|
Zahnlexikon
Magnetprothese
|
Es handdelt sich um einen Zahnersatz, der Magnetkräfte zur Lagestabilisierung nutzt. Es können zum einen gleichsinnige Magnetpole und zum anderen die sich anziehende Kraft gegensinniger Magnetpole genutzt werden. Die erste Methode wurde damals in der Totalprothetik verwendet. Das zweite Verfahren wird in der Teilprothetik angewendet. Dabei wird der Magnet auf die Stiftkappe oder ein Implantat montiert, wobei der zweite Magnet in der Teilprothese selbst befestigt ist.
|
Makrodontie
|
Bezeichnet die Übergröße einzelner Zähne im Verhältnis zu den normalen Zahngrößen. Die einseitige partielle Makrodontie tritt als Symptom bei der Hemihypertrophia faciei (halbseitige Vergrößerung einer Gesichtshälfte mit ungeklärter Ursache) auf.
|
Makrofüller
|
Das sind Quarz- oder Glaspartikel, die als organischer Bestandteil in Kompositfüllungen vorkommen. Die Oberfläche der makrogefüllten Komposite kann nicht geglättet werden und wird schnell abradiert.
|
Malokklusion
Bezeichnung aus der Orthodontie für eine unphysiologische Abwandlung von der üblichen Okklusion. Ursache für die Fehlstellung kann eine schwere Form des Kreuz-, Hack- oder Offenen Bisses sein.
|
Mandibula
Unterkiefer; setzt sich zusammen aus dem hufeisenförmigen Unterkieferkörper, dieser hat auf beiden Seiten einen aufsteigenden Ast. Der Unterkieferast ist Ansatzfläche für den Muskelfortsatz und den Gelenkfortsatz mit seinem Kiefergelenksköpfchen. Des Weiteren setzen hier noch die vier Kaumuskeln an, die für die Okklusion (Kieferschluss) zuständig sind.
|
mandibulär, mandibularis
Lage- oder Ortsbezeichnung: zum Unterkiefer (Mandibula) gehörend oder auf ihn bezogen.
|
Marylandbrücke
festsitzende Brücke, durch Klebetechniken an den Pfeilerzähnen fixiert (weitere Bezeichnungen: Adhäsivbrücke, Klebebrücke, Ätzbrücke).
|
Matrize
Hilfsmittel zum Legen einer Füllung mit plastischem Füllmaterial, wenn der Zahn nach außen offen ist. Besteht aus einem Metall- oder Kunststoffband, das um den Zahn gelegt wird und dafür sorgt, dass die Füllmasse nicht über den Zahn hinaus verteilt wird.
|
Maxilla
Oberkiefer; ist Teil des Gesichtsschädels und ist ein paariger Knochen. Der Oberkiefer grenzt mehrere Teile des Gesichts voneinander ab. So bildet die Maxilla den Boden der Augenhöhle, den Boden und die seitliche Begrenzung der Nasenhöhle und ergänzt Teile des Gaumens, so dass sie das Dach der Mundhöhle bildet. Die Kieferhöhle ist ebenfalls im Oberkiefer zu finden.
|
Maxilla-Mandibula-Winkel
|
Auch als MM-Winkel bezeichnet; es handelt sich um einen kephalometrischen Winkel, dieser definiert mit Hilfe von viszerokranialen Parametern die sagittale Kieferrelation.
|
Maxillotomie
|
Ein operativer Eingriff, der am Oberkiefer stattfindet. Dies kann jede Art der Osteotomie darstellen, wie z.B. Zahnretention, Wurzelspitzenresektion.
|
maxillär, maxillaris
Lage- und Ortsbezeichnung: den Oberkiefer (Maxilla) betreffend oder zum Oberkiefer gehörend.
|
Mehrkostenregelung
|
In die Mehrkostenregelung (§ 87a SGB V) werden die Mehrkosten des Zahnersatzes gemäß § 55 Abs. 4 mit einbezogen, also Mehrkosten für gleichartigen Zahnersatz, der über die Regelversorgung nach § 56 Abs. 2 hinausgeht. Als Definition von "gleichartigem Zahnersatz" sieht der Entwurfstext vor, dass dieser "die Regelversorgung umfasst, jedoch zusätzliche Versorgungselemente aufweist". Die GOZ gilt demnach nur für die zahnärztlichen Leistungen, die nicht nach § 56 Abs. 2 Satz 10 aufgelistet sind. Wie allerdings Zahnersatz berechnet werden soll, der nicht gleichartig in diesem Sinne ist, geht aus der Vorlage nicht hervor.
|
Meistermodell
Es ist der Ausguss einer Abformung, der mit Superhartgips hergestellt wird und als Arbeitsmodell dient. Die einzelnen zahntechnischen Werkstücke werden auf diesen Modellen gefertigt.
|
Melanodontie
Stark haftender Zahnbelag, der grün-bräunlich ist, wird von Bakterien verursacht und legt sich um den Zahnfleischrand. Meist haben Kinder und Jugendliche Probleme mit dieser Art von Belag. Melanodontie ist allerdings im Vergleich zu Plaque harmlos und kann vom Zahnarzt durch polieren oder dem Pulverstrahlverfahren leicht entfernt werden.
|
merkuroskopische Expansion
Hierbei handelt es sich um eine ausgedehnte Amalgamfüllung mit einer Gamma-2-Phase. Dabei wird aus der HgSN-Komponente durch Korrision Quecksilber freigesetzt. Dieses Quecksilber reagiert mit den Resten der Gamma-Phase unter Expansion. Die Füllung dehnt sich über den Kavitätenrand aus, so dass die Ränder dann unter Kaudruck brechen können.
|
mesial
Richtungs- und Ortsbezeichnung; zur Kiefermitte, auch nach vorne hin; auch im Zahnbogen nach vorn liegend.
|
Mesialbiss
|
Auch als Mesiookklusion bezeichnet; bei diesem Vorbiss liegen die Kiefergelenkköpfchen hinten-oben. Daher liegen die ersten Querfissuren der unteren ersten Molaren mesial der mesiobukkalen Höcker der oberen ersten Molaren. Die Spitzen der unteren Eckzähne befinden sich mesial von der Papille zwischen dem seitlichen Schneidezahn und dem Eckzahn des Oberkiefers. Dieser Mesialbiss ist häufig mit einer verkehrten Überbissstufe im Frontzahnbreich verbunden.
|
Mesialdrift
Es handelt sich um eine horizontale Wanderung der Zähne in mesiale Richtung. Diese Wanderung ist bei geschlossener Zahnreihe duch die interstitielle Attrition (Schmelzverlust durch 2-Körper-Abrieb) möglich. Dieser Mesialdrift trägt zur Ausbildung eines tertiären Engstandes bei.
|
Mesiodens
|
Bei einem oder mehreren Zähnen zuviel im Kiefer, spricht man von Mesiodens. Am häufigsten tritt dieses im Bereich der Frontzähne auf und diese zusätzlichen Zähne weisen eine untypische Form auf. Der Grund für die vermehrte Zahnproduktion ist noch nicht geklärt worden. Stört einer dieser Zähne die regulären Zähne, muss dieser entfernt werden. Dies geschieht nicht schmerzfrei, denn die Wurzel ist im Gegensatz zum Zahn selbst komplett ausgebildet.
|
Mesiodistaler und bukkolingualer Zahndurchmesser
|
Der mesiodistale Zahndurchmesser zeigt Größe und Durchmesser eines Zahnes an, gemessen von seiner mesialen (der zur Zahnbogenmitte zugewandten) bis zur distalen (der Zahnbogenmitte abgewandten) Fläche.
Der bukkolinguale Zahndurchmesser zeigt Größe und Durchmesser eines Zahnes an, gemessen von seiner bukkalen (wangenzugewandten) bis zur lingualen (zungenzugewandten Fläche).
|
mesiookklusal
Lagebezeichnung für Kavitäten und Füllungen, die sowohl die Mesialfläche als auch die Kauflächenanteile eines Zahnes einschließen.
|
Metallbasis
Metallgerüst, Metallplatte; es handelt sich um die Basisfläche einer Prothese bestehend aus Metall, die der Mundschleimhaut zugewandt ist. Bei der prothetischen Versorgung eines teilbezahnten Kiefers ist die Metallbasis eine Regelleistung, während diese Art der Versorgung in der Totalprothetik eher selten vorgenommern wird.
|
Metallgerüst
Dieses Gerüst erhöht die Festigkeit von Zahnersatz als metallisches Skelett von Teilprothesen oder Brücken. Bei einer Brücke wird das Metallgerüst mit Kunststoff oder Keramik zahnfarben verkleidet. Während es bei der Teilprothese durch Keramik- oder Kunststoffzähne sowie mit Sätteln aus Kunststoff zu einer funktionstüchtigen Prothese ergänzt wird.
|
Metallkaufläche
Hier sind die Kauflächen künstlicher Kronen oder die Brückenzwischenglieder aus Metall. Vorteil dieser Kauflächen ist das bessere Abrasionsverhalten, während die Ästhetik eher nachteilig ist.
|
Metallkeramik
Material, welches in einem speziellen Verfahren hergestellt und für Verblendungen von Metallkronen oder Brücken benutzt wird.
|
Metallkrone
|
Überkronung eines schwer beschädigten Zahnes mit Hilfe einer Metallkrone, dessen Wurzel allerdings noch intakt ist. Diese Methode ist leicht durchzuführen, kostengünstig und zudem eine sehr stabile Überkronung. Die Metallkrone wird aus ästhetischen Gründen meist im Backezahnbereich verwendet.
|
Milchsäure
Auch 2-Hydroxypropansäure genannt, ist das Abbauprodukt von Zucker, die so genannte Glykolyse. Die Milchsäure begünstigt das Entstehen von Karies.
|
Milchzahndurchbruch
|
Beschreibt das Erscheinen der Milchzähne in der Mundhöhle. Die Milchzähne treten meist ab dem 6. Lebensmonat im Unterkiefer- dann im Oberkiefer auf und als erstes brechen die Schneidezähne durch. Von einem verzögerten Durchbruch spricht man, wenn der Zahndurchbruch nach dem 1. Lebensjahr beginnt und erst mit 2 1/2 Jahren endet.
|
Milchzahnerhaltung
Aus kieferorthopädischer Sicht ist es wichtig die Milchzähne so lange wie möglich zu erhalten. Sie sollten im Kiefer bleiben bis der Durchbruch des Nachfolgers gesichert ist. Es gibt vier Ausnahmen in denen eine Extraktion unumgänglich ist: 1. Reihenextraktion; 2. Milchzahnpersistenz mit Durchbruchsbehinderung; 3. Aplasie bleibender Zähne und 4. deutliche Infraokklusion von Milchmolaren.
|
Milchzahnkaries
Die Karies im Milchzahngebiss läuft prinzipiell gleich ab wie bei den bleibenden Zähnen. Allerdings erreicht die Milchzahnkaries schneller das Pulpavakuum, da der Abstand zwischen der approximalen Schmelz-Zement-Grenze und der Pulpa sehr gering ist.
|
Milchzahnkrone
|
Es handelt sich um eine Krone für stark zerstörte Milchzähne, welche nicht durch plastische Füllungen wiederhergestellt werden können. Konfektionierte Stahlkronen werden im Seitenzahnbereich eingesetzt, während man Kunststoffkronen im Frontzahnbereich verwendet.
|
Milchzahnpersistenz
Persistenz bezeichnet den lang andauernden Verbleib einer Sache an gleicher Stelle; Milchzahnpersistenz (engl. decidous tooth persistence) meint somit das Verbleiben eines Milchzahnes an seiner ursprünglichen Stelle über viele Jahre oder gar Jahrzehnte hinweg bei einer stark verzögerten Wurzelresorption.
Die häufigste Ursache ist das Fehlen oder die örtliche Verlagerung des an dieser Stelle erwarteten bleibenden Zahnes, was den Auflösungsprozess (Resorption) der Milchzahnwurzel stark einschränkt. Seltenere Ursachen sind Zahnüberzahl, durch die sich die durchbrechenden bleibenden Zähne gegenseitig behindern (z .B. Mesiodens) und allgemeine Missbildungen (z. B. Dysostosis cleido-cranialis).
Zur Behandlung können keine allgemeingültigen Aussagen getroffen werden: Ob der Milchzahn über lange Zeit erhalten werden kann (evtl. sogar durch Überkronung) oder rasch entfernt werden sollte, obliegt der Einzelfallentscheidung, da die individuelle Resorption der Wurzel sehr verschieden ist.
|
Milchzahntrauma
Bei Stürzen kann es zu traumatischen Verletzungen der Milchzähne kommen. Meist sind die Frontzähne betroffen, es kann zu Zahnfrakturen, Zahnluxationen oder Zahnintrusionen kommen. Es ist ebenso möglich, dass es zu Spätfolgen beim Nachfolger kommen kann, wie z.B. ein Abknicken von Wurzel oder Krone oder aber ein verzögerter Zahndurchbruch.
|
Milchzahnverlust, vorzeitiger
|
Ein vorzeitiger Milchzahnverlust ist häufig die Folge von unversorgter Karies oder Traumen. Dieser Verlust zieht einige Folgen mit sich: 1. Verlust der sagittalen Abstützung mit Wanderung der Nachbarzähne, 2. Platzmangel für den Nachfolger, 3. Engstand und 4. Retention. Der Verlust der Abstützung führt zudem noch dazu, dass es zu einer verminderten Bisshöhe, Elongation von Zähnen ohne Antagonisten und einer Zwangsführung kommt.
|
Milchzähne
Erste Bezahnung aus insgesamt 20 Zähnen, deren Durchbruch im 6.-7. Lebensmonat beginnt; Milchzähne werden zwischen dem 6. und 12. Lebensjahr durch bleibende Zähne ersetzt und ergänzt. Sie dienen bis zu diesem Zeitpunkt als Platzhalter für die bleibenden Zähne und sollten deshalb möglichst solange intakt bleiben, bis sie durch die bleibenden Zähne ersetzt werden.
|
Mineralisation
Die Zahnhartsubstanz entsteht durch die Einlagerung von Mineralstoffen in den Zahn. In der 14. Schwangerschaftswoche fängt der Aushärtungsprozess des Dentins und des Zahnschmelzes bereits an.
|
Miniaturbohrer
|
Es handelt sich um einen Bohrer, der einen verkürzten Schaft für einen Miniaturkopf zum Winkelstück besitzt. Diese Bohrer werden benutzt bei der Milchzahnpräparation oder bei behinderter Mundöffnung.
|
Minikavität
|
Verfahren zur Präparation von approximalen Defekten an den (Prä-)Molaren für adhäsiv verankerte Füllungen. Bei der Eröffnung von okklusal werden die Fissuren nicht erfasst und die Extension nach bukkal und lingual bleibt gering. Mit einseitig diamantierten, oszillierenden Feilen werden die unmittelbaren Kontakte zum Nachbarzahn abgeschrägt.
|
Miniplastschiene
Aufbissbehelf; besonders dünne Form einer Aufbissschiene. Die Schiene besteht aus dem Material einer glasklaren oder auch transparenten Tiefziehfolie, die vom Zahntechniker hergestellt wird. Kann für den Ober- und Unterkiefer benutzt werden und wird meist nicht eingeschliffen, dadurch werden Verspannungen und Verhaltensmuster ausgeblendet.
|
Mittellinienverschiebung
Bezeichnung entweder für eine Nichtübereinstimmung der Mitte der Frontzähne und der Kiefermitten des Ober- und/oder Unterkiefers (= dentoalveoläre Mittellinienverschiebung) oder einer Abweichung der beiden Kiefermitten des Ober- und Unterkiefer (= mandibuläre Mittellinienverschiebung).
|
Mittelwert-Artikulator
|
Ist ein Artikulator, dessen mechanische Führungsgrößen auf epidemiologisch erhobene Durchschnittswerte eingestellt sind.
|
Modell
Positivform eines Kiefers oder von Zähnen aus einer Abformung. Auf dem Modell werden Zahnersatz oder kieferorthopädische Geräte hergestellt. Meist wird die Abformung dazu mit Gips ausgegossen.
|
Modellanalyse
Es handelt sich um eine metrische Analyse des kieferorthopädischen Untersuchungsmodells in den drei Raumebenen. Bei dieser Analyse sollen die exakte Beschreibung der festgestellten Dysgnathie und die Erstellung konkreter Vorgaben für die Therapie aufgestellt werden. Das Hauptaugenmerk bei dieser Untersuchung liegt auf der Platzanalyse auf der Basis von Zahnbreitenvermessung und Zahnbogenlängenbestimmung.
|
Modellgussprothese
|
Es handelt sich um eine Zahnprothese aus Metall, die in einem Stück gegossen und an den Zähnen mit Klammern befestigt wird. Diese Prothese ist abnehmbar und stützt sich parodontal ab.
|
Modellieren
Methode bei der Zahnersatz aus leicht formbaren Materialien hergestellt wird. Diese Formvorlagen dienen dann der definitiven Fertigung des Zahnersatzes aus Keramik, Kunststoff oder Metall.
|
Modellstumpf
Es ist ein Teil des Zahnkranzes mit einem Stumpf eines vom Zahnarzt präparierten Zahnes. Der Zahntechniker stellt Modellstümpfe her, um damit dann z.B. Kronen zu modellieren. Ein erster Arbeitsschritt ist das Auftragen von unterschiedlich gefärbten Speziallacken. Diese dienen zum einen als Schutz der Stumpfoberfläche und zum anderen als Platzhalter für den Befestigungszement.
|
Molaren
Hintere Backenzähne; lat. Bezeichnung für die Mahlzähne des menschlichen Ober- und Unterkiefers. Die Molaren tauchen erst im bleibenden Gebiss auf und haben somit keine Milchzahnvorläufer. Im Unterkiefer besitzen die Molaren zwei Wurzeln und im Oberkiefer sind es dreiwurzelige Zähne.
|
Molarendistalisation
|
Mit Hilfe von kieferorthopädischen Geräten werden Distalbewegungen der Molaren erreicht. Grund hierfür ist eine Platzbeschaffung bei Vorliegen eines Engstandes, indem der Zahnbogen in der sagittalen Ebene verlängert wird. Geräte für diese Behandlung sind der: Headgear im Oberkiefer, Platten mit Distalschrauben, Lipbumper im Unterkiefer und Druckfedern.
|
Mortalamputation
|
Gelegentlich angewandte chemische Abtötung ( Devitalisation) und spätere (in einer Folgesitzung) Entfernung des Kronenteils einer Pulpa.
|
Mukoperiostlappen
Dieser intraorale Gewebelappen besteht aus der Mundschleimhaut (Mukosa) und der darunter befindlichen Knochenhaut (Periost). Dieses Verfahren wird für alle Aufklappungen genutzt und im Gegensatz zum Spaltlappen verbleibt das Periost auf dem Knochen. Mit Hilfe einer geeigneten Schnittführung, aber auch als freies Transplantat, kann dieser Gewebelappen zur plastischen Deckung im Parodontalbereich, bei Kiefer-Gaumenspalten, bei einer Mund-Antrum-Verbindung oder bei enossalen Implantaten genutzt werden.
|
Mukositis
|
Schleimhautentzündung; im Bereich des Mundinneren unterscheidet man zwei Arten der Schleimhautentzündung: die radiogene Mukositis – eine entzündliche Schleimhautreaktion bei Strahlentherapie – und die Entzündung der periimplantären Mukosa mit Rötung, Schwellung, Exsudation und Taschenbildung.
|
Mundbodenkarzinom
Es handelt sich um eine Krebsgeschwulst im Mundboden. Diese Karzinome, die häufig von der Mundschleimhaut ausgehen, wachsen vom Alveolarfortsatz oder der Zunge bis in den Mundboden hinein. Ursachen für ein Mundbodenkarzinom können Nikotin- und häufiger Alkoholgenuss sein, sowie eine mangelnde Mundpflege (Kariesbefall, Parodontalschäden). Zudem können Präkanzerosen (Leukoplakie) ein Mundbodenkarzinom hervorrufen. Die Diagnose für ein solches Karzinom wird oft sehr spät gestellt und es kommt zu einer frühzeitigen Metastasierung in den regionären Lymphknoten. Die Therapie sieht eine radikale Tumorentfernung vor, wobei hierbei häufig eine Sektion des Unterkiefers und eine radikale Ausräumung der betroffenen Lymphknoten des Halses vorgenommen wird. Der bei dieser Therapie entstandene Defekt wird sofort oder später mit Transplantaten wiederhergestellt. Bei dieser Erkrankung steht die Überlebenschance bei 40%.
|
Mundbodenplastik
|
Operative Tieferlegung des Mundbodens zur Herstellung eines günstigeren Lagers für Vollprothesen, meist in Verbindung mit einer Mundvorhofplastik.
|
Mundhygiene
Zunächst gehören hierzu alle Maßnahmen, die der Gesunderhaltung der Mundhöhle dienen, vor allem die Belagentfernung ist hierbei sehr wichtig. Es gibt zum einen Maßnahmen, die nur der Zahnarzt oder dafür ausgebildetes Fachpersonal machen können (z.B. professionelle Zahnreinigung, Erstellung von Indizes etc.) und zum anderen kann der Patient auch selbst Mundhygienemaßnahmen (z.B. Zähneputzen, Zahnseide etc.) ergreifen. Die Mundhygiene ist gerade im Bereich der Parodontalprophylaxe, sowie der Kariesprophylaxe sehr wichtig.
|
Mundschleimhaut
Auch Mukosa genannt; die Mundschleimhaut kleidet die gesamte Mundhöhle (von den Lippen bis zu den Gaumenbögen) aus. Eine intakte Mundschleimhaut ist ein Garant für die orale Gesundheit.
|
Mundspülung
Die Keimzahl im Mund kann durch desinfizierende Mundspüllösungen wie Chlorhexidin-, Aminofluorid- oder Zinnfluoridlösungen erreicht werden.
|
Mundtrockenheit
Ein Mangel an Speichelfluss (durch Krankheit oder Medikamente herbeigeführt) führt zu einer verminderten Mineralisation der Zahnhartsubstanz. Bei diesen Patienten ist das Kariesrisiko, bei entsprechender Ernährung, erhöht. Eine prophylaktische Betreuung durch den Zahnarzt kann dieses Risiko minimieren.
|
Mundvorhofplatte
Auch kurz MVP genannt; es handelt sich um ein funktionskieferorthopädisches Gerät, welches den Schneidezähnen vestibulär als eine Art Kunststoffschild anliegt. Zusätzlich besitzt diese Platte einen frontalen Ring. Die Lippen müssen kraftvoll geschlossen werden, damit die Platte im Mund verbleibt. Die Mundvorhofplatte soll therapeutische Effekte erzielen und Lippenhabits, wie das Lippensaugen werden unmöglich gemacht. Auch bei einer Umstellung von Mund- auf Nasenatmung kann dieses Gerät hilfreich sein.
|
Myoarthropathien
|
Oberbegriff für eine Vielzahl von komplexen (meist schmerzhaften) Krankheitsbildern (Syndromen) mit besonderem Bezug zu Muskeln und Gelenken
|
Sie vermissen einen Begriff?
Schicken Sie uns eine E-Mail an zahnlexikon@spitta.de und wir ergänzen das Spitta-Zahnlexikon umgehend.
|