Die Zahnflächen, die mit den Antagonisten Kontakt aufnehmen können. Das menschliche Gebiss hat folgende Aktionsflächen: zum einen die Okklusalflächen (Seitenzähne) und zum anderen die Inzisalflächen (Frontzähne).

Aktionspotenzial

AP; Reizleitung in den Nervenbahnen. Das Membranpotential der Nervenfaser ändert sich kurzzeitig, indem der depolarisierende Reiz zu einem Einstrom der positiven Natrium-Ionen führt. Der Einstrom endet wieder mit Erreichen des Ruhepotenzials.

Aktivator

Herausnehmbares, kieferorthopädisches Behandlungsgerät; Dieses funktions-kieferorthopädische Gerät liegt als loser "Block" zwischen Ober- und Unterkiefer und benutzt die Muskelkräfte der Kaumuskulatur und des Gesichtsbereiches zur Kieferumformung und Bissverlagerung. Durch Hinzufügung spezieller Drähte und Klammern können zusätzlich auch noch einzelne Zähne/Zahngruppen bewegt werden.

Aktive Platte

Klassisches, herausnehmbares, kieferorthopädisches Behandlungsgerät; auch als Spange oder Klammer bezeichnet. Mit einfachen Halteelementen an Ober – und Unterkiefer eingesetzt und befestigt.

Aktivieren

Veränderung einer Krafteinwirkung auf kieferorthopädisch zu bewegende Zähne oder Zahngruppen.

Akupunktur

Die bekannteste Form der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Die Methode der TCM wird als Regulationstherapie bezeichnet. Kräfteungleichgewichte im Körper sollen mit Hilfe der Akupunktur ausgeglichen werden. Bei der Therapie wird mit dünnen Nadeln (v. a. Stahl), in genau festgelegte Punkte, in die Körperoberfläche gestochen.

Alastik

Auch A-Modul genannt; es sind kleine sehr elastische Gummiringe in verschiedenen Ausführungen. Die Ringe werden je nach Größe entweder bei einer intra- oder intermaxilliären Mechanik als Kraftverstärker oder aber auch zur Befestigung eines Drahtbogens an einem Bracket verwendet.

Alginat

Das Salz der Alginsäure ist das gebräuchlichste Abdruckmaterial. Das Salz wird mit Wasser zu einer Paste vermischt, diese wird dann zu einem irreversibel-elastischen Gel. Aufgrund eines schnellen Volumenverlustes des Gels, sollten diese Abdrücke zügig mit Modellgips ausgegossen werden. Die Abdrücke mit Alginat weisen gewisse Ungenauigkeiten auf, deshalb sollte diese Methode nicht für den definitiven Zahnersatz gewählt werden.

Allergie

Spezifische Änderung der Immunitätslage im Sinne einer krank machenden Überempfindlichkeit, meist gegen exogene, nicht-infektiöse Stoffe. Allergien richten sich gegen meist unschädliche Umweltstoffe, die von außen mit dem Körper in Kontakt treten.

Allopathie

Gegenteil der Homöopathie; bezeichnet die anerkannten Heilmethoden der Schulmedizin. In der Pharmakologie wird dieser Begriff häufig benutzt für Arzneimittel, deren Wirkung normgerecht geprüft worden ist.

alloplastisch

Körperfremd, synthetisch (z.B. Metalle, Kunststoffe, Keramik).

Alveolarfortsatz

Den bogenförmigen Knochenteil des Ober- und Unterkiefers, in dem sich die Zahnfächer (Alveolen) befinden, bezeichnet man als Alveolarfortsatz. Dieser dient der Verankerung der Zähne und kann je nach Bezahnung in seiner Form stark variieren. Fast vollständig abgebaut ist der Alveolarfortsatz im unbezahnten Kiefer und führt zu einer Reduzierung des Knochenkammes. Nur der basale Knochen bleibt zurück und der verbleibende Kieferknochen ist dann in der Höhe stark vermindert.

Alveolarkamm

Kieferkamm, der oberste Teil des Alveolarfortsatzes nach Zahnverlust.

Alveolarkammplastik

Nach einer Extraktion wird der Kieferkammm chirurgisch modelliert; das bedeutet eine Wundversorgung der Alveolen, Kantenglättung und eine Kompression werden vorgenommen. Diese exakte Versorgung ermöglicht anschließend einen besseren Prothesensitz.

Alveolarmukosa

Schleimhaut; kleidet den Mundvorhof und den –boden aus. Die Mukosa ist nicht verhornt und befindet sich jenseits der Mukogingivalgrenze, dadurch ist sie als verschiebliche Mundschleimhaut mit dem Alveolarsatz nicht fest verbunden. Bei der Implantologie dient sie der Abgrenzung zwischen dem Körperinneren und der keimbesiedelten Mundhöhle.

Alveole

Zahnfach, im Alveolarfortsatz befindlich "Höhlung" in der Form eines Negativs der darin elastisch aufgehängten Zahnwurzel

Alveolotomie

Entfernung von Teilen des Zahnfaches, Abtragung des Alveolarfortsatzes.

Amalgam

Eine Quecksilberlegierung, die in der Zahnmedizin für Zahnfüllungen benutzt wird. Amalgamfüllungen lassen sich relativ einfach, bei den mitunter schwierigen Bedingungen, im Mund verarbeiten. Sie haben eine lange Haltbarkeit, die bisher noch mit keinem anderen plastischen Material erreicht werden konnte. Amalgam ist zudem erheblich günstiger als andere moderne Füllungskunststoffe. Die Verarbeitung von Quecksilberlegierungen in der Zahnmedizin führte immer wieder zu Diskussionen über mögliche Gesundheitsgefährdungen, die bis heute noch nicht nachgewiesen werden konnten.

Ameloblasten

Auch Adamantoblasten, Gonoblasten und Schmelzbildner genannt. Produzieren das Grundgerüst des Zahnschmelzes bei der Zahnbildung und –ausreifung und bilden temporär das primäre Schmelzoberhäutchen.

Analgesie

Schmerzlosigkeit; Abschaltung der Schmerzempfindung zum einen durch eine defekte Schmerzleitung oder den künstlich herbeigeführten Fall mit Hilfe einer Narkose. Früher Lachgasanalgesie, heute wird eine Lokalanästhesie vorgenommen.

Analogberechnung

§ 10 Abs. 4 GOZ beschreibt genau, wie die Analogberechnung auszusehen hat. Der Zahnarzt entscheidet, welche Gebührenposition ihm nach Art, Kosten- und Zeitaufwand für die Analogabrechnung geeignet erscheint. Es können ihm keine Vorschriften gemacht werden, auch wenn sich die eine oder andere Leistung "eingebürgert" hat. Allein der Behandler hat seine Wahl zu vertreten.

Analogsedierung

Eine Injektion in den Arm versetzt den Patienten in einen schlafähnlichen Zustand und verändert dessen Schmerzempfinden. Selbstständiges kontinuierliches Atmen und reagieren auf Stimuli und verbale Kommandos des Arztes sind für den Patienten möglich. Analogsedierung verhindert nicht den Schmerz, deshalb bleibt eine örtliche Betäubung nicht aus. Allerdings hat der Patient keine Erinnerung an die Behandlung, ähnlich wie nach einer Hypnose.

Anamnese

Vor jeder Behandlung informiert sich der Arzt, in einem persönlichen Gespräch, über die Vorgeschichte der Krankheit/Beschwerde und die individuelle Situation seines Patienten. Zudem gehört zur Anamnese eine gründliche Untersuchung und Erstellung des Zahn-Kiefer-Mund-Status.

Anastomose

Querverbindung zwischen benachbarten Blutgefäßen oder Nerven; von Bedeutung z.B. bei der örtlichen Betäubung im Schneidezahngebiet, weil dort Nerven der anderen Kieferseite übergreifen

Ankerbandkrone

Kronenart, die ein mesiales und aktivierbares Schwalbenschwanzgeschiebe besitzt. Der Unterschied zu einer Teleskopkrone besteht darin, dass bei der Ankerbandkrone auf das Primärteil keine vollständige Außenkrone, sondern ein offener Ring geschoben wird. Die Okklusalfläche ist bei dieser Kronenart bereits beim Primärteil korrekt geformt.

Antagonisten

Körper oder Organe mit entgegengesetzter Wirkungsweise, z.B. Zähne des Ober- und Unterkiefers, die beim Kieferschluss einen bestimmten Zahn im gegenüberliegenden Kiefer berühren.

Antibiotika

Antibiotikum wird aus dem Griechischen abgeleitet und heißt „gegen etwas Lebendes“. Antibiotika wurden nach dem Muster natürlicher Stoffwechselprodukte von Bakterien und Pilzen entwickelt. Diese haben die Fähigkeit andere ungewünschte Mikroorganismen im Körper am Wachstum zu hindern oder abzutöten. Es gibt bakteriozide (abtötende) und bakteriostatische (in ihrer Entwicklung hemmende) Antibiotika.

Anästhesie

Schmerzausschaltung eines Zahnes oder des Kiefers, entweder örtlich (Lokalanästhesie) oder allgemein (Vollnarkose). Bei einer Zahnsanierung bietet die Vollnarkose den Vorteil der schmerzfreien Behandlung, Angstfreiheit für den Patienten und die Zeitersparnis für den behandelnden Arzt. Geräusche, Gerüche oder Vibrationen werden unter Vollnarkose nicht wahrgenommen.

Aphthen

Die Aphthe (aus dem Griechischen) ist ein kleines Geschwür der Mundschleimhaut. Kleine hügelartige Erosionen auf der Mundschleimhaut sind mit weißlichem Fibrinbelag gezeichnet. Eventuell eine Immunreaktion gegen Schleimhautgewebe, die von bestimmten Hormonen gefördert wird. Auch bestimmte Nahrungsmittel oder Infektionen können diese allergie-ähnliche Reaktion auslösen.

apikal

Den Scheitel oder die Spitze (in der Zahmmedizin die Wurzelspitze) betreffend, in ihrer Richtung gelegen.

Applikation

Verabreichung, Anwendung (von Arzneimitteln).

approximal

Zwischen zwei Zähnen gelegen; dem Nachbar(-zahn) zugewandt.

Approximalfläche

Berührungs- und Seitenfläche eines Zahns mit seinen benachbarten Zähnen. Als Kontaktpunkt wird die direkte Berührungsstelle bezeichnet.

Approximalkaries

Auch als Interdentalkaries bezeichnet; der Berührungspunkt (Approximalfläche) zwischen zwei Zähnen ist sehr schierig zu reinigen und daher besonders anfällig für Karies. Mit einer Bissflügelaufnahme kann man diese Karies frühzeitig diagnostizieren.

Artikulation

Zahnkontakte (Kau- und Leerbewegungen) während der Verschiebung der unteren und oberen Zahnreihen gegeneinander. Es geht um die Verzahnung, also das Ineinandergreifen der Zähne während der Bewegung der Ober- und Unterkieferzähne. Vielfach wird der Begriff synonym mit Okklusion, das räumliche Verhältnis der Zähne zueinander (bei geschlossenem Kiefer), verwendet.

Artikulator

Gerät, das mit eingesetzten Kiefermodellen eines Patienten außerhalb des Mundes (fast) eine Nachahmung der natürlichen Kaubewegungen zulässt (= mechnisches Koordinatensystem); vor allem beim Anfertigen von Zahnersatz im zahntechnischem Labor (Dentallabor) gebräuchlich

Arzneimittelkommission-Zahnärzte

Ausschuss, der von der Bundeszahnärztekammer und der KZBV gegründet wurde. Diese Vereinigung hat es sich zur Aufgabe gemacht, wissenschaftlich begründete Stellungnahmen insbesondere über zahnärztliche Arzneimittel abzugeben.

Atrophie

Rückbildung oder Verkümmerung eines Organs; dieses Phänomen kann sowohl eine Verringerung der Zellgröße als auch der Zellzahl als Ursache haben. In zunehmendem Alter ist es normal, dass Organe sich bis zu einem bestimmten Grad zurückbilden (physiologische Atrophie). Ansonsten sind Organschrumpfungen Folge einer Krankheit oder eine Anpassung an wechselnde Belastungen.

Attachment

Bedeutet Anheftung; bezeichnet in der Prothetik Verbindungselemente zwischen festem und herausnehmbarem Zahnersatz (z.B. Geschiebe, Gelenke etc.); in der Kfo sind Attachments alle Hilfsmittel, wie Brackets, Gummiringe usw.; auch in der Parodontologie gebräuchlich, hier bezeichnet es die Verbindung zwischen Zahn und Alveolarknochen durch die Wurzelhaut.

Attrition

Schmelzverlust meist an der Kaufläche; Im Unterschied zur Abrasion und der Demastikation kommt hier der Schmelzverlust durch den direkten Kontakt der Antagonisten zustande. Schreitet die Attrition weiter fort, kann das Dentin freigelegt werden.

Aufbaufüllung

Stumpfaufbau; wird angewendet, wenn der sichtbare Teil eines Zahnes außerhalb der Wurzel angegriffen, teilweise gebrochen oder ausgehöhlt ist. Die Aufbaufüllung gibt der Krone zum einen eine bessere Stabilisierung und hat gleichzeitig eine Materialersparnis zur Folge.

Aufbissaufnahme

Spezielle Projektionstechnik beim Röntgen zur Darstellung verlagerter Zähne oder Fremdkörper im Kieferbereich.

Aufbissplatte

Einfaches Behandlungsgerät in der Kieferorthopädie zur Bissentlastung im Seitenzahnbereich.

Aufbissschiene

Wird zur Behandlung bei Problemen im Mundbereich, wie z.B. Kiefergelenksbeschwerden, gelockerten Zähnen, Knirschen der Zähne oder zur kieferorthopädischen Behandlung benutzt. Bei diesen Beschwerden kommt dann das herausnehmbare Behandlungsgerät, die Aufbissschiene (i.d.R. Kunststoff), zum Einsatz.

Aufklärungspflicht

Rechtliche und auch ethische ärztliche Verpflichtung vor Beginn einer Behandlung. Ohne entsprechende Aufklärung kommt kein rechtsverbindlicher Behandlungsvertrag zu Stande.

Aufstellung

Auch als Zahnaufstellung bezeichnet. Es handelt sich um die Auswahl, Anordnung und Befestigung industriell gefertigter Keramik- oder Kunststoffzähne bei Prothesen. Berücksichtigt werden bei der Zahnaufstellung kaufunktionelle, ästhetische, phonetische und hygienische Aspekte. Die Zähne werden, unter Berücksichtigung von Größe, Farbe und Form, in einer Wachsbasis aufgestellt und dem Patienten probeweise eingesetzt. Kontrolliert werden hierbei die Ästhetik, Funktion, Phonetik, Sitz und Dimensionierung. So können vor der Fertigstellung noch eventuelle Korrekturen durchgeführt werden.

Aufwachsen

Restaurative Zahnmodellation aus speziellen Wachsen; Es handelt sich um eine Aufwachstechnik, die bei der Aufbereitung der funktionell-anatomischen Zahnkronenform und Okklusionsflächen benutzt wird.

Augmentation

Augmentationsplastik, Knochenaufbau, engl: dito; plastisch-operative Vergrößerung eines Körperorgans, z.B. des Kieferknochens, engl.: dito; in der ZHK gebräuchlich für die Schaffung neuer oder die Wiederherstellung verloren gegangener Knochensubstanz. Einsatz im Rahmen von prothetischen oder implantologischen Maßnahmen.

Ausarbeiten

Die einzelnen Werkstücke, wie Brücken, Kronen oder Prothesen, müssen bis zu ihrem Einsatz in das Gebiss erst einmal bearbeitet werden. Das bedeutet, dass der Zahnersatz unter anderem geschliffen, poliert oder gefräst werden muss, damit die künstlichen Zähne sich optimal in das Restgebiss einfügen können.

Ausgleichsextraktion

Fehlen im Kiefer einzelne Zähne, werden im Gegenkiefer die entsprechenden Zähne zum Ausgleich gezogen. Es gibt auch eine symmetrische Extraktion, bei der im gleichen Kiefer auf der Gegenseite ein Zahn gezogen wird.

Ausgleichsstopper

Stellen die Antagonisten zu den Schließstoppern dar; beim Vielkontakt der Zähne sind die Ausgleichsstopper die okklusalen Kontaktpunkte. Sie befinden sich zum einen auf den mesialen Abhängen der Oberkiefer- und zum anderen an den distalen Abhängen der Unterkiefer-Seitenzähne.

Autopolymerisat

Zwei-Komponenten-Kunststoffe, die durch Mischen von Versiegelungskunststoff und Katalysator selbst aushärten.

Außenschliff

Bezeichnet eine Präparation am äußeren Höckerabhang für eine entsprechende Teilkrone. Bei dem Schliff ist darauf zu achten, dass der Winkel der Schlifffläche 45° in Einschubrichtung beträgt.

Axiografie

Mit diesem Verfahren werden die patientenorientierten Daten für die Diagnostik und Zahnersatzherstellung ermittelt. Es handelt sich um eine gelenkspezifische Aufzeichnung der Kiefergelenksbewegungen.

Axon

(gr. Wagenachse) Achsenzylinder, zentraler Teil des Neuriten der Ganglienzelle.

Äquator

Es gibt am Zahn einen anatomischen und einen prothetischen Äquator. Der Anatomische ist der größte Zahnumfang im Verhältnis zur anatomischen Längsachse des Zahnes. Bei dem Prothetischen handelt es sich um den größten Zahnumfang in Bezug auf die Einschubrichtung der Prothese.

Ästhetische Zahnheilkunde

Zahnbehandlungen, die ein besonderes Augenmerk auf die Zahnästhetik legen. Vollkeramik ist hierbei das beste Material, dies ähnelt dem natürlichen Zahnschmelz am meisten. In das Gesamtbild des Mundes fügt sich dieser Zahnersatz sehr harmonisch und ästhetisch ein. Keramik-Inlays, Kronen, Bleaching, Veneers oder Cosmetic Contouring sind hier die möglichen Behandlungsformen.

Ätztechnik

Anrauhung des Zahnschmelzes mit Säuren, um eine verbesserte Haftung von Kunststoff-Füllungen zu erzielen

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