Zahnlexikon

sagittal

Ausdehnung des Kiefers in Längsrichtung.

Sagittale Frontzahnstufe

Diese ist definiert als der Abstand zwischen den labialen Flächen der oberen und der unteren Schneidezähne. Der Abstand wird parallel zur Okklusionsebene gemessen. Weisen die Schneidzähne eine ungleiche Stellung auf, dann wird immer von dem am weitesten labial stehenden Schneidezahn gemessen. Im Normalfall beträgt der Abstand 2-3 mm. Höhere Werte werden als vergrößerte sagittale Frontzahnstufe und Werte darunter als negative Frontzahnstufe bezeichnet.

Saliva

Speichel; enthält unter anderem Mineralien, Enzyme, Eiweiße und Glykoproteine. Der Speichel, mit seinem neutralen pH-Wert, dient der Remineralisation des Zahnschmelzes, sowie der Neutralisation vorhandener Säuren und der Mundspülung.

Schaltprothese

Herausnehmbare Teilprothese, die die benachbarten Zähne der Lücke als Verankerung/Stütze nutzt. Diese Prothese schaltet den Zahnersatz in das bestehende Gebiss ein, wird also dazwischen geschaltet.

Schienung

Chirurgische Behandlung u. a. bei Kieferbrüchen, zur Fixierung gelockerter Zähne, zur Stabilisierung einzelner Zähne über dem Wurzelkanal und zur Verteilung der Kaukraft auf mehrere Zähne. Es gibt feste und abnehmbare Schienen, manchmal werden auch anschraubbare Metallplatten eingesetzt.

Schleimhaut

Mukosa, schleimabsondernde, innere Auskleidung von (Hohl-)Organen, z.B. der Mundhöhle.

Schleimhauttransplantat

Gingivatransplantat

Schleimhauttransplantation

(mikro-)chirurgisches Verfahren in der Parodontologie zur Bedeckung frei liegender Zahnwurzelabschnitte; dient der Bedeckung freiliegender Zahnwurzelabschnitte (Zahnhälse), wobei aus der Gaumen- oder Wangenschleimhaut ein dünnes Transplantat (< 1mm) mit einem speziellen Schleimhauthobel entnommen und der Defekt damit abgedeckt wird.

Schlotterkamm

Als Schlotterkamm bezeichnet man den infolge von ungünstiger Belastung (z.B. nicht exakt anliegenden Vollprothesen) entstandenen Überschuss des weichgewebigen Kieferkamms, der eine verschiebliche, 'schlotternde' Form annimmt. Auch wenn eine Anpassung der Prothese erfolgt, kann dieses Krankheitsbild, außer durch eine OP, nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Schmelz

Härteste Substanz des menschlichen Körpers, bezeichnet den emailleartigen und widerstandsfähigen Überzug des Dentins im Kronenteil des Zahns; bestimmt die äußere Form der Zahnkrone. Die große Härte ist bedingt durch den hohen Anteil an anorganischen Bestandteilen. Obgleich er keinen Stoffwechsel besitzt, können in ihm biochemische Reaktionen ablaufen (Fluorzusätze zur Kariesprophylaxe).

Schnarcherschiene

Mit Hilfe von Aufbissschienen, für den Ober- und Unterkiefer, kann das Schnarchen behoben werden. Die Schiene verlagert Kiefer, weichen Gaumen und Zunge etwas nach vorn und dadurch können sich die Atemwege nicht verschließen. Dieses Verfahren hilft nicht bei jedem Patienten, führt aber bei einigen zu einer Abnahme der Atemnot.

Schneidekante

Inzisalkante; sie dient zum zum Abtrennen ("Abbeißen") von Nahrung und kann im jugendlichen Alter durch zwei Einschnitte unterteilt sein, welche durch Gebrauch (Abrasion) zu einer glatten Schneide eingeebnet werden.

Schraubenaufbau

Wiederherstellung eines Zahnes durch Verankerung von Füllungen oder Kronenaufbauten mit einer Schraube.

Schröder’sche Lüftung

Bestimmte (wenig gebräuchliche) Methode der Knochentrepanation zur Öffnung einer akuten apikalen Parodontitis.

Schubverteilungsarm

Schubverteiler, "Kippermeiderfunktion"; Konstruktions(hilfs-)mittel bei komplizierten Verbindungselementen, besonders dann, wenn diese Elemente große rotatorische Freiheitsgrade aufweisen (z.B. Ceka-Anker). Dieser Schubverteilungsarm überträgt die vertikalen und horizontalen Schubkräfte der Zahnprothesen auf das komplette feste Gebiss. Den sagittalen und transversalen Kräften arbeitet der Schubverteiler entgegen.

Schulterkrone

Auch Stufenkrone genannt; Künstliche Krone, für die zervikal eine sichtbare Stufe präpariert wurde, auch Hohlkehlpräparation.

Seitenzähne

Zusammenfassende Bezeichnung für Prämolaren und Molaren.

Sensibilitätsprüfung

Vitalitätsprüfung; Überprüfung der Zahnpulpa ("Nerv") auf ihre Vitalität (Leben) als wichtiges Kriterium bei der Überprüfung eines Zahnes und bei ausführlichen Untersuchungen.

Sequester

Abgestorbener (nekrotischer) und aus dem Gewebsverband gelöster Gewebsanteil (meist Knochengewebe): Die Gewebsnekrose ist häufig entzündungsbedingt, das Sequester weist stets eine deutliche Demarkierung auf und ist von neu gebildetem Knochengewebe, der sogenannten Totenlade, umgeben.

Sequestrotomie

Operative Entfernung eines abgestorbenen (nekrotischen) Gewebsanteils (Sequesters), meist des Knochengewebes.

Sinuslift

Augmentation des Kieferhöhlenbodens; Schlagwortbezeichnung für eine Augmentationsmethode im unmittelbaren Bereich unterhalb der Kieferhöhle bei einem zurückgebildeten (atrophischen) Oberkiefer.

Situationsmodell

Auf Grund eines Abdrucks des (anatomischen) Kiefers hergestelltes Modell zu Dokumentations-, Planungs- und Studienzwecken und zur Herstellung eines individuellen Abdrucklöffels.

Sofortimplantation

Sofortimplantat; Einsetzen eines Implantats unmittelbar im Anschluss eines entfernten (eigenen) Zahnes in die noch frische Extraktionswunde (Alveole); Haupteinsatzgebiet ist der (unfallbedingte) Verlust von Frontzähnen.

Spanngummi

Veraltete Bezeichnung für Kofferdam.

Steg

Die Stege dienen zur Abstützung und Befestigung herausnehmbaren Prothesen bei gleichzeitiger Stabilisierung des restlichen Gebisses. Man unterscheidet Steggelenke (runder und ovaler Querschnitt) und Steggeschiebe (parallelwandiger Steg).

Stiftaufbau

Ein kariös zerstörter Zahn, bei dem eine Behandlung des Wurzelkanals notwendig ist, verliert häufig sehr viel der Zahnhartsubstanz. Die Kräfte, die auf den lädierten Zahn wirken, können zu Frakturen führen. Aufgrund der fehlenden Zahnsubstanz wird ein, mit einem Wurzelstift verankerter, künstlicher Zahnstumpf (gegossen oder aus plastischem Füllungsmaterial hergestellt) zur Befestigung der Krone eingesetzt.

Stiftkrone

Krone, die durch einen Stift mit oder ohne Stiftaufbau im Wurzelkanal des Zahnes verankert ist. Wird bei marktoten Zähnen, bei denen auch die natürlichen Zahnkronen weitgehend zerstört sind, verwendet (Richmond-Krone, Logan-Krone, Stufenstiftkrone).

Streptokokken

Auch Kettenkokken; es sind Eiterbakterien und gehören zu den grampositiven Bakterien. Sie teilen sich in eine Richtung des Raumes und bilden dabei perlenschnurförmige Ketten.

Stumpf

Zum einen dient der präparierte Zahnstumpf der Aufnahme einer Krone und zum anderenwird das Stumpfmodell des präparierten Zahnes für die Herstellung einer Gussfüllung oder Krone verwendet. Dieses ist bei Sägeschnittmodellen aus dem Arbeitsmodell herausnehmbar.

Stützstiftregistrat

Auch als SSR abgekürzt; mit diesem Stützstiftregistrat kann man das genaue Aufeinandertreffen von Unter- und Oberkiefer beim zahnlosen Patienten feststellen. Bei dieser Aufzeichnung des gotischen Bogens wird der Stützstift intraoral in zentraler Position (Mitte des Oberkiefers) an einer Platte im Ober- und Unterkiefer fixiert. Diese Platte dient dem Zahntechniker im Labor für die Herstellung des Zahnersatzes, da hiermit besonders gut die Relation zwischen den beiden Kiefern bestimmt werden kann.


Bildquelle: KaVo Dental GmbH

Sublingualbügel

Unterzungenbügel; dient als Verbindungselement zwischen zwei Prothesenteilen. Der Bügel verläuft unterhalb der Zunge und zieht sich im Frontzahnbereich des Unterkiefers entlang, zwischen Zahnfleischsaum und Mundboden.

Suprakonstruktion

Implantologischer Begriff für "Das, was auf das Implantat aufgesetzt wird". Es handelt sich also um eine Art Zahnkronenaufbau. Bei zahnlosen Kiefern oder stark reduziertem festen Zahnbestand muss man eine Kombination aus festsitzenden und herausnehmbaren Suprakonstruktionen machen.

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