Zahnlexikon

Gabelklammer

Auch als Gussklammer bezeichnet; diese Klammerart wird im Frontzahnbereich verwendet. Der übergreifende Klammerarm verläuft hierbei mesial über die Schneidekante.

Galvanisieren

Überziehen von metallischen Gegenständen mit einer dünnen metallischen Haftschicht (meist aus einem Edelmetall wie Gold). In der ZHK umstrittenes Verfahren, um unedle (NEM) oder gering mit Edelmetall legierte Werkstoffe (z.B. Metallbasis, Kronen) "höherwertig" zu machen. Umstritten deshalb, weil durch Abrasionen des dünnen Überzugs bei Beanspruchung der Grundstoff bald wieder Kontakt zur Mundhöhle hat.

Galvano-Konusprothese

Mit Hilfe eines innovativen Herstellungsverfahren entsteht, in einem schnelleren Verfahren, diese kostengünstigere Alternative zur doppelkronengestützten Prothese. Bei diesem Verfahren werden Konuskronen, deren Matrizen aus galvanogeformten Feingold bestehen, hergestellt. Vorteil dieser Methode ist die Passgenauigkeit der Prothese, die dem Patienten das Gefühl vermittelt, dass dieser Zahnersatz als festsitzende Brücke oder sogar als eigene Bezahnung empfunden wird. Es sind mindestens vier Pfeiler nötig, um die Konusprothese im Unter- oder Oberkiefer befestigen zu können. Die Kaukräfte werden so hauptsächlich auf die Pfeiler übertragen, so dass die Schleimhaut und die Prothesensättel geschont werden.

Galvanokrone

Reines 999er Feingold; wird mit Hilfe eines galvanischen Verfahrens zu einer Krone verarbeitet. Die Methode hat den Vorteil, dass die Schicht der Krone verhältnismäßig dünn ist, dadurch entsteht eine schönere Ästhetik und löst zudem weniger allergische Reaktionen aus.

Ganglion

(griech. Überbein, Nervenknoten) In anatomischem Sinne Nervenknoten, d. h. Anhäufung von Ganglienzellen, die im Verlauf zerebrospinaler und vegetativer Nerven für die Erregungsleitung von einem Neuron zum nächsten sorgt . In chirurgischem Sinne Überbein mit sensiblen und sensorischen Eigenschaften, d. h. Bindegewebshülle, die Nervenfasern und kugelige Nervenzellen enthält. Sie sind von einem Mantel aus Zellen der peripheren Glia (Mantelzellen, Satelliten) umgeben. Die vegetativen Ganglien werden von multipolaren Ganglienzellen gebildet, ihr Gliamantel ist schwächer ausgeprägt und bildet eine geschlossene Hülle, meist mit bindegewebiger Kapsel.

Gangränbehandlung

Modifizierte Wurzelkanalbehandlung bei einer infizierten Pulpa bzw. infiziertem Wurzelkanal. Der hochinfektiöse Wurzelkanal muss zunächst nach einer Trepanation gereinigt und desinfiziert werden, damit ein Fortschreiten der Entzündung verhindert werden kann. Erst nach Abheilung der Entzündung und bei keimarmen Verhältnissen der Wurzelspitze, kann man den Wurzelkanal abfüllen.

Gaumen

Innenwärts vom Zahnbogen des Oberkiefers gelegene schleimhautüberzogene, obere Begrenzung der Mundhöhle, die Nasenhöhle und Rachen voneinander trennt. Die Gaumenplatten bilden den eigentlichen Gaumen (harten Gaumen). Die Gaumenplatten erstrecken sich vom Oberkiefer aus in die Tiefe der Mundhöhle und werden ergänzt durch die waagerechten Teile beider Oberkiefer- und Gaumenbeine. Vier Nähte verbinden die Knochenplatten miteinander.

Gaumennahterweiterung

Gaumennahtsprengung, kieferorthopädisches - und ab einem Alter von etwa 16 Jahren kombiniert kieferorthopädisch-chirurgisches -Vorgehen bei einem in transversaler Ebene zu engen Oberkiefer.

Gaumenspalte

Palatoschisis, Uranoschisis; angeborener, fehlender Zusammenschluss der beiden Gaumenhälften, isoliert oder als Lippen-Kiefer-Gaumenspalte vorkommend. Fehlbildung entsteht in der embryonalen Phase durch einen unvollständigen Verschluss von Gesichtsteilen. Es kann, ohne Behandlung, zu Störungen beim Hören, Sprechen, Essen und der Atmung kommen.

Gebiss

Gesamtheit der Zähne des Unter- und Oberkiefers. Die 20 Zähne des 1. Zahndurchbruchs bilden das Milchgebiss, die 32 Zähne und 52 Wurzeln des 2. Zahndurchbruchs bilden das permanente oder bleibende Gebiss. Das Gebiss besteht aus einem oberen und einem unteren Zahnbogen. Bei Erscheinen des ersten bleibenden Backenzahns (mit ca. sechs Jahren) beginnt die gemischte Dentition (Milchzähne und permanente Zähne treten in unregelmäßiger Abfolge auf). Das Ende der gemischten Dentition (ca. im elften oder zwölften Lebensjahr) liegt vor, wenn der letzte Milchzahn heraus gefallen ist.

Gebissanalyse

Diese sytematische Untersuchung ist die Grundlage jeder Diagnose und vereinfacht die Planung der weiteren Behandlungsschritte. Es werden dafür die Zähne und die Kiefer, sowie deren Funktion am Patienten und am Modell untersucht.

Gebissneigung

Hierbei neigt sich die Okklusionsebene hin zu den horizontalen Bezugsebenen (Referenzebene) des Schädels.

Gefüge

Es ist die Bezeichnung für die Zusammensetzung eines Festkörpers, also des Typs, der Größe und der Verteilung der kristallinen Bestandteile. Im Gegensatz zu Kunststoffen besitzen Keramik und Metall die Eigenschaften eines Gefüges. Dieses Gefüge kann durch Erstarrungsbedingungen, Wärmebehandlungen und plastische Verformungen gezielt beeinflusst werden.

gegossen

Bezeichnet die Art von Zahnersatz und prothetischen Hilfsteilen, die durch das Eingießen der geschmolzenen Metalllegierungen in vorbereitete Formen produziert werden.

Gel

Ein Gel ist ein netzartig angeordnetes System, dass eine hohe Viskosität aufweist und gleichzeitig formbeständige und elastische Eigenschaften besitzt. Es gibt zum einen flüssigkeitshaltige Gele, wie z.B. Gallerte und zum anderen die festeren Xerogele, wie Agar-Agar.

Gelenkkapsel

Die Gelenkkapsel stellt die Fortsetzung der Knochenhaut dar. Die Kiefergelenkshöhle wird nach außen luftdicht von der Gelenkkapsel (capsula articularis) abgeschlossen. Gleichzeitig verschließt sie den Gelenkspalt und umgibt die Gelenkenden. Bestandteil der Kapsel sind zwei unterschiedliche Bindegewebsschichten: die äußere Schicht besteht aus vielen kollagenen Fasern und die innere Bindegewebsschicht wird als nerven- und gefäßreiche Synovialmembran bezeichnet.

Gemeinschaftspraxis

Eine Gemeinschaftsparxis entsteht, wenn sich niedergelassene (Vertrags-)Zahnärzte zusammenschließen, um eine gemeinsame Ausübung ihrer Praxis in Form einer Gesellschaft nach §705 BGB ausüben zu können.

Gemination

Auch als Zahnkeimpaarung bezeichnet; es kommt hier zu einer unvollständigen Teilung des Zahnkeims. Die Zähne weisen häufig folgende Merkmale auf: 1. Zähne können doppelt so breit sein; 2. besitzen meist nur ein Pulpavakuum; 3. haben in der Mitte eine Furche oder Kerbe. Das restliche Gebiss hat insgesamt eine normale Zahnanzahl.

Germektomie

Zahnkeimentfernung, bezieht sich meist auf die frühzeitige Entfernung des Weisheitszahns. Dies geschieht in einem Stadium, in welchem er sich noch als Keim im Kiefer befindet (ca. 12.-15. L.-J.). Es handelt sich um einen prophylaktischen Eingriff, um einen möglichen späteren Engstand zu vermeiden.

Gerontostomatologie

Alterszahnheilkunde

Gerüstimplantat

Subperiostales Implantat; wurde früher angewandt (gilt heute als obsolet), wenn wenig Knochensubstanz vorhanden war. Das Implantat wird individuell angefertigt, indem man den Kieferknochen abformt. Das Gerüstimplantat wird dem Knochen direkt aufgesetzt, durch diese zusätzliche Knochenbelastung kommt es meist zu einem weiteren Rückgang des Kieferknochens („Druckresorption“).

Geräte

In der Zahnmedizin bezeichnet man damit das Zahnarzt- und Helferinnen-Element. Des Weiteren fallen darunter Apparate wie z.B. Röntgen- oder Ultraschallgeräte.

Geschiebe

Verankerungsart zwischen festsitzendem und herausnehmbarem Zahnersatz. Zwei Teile bilden das Geschiebe: zum einen der positive Teil, dieser ist an die Krone des Restgebisses gebunden und zum anderen der negative Teil, der mit dem herausnehmbaren Teil verankert ist. Vorteil des Geschiebes ist, dass man die Verankerung von außen nicht sieht und es gewährleistet eine gute Kraftverteilung auf die Restzähne.

Geschlossene Kürettage

Parodontitisbehandlung, die eine minimal-invasive Alternative darstellt. Bei der Kürettage werden Handinstrumente (Küretten) und/oder maschinelle Instrumente (z.B. Ultraschall) verwendet. Mit den Instrumenten fährt man am Zahn entlang in die Zahnfleischtasche hinein, damit man die Wurzeloberfläche vom Biofilm und den Konkrementen säubern kann.

Gesichtsbogenregistrierung

Verwendung eines Übertragungsbogens am Oberkiefer, um im Labor eine schädelbezügliche Montage des Oberkiefermodells zu gewährleisten.

Gesundheitsleistungen

Gesundheitsleistungen umfassen alle der Erhaltung, Förderung oder Wiederherstellung der Gesundheit dienenden Einrichtungen und Personen. Die Kostenträger sind in Deutschland neben der gesetzlichen Krankenversicherung und den privaten Krankenkassen auch die Berufsgenossenschaften sowie die Landesversicherungsanstalten und die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte als Rententräger. Die Gesamtverantwortung für das Gesundheitswesen liegt bei Bund und Ländern.

Gewebeklebstoff

Kunststoffkleber auf Acrylsäurebasis oder (heute verstärkt) natürliches Fibrin zum Verschluss "bluttrockener" Hautwunden bzw. zur »Abdichtung« einer Naht; für flächenhafte Blutungen auch in Sprayform

Gewindeschneider

Dieses chirurgische Instrument wird auch als Führungsgewindeschneider bezeichnet. Dieses Instrument schneidet ein Gewinde genormter Größe in den bereits gefrästen Bohrkanal im Knochen. Damit wird für die Osteosynthese oder für ein enossales Implantat die korrekte Lage für die Schraube geschaffen. Mittlerweile werdem immer häufiger selbstschneidende Schrauben verwendet.

Gewindestift

Zum einen versteht man darunter einen drehrunden Metallstab mit einem Gewinde, der zudem Fixierungsschrauben, Begrenzungsplatten und Widerlagerhütchen für eine perkutane Kompressionsosteosynthese und -arthrodese besitzt. Zum anderen dient ein Gewindestift der Verankerung von Schrauben im Wurzelkanal und für parapulpäre Stifte im Dentin.

Gewährleistung

Bei der Prothesenherstellung im Dentallabor wird ein Haftvertrag abgeschlossen, nach dem das zahntechnische Labor für bestehende Mängel haftet.
Bei der zahnärztlichen Gewährleistung geht es um eine zweijährige Haltbarkeitsgarantie für Zahnersatz und Füllungen, die durch §135, IV, SGB V geregelt ist und im Widerspruch zum ansonst geltenden Dienstvertrag steht.

Gilmore Reiter

Bezeichnet die Verankerung einer Prothese mit Stegreitern auf einem Rundsteg.

Gingiva

Zahnfleisch; es besteht aus einem mehrschichtigen Plattenepithel mit wenigen Hornschichten und ist ein Teil des Zahnhalteapparates. Die Gingiva ist nicht verschieblich, da eine Subkutis (Unterhaut) fehlt. Regelmäßiges reinigen des Sulcus gingivae (Furche zwischen Zahn und Zahnfleisch), von Belägen und Speiseresten, ist wichtig, damit es nicht zu einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis) kommen kann.

Gingivaatrophie

Bedeutet einen Verlust des Zahnfleischgewebes, wobei sich der Gingivarand immer weiter nach apikal verschiebt. Dieser Rückgang des Gingivagewebes ist im zunehmenden Alter normal.

Gingivabreite

Dies ist der Abstand zwischem dem Zahnfleischrand und der Mukogingivalgrenze. Dieser sollte mindestens 2 mm betragen, da schon 1 mm der freien Gingiva entspricht und nur noch 1 mm auf das befestigte Zahnfleisch entfällt. Ist die Mindestbreite nicht vorhanden, kann die Gingiva vom Zahn, durch Zug an Wangen- und Lippenschleimhaut, gelöst werden.

Gingivahyperplasie

Auch als Fibromatosis gingivae bezeichnet; es handlet sich um eine fibröse Verdickung des Zahnfleisches, die entweder nur an einzelnen Zahngruppen oder am gesamten Zahnhalteapparat zu finden ist. Zunächst ist diese Verdickung entzündungsfrei, es kann aber zu einer sekundären Entzündung kommen durch die Bildung von Pseudotaschen und einer erschwerten Mundhygiene. Auch durch bestimmte Medikamente kann es zu einer Zahnfleischhyperplasie kommen, bei der ggf. die Zahnkronen völlig überwuchert werden. Meistens sind allerdings die Frontzähne von einer Hyperplasie betroffen. Ursache können ebenfalls tumorbedingte und entzündliche hormonelle Faktoren sein.

Gingivasulkus

Auch als Zahnfleischfurche bezeichnet; es handelt sich um eine Vertiefung, die um den Zahn verläuft und sich zwischen Zahnfleischsaum und Zahnoberfläche befindet. Die Tiefe der Einsenkung beträgt im Normalfall 0,1-2 mm. Ist dieser Bereich tiefer, dann handelt es sich um eine Zahnfleischtasche, die als pathologischer Befund gilt.

Gingivektomie

Chirurgische Methode bei der Zahnfleisch abgetragen wird, wenn supraalveoläre Taschen und eine Gingivahyperplasie bestehen. Zunächst wird das Zahnfleisch mit Handinstrumenten, Laser etc. bis zum Grund der Tasche entfernt. Bei einer Parodontitistherapie kommt es danach zu einer Kürettage und Gingivoplastik. Eine komplette Exzision erfolgt bei einer externen Gingivektomie. Als dritte Möglichkeit gibt es noch die interne Gingivektomie, die meist im Zuge einer Lappenoperation erfolgt. Hierbei wird das Taschenepithel vom Zahnfleischrand bis zum Taschenboden entfernt, ohne dass die marginale Gingiva verkürzt wird.

Gingivitis

Oberflächliche Entzündung des Zahnfleischsaumes, die vor allem an einer verstärkten Blutungsneigung und Schwellung des Zahnfleisches zu erkennen ist; wird durch Stoffwechselprodukte von Bakterien ausgelöst, die den Grenzbereich zwischen Zahn und Zahnfleisch besiedeln. Wichtigstes Anzeichen der Zahnfleischentzündung sind Schwellung und Bluten des Zahnfleischs. Damit die Entzündung ausheilen kann, müssen die bakteriellen Beläge möglichst vollständig beseitigt werden. Mundspüllösungen unterstützen die Bekämpfung von Entzündungsprozessen, indem sie vorhandene bakterielle Beläge inaktivieren und die Neubildung von Belägen hemmen.

Gingivoplastik

Chirurgische Formung des Zahnfleisches im Sinne einer Wiederherstellung natürlicher Formen.

Gips

Kalziumsulfat, Hartgips; viel verwendetes Grundmaterial - in der Natur als Dihydrat vorkommend. Verwendung zur Herstellung zahntechnischer Arbeiten ( Modell, Sägemodell) und (veraltet) zahnärztlicher Abdrücke.

Gipsmodell

Dentalgips zur Herstellung eines Modells aus einem Abdruck/Abformung des Kiefers. Den flüssigen Dentalgips vermischt man mit destilliertem Wasser in einem bestimmten Mischungsverhältnis und mit Hilfe eines Rüttlers wird dieser Portionsweise in den vorbereiteten Abdruck gefüllt. Eine blasenfreie Abformung ist wichtig, danach kann man den Modellsockler befüllen und die beiden Teile im noch weichen Zustand zusammensetzen. Den Abdruck zieht man nach der vollständigen Aushärtungszeit von dem Gips ab und bringt das Modell durch Trimmen in Form.

Glanzgold

Nach einem Oxidbrand wird die dunkle Farbe der Aufbrennlegierung mit feingemahlenem Gold abgedeckt. Bei diesem Vorgang wird das Gold auf die keramisch zu verblendenden Teile des Metallgerüstes im Brennofen aufgeschmolzen. Mit dieser Methode wird eine Verbesserung der Farbwirkung erzielt, da das Aufbrennen eine goldfarbene und glänzende Schicht erzeugt.

Glasionomerzement

GIZ, (Glas-)Polyalkenoatzement; Füllungs- und Befestigungszement, der aus aluminiumreichen Silikatglas in Pulverform und aus einer bis zu 50 % wässrigen Lösung aus Polysäuren (früher: Polyacrylsäure, heute Acryl-, Methacryl-, Itacon- oder Maleinsäure) besteht. Dieser Zement kann schnell und unproblematisch ohne Adhäsivtechnik oder Lichthärtung verarbeitet werden und ist zudem nicht toxisch. Die Nachteile dieses Stoffes sind die geringe Stabilität, Abrasionsfestigkeit und die Löslichkeit.

Glaskeramik

Glasskeramik, Empress, Keramik, Keramiksystem; Glaskeramiken entstehen durch partielles Kristallisieren von Glas.

Gleitbahn

Es handelt sich um die kongruenten Zahnflächen im Okklusalbereich der antagonistischen Zähne. Die Bestimmung dieser Gleitbahn ermöglicht einen Nachbau der individuellen Translationsbewegungen des Unterkiefers. Diese Methode ist für das Einstellen der modelle im Gnathomat erforderlich.

Gnathologie

Zahnärztliche Fachrichtung, die Lehre vom Kiefer. In den 1970er Jahren aufkommende Lehrmeinung, welche von einer Gesamtbetrachtung des Kauorgans ausgeht. Zum Teil einfache aber auch zeitaufwendige zahnärztliche und zahntechnische Methoden, die finanziell von den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland nicht unterstützt werden.

Goldgussfüllung

Einlagefüllung, Goldinlay; eine gegossene Zahnfüllung, die in einem zahntechnischen Labor mit Hilfe eines Abdrucks hergestellt wird. Die Füllungen für die Zahnhöhlen bestehen meist aus Gold- oder Silberlegierungen.

Goldhämmerfüllung

Goldklopffüllung, Goldstopffüllung; wenig gebräuchliche und aufwendige Füllungsart für kleine Kavitäten, die an den Seiten vom Zahn umgeben sind (Zahnhals, okklusale Flächen).

Goldlegierung

Die einfachen Goldlegierungen beinhalten zusätzlich Palladium und Platin für eine feinkörnige Erstarrung zu erzielen und unedle Komponenten (Kupfer, Zink, Zinn), um den Härtegrad zu erhöhen. Es gibt vier Härtegrade: 1. weich (Inlays); 2. mittelhart (auch Inlays); 3. hart und 4. extrahart (beides für Kronen, Brücken und Prothesengerüste).

GOZ

Gebührenordnung für Zahnärzte; regelt das Honorar für Leistungen, die nicht im Rahmen der kassenzahnärztlichen Versorgung erbracht werden. Die GOZ trat 1988 in Kraft und löste die BUGO-Z ab. Daher ist die heutige GOZ (2007!) nicht auf dem aktuellen Stand der Zahnmedizin und ist finanziell nicht mehr angemessen. Die Gebührenordnung ist gesetzlich festgelegt und jede der zahnärztlichen Leistungen (Stand 1988) ist einzeln beschrieben und jede Leistung ist mit einer eindeutig festgelegten Anzahl von Leistungspunkten verknüpft. Diese Punkte ändern sich nicht und sind mit einem festen "Wechselkurs" (Punktwert) versehen, dieser ergibt den Geldbetrag. Kommt es zu Leistungen mit unterschiedlichen Schwierigkeiten, wird der Steigerungssatz hinzugefügt. Bei einer Steigerung um das 1-2-fache geht es ohne schriftliche Begründung, bei einer 2,3-fachen Steigerung muss eine schriftliche Begründung erfolgen.

GOÄ

Gebührenordnung für Ärzte, ähnlich aufgebaute und strukturierte Gebührenordnung wie bei den Zahnärzten (GOZ). Bestimmte Zahnärztliche Leistungen (z.B. Beratungen, spez. chirurgische Eingriffe usw.) werden auch nach der GOÄ berechnet.

Gramfärbung

Farbreaktion bei Bakterien, welche in erster Linie durch den unterschiedlichen Anteil von Murein in der Zellwand von Bakterien ausgelöst wird. Die Bakterien reagieren unterschiedlich auf die Färbung, daher kann man die Bakterien in grampositive (dunkelblau nach Färbung) und in gramnegative (ungefärbt nach Durchführung des Verfahrens) Bakterien unterteilen. Vorteil für die Diagnostik: man kann schnell das richtige Antibiotikum für die verschiedenen Bakterien bestimmen.

Granulome

Eitersäckchen; Entzündungszellen, die von einer Kapsel umgeben sind, bilden kleine Knötchen. Ursache für ihr Entstehen sind chronisch entzündliche oder allergisch infektiöse Reizungen des Zahns. Eine operative Entfernung und eine Heilung der auslösenden Entzündung sind notwendig, da es sonst zu Schäden des umliegenden Gewebes und zu Schmerzen führen kann.

Gruppen(zahn)führung

Beim Schlussbiss des Patienten während der Seitwärtsbewegung des Unterkiefers „Führung“ durch einen „Block“ nebeneinanderstehender Zähne. Die Seitenzähne übernehmen die Führung des Bisses und der Zahnreihen – dies ist mit einer anderen Okklusionsgestaltung verbunden: Aus einem Frühkontakt oder myofunktioneller Fehlbelastung, – zum Beispiel wegen fehlender Eckzahnführung und dadurch entstandenerr seitlicher Gruppenzahnführung mit Tonuserhöhung im musculus temporalis – resultiert die myofunktionelle Überlastung einer Kieferhälfte.

Gruppenprophylaxe

Kariesvorbeugende Maßnahmen für größere Bevölkerungsschichten; meist in Form von Trinkwasser- und Speisesalzfluoridierung, Reihenuntersuchungen in Kindergärten und Schulen.

Grübchen

Hohlkehlartige Vertiefungen auf der Kaufläche der unteren kleinen Backenzähne ( Prämolar) anstelle von Fissuren.

guided tissue regeneration

Methode der gesteuerten Geweberegeneration , die in Skandinavien entwickelt wurde. Es handelt sich um eine parodontalchirurgische Operation. Bei diesem Verfahren wird die Bildung eines verlängerten Saumepitehls, eine Ankylose und eine Wurzelresorption verhindert, indem über die entstandene Knochentasche eine Polytetrafluorethylen-Membran (Gore-Tex-Membran) gelegt wird. Falls die Membran nicht aus resorbierbarem Material besteht, wird sie nach einigen Wochen entfernt.

Gummipolierer

Werkzeuge verschiedener Form und Größe, die dem Beschleifen von Füllungsmaterialien und der Oberflächenbearbeitung in der Zahntechnik dienen. In dem Gummi des Werkzeuges befinden sich ffeinste abrasive Partikel.

Guss

Im Dentallabor ist der Guss das standardisierte Verfahren zur Herstellung von metallischem Zahnersatz (Kronen, Brücken oder Teilprothesen). Zunächst wird das zu giessende Objekt in Wachs oder Kunststoff modelliert und dann in eine feuerfeste Form eingebettet. Danach wird diese Form erhitzt, wobei das Wachs schmilzt und der Kunststoff verbrennt und somit eine Hohlform entsteht. Im zweiten Schritt wird mit Hilfe des Schleuder- oder Vakuumdruckgusses geschmolzenes Metall in die entstandene Hohlform gepresst. Mit dieser Methode können geometrisch komplizierte Objekte geformt werden. Nachteilig ist das Dimensionsverhalten der abkühlenden Metallschmelze. Kompensiert wird diese Schrumpfung durch eine Expansion der Einbettmasse und der daraus resultierenden Vergrößerung der Hohlform vor dem Guss.

Gussfüllung

Inlay, Einlagefüllung; wird meist aus Edelmetall gegossen und stellt in Bezug zur Kavität eine kongruente Restauration der Zahnform dar. Die Gussfüllung wird von okklusal präpariert, unter sich gehende Stellen müssen gemieden werden und die Kavitätenwände müssen divergiernd sein.

Gussklammer

Modellgussklammer; gusstechnisch hergestellte Klammerart - meist in Kombination mit einer Modellgussprothese ("Stahl"). Vorteil der Gussklammer gegenüber einer Drahtklammer ist, dass man mit bestimmten Messverfahren und speziellen Materialien die Haltekraft der Klammer am Zahn berechnen kann.

Gusskrone

im Gegensatz zur historischen Bandkrone heute überwiegende Kronenart, welche aus einer (goldhaltigen) Legierung in einem Dentallabor im Metallguss-Verfahren hergestellt wird.

Gutachter

Sachkundige Personen bei Gerichts- und sonstigen Auseinandersetzungen. Im privatärztlichen Bereich werden die Gutachter von der Zahnärztekammer benannt. Nur diese Personen dürfen - auch nach der zahnärztlichen Berufsordung - kritische Aussagen zu einer zahnärztlichen Arbeit tätigen. Das von einem Gutachter erstellte Gutachten ist juristisch von erheblicher Bedeutung und muss bei der Urteilsfindung vor einem Gericht angemessen berücksichtigt werden. Für gesetzliche Krankenversicherte besteht auf Grund von Regelungen im Sozialgesetzbuch V ein vorgerichtliches Gutachterverfahren, bei welchem die Gutachter einvernehmlich (mit Zustimmung der Kassenzahnärztlichen Vereinigung und der Gesetzlichen Krankenkassen) bestellt werden. Gegen die Beurteilung dieser Gutachter gibt es verschiedene Beschwerdestellen (Prothetik-Einigungsausschuss, Obergutachter), bevor eine gerichtliche Untersuchung vor einem Sozialgericht eingeleitet werden kann.

Guttapercha

Kautschukähnliches Naturharz, wird als dentales Füllungsmaterial bei einer Bearbeitungstemperatur von 50 Grad Celsius verwendet. Bei definitiven Wurzelkanalfüllungen und als provisorische Füllung wird Guttapercha vornehmlich gebraucht. Das Material neigt zur Spaltbildung und ist daher nicht geschützt vor dem Eindringen von Medikamenten, aber es härtet schon bei Mundtemperatur aus.

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