Zahnlexikon

Labialbogen

Ein Drahtbogen an den Frontzähnen, der entweder anliegend oder nicht anliegend ist und zu kieferorthopädischen Plattengeräten dazu gehört. Die Funktionen dieses Bogens sind eine aktive Bewegung der Inzisiven in palatinal-lingualer Richtung, zum Abhalten der Lippen, sowie als Halteelement. Der Bogen besteht aus einem inzisalen Teil, U-Schlaufen (können in verschiedenen Formen modifiziert werden) und einem Überführungs- und Retentionsteil.

Labor

Einrichtung zur Anfertigung von Zahnersatz durch speziell ausgebildete Zahntechniker. Die Zahntechniker verarbeiten die Abdrücke aus der zahnärztlichen Praxis und fertigen darauf den Zahnersatz an. Die Anfertigung erfolgt ausschließlich auf Weisung. des Zahnarztes. Ca. 20 % des Zahnersatzes werden in Praxislabors angefertigt, welche direkt einer Zahnarztpraxis angeschlossen sind

laborgefertigt

Bezeichnet alle Werkstücke, die nicht im Mund erhärten, sondern in einem Dentallabor angefertigt werden.

Lacke

Es handelt sich um flüssige Substanzen, die sich nach dem Auftragen auf den Oberflächen zu einer haftenden Deckschicht verfestigen. Im Dentalbereich werden diese Lacke als Haftvermittler, als Distanz-, Kavitäten- oder Schutzlacke verwendet.

Lactobacillus acidophilus

Kariesbakterium, das eine weniger starke Säure bildet als andere Kariesbakterien, dennoch aber der zweithäufigste Kariesauslöser ist.

Landeszahnärztekammer

Dies ist eine öffentlich-rechtliche Körperschaft, die die Standesaufsicht ausübt. Diese Kammer erteilt die Anerkennung für die Gebietsbezeichnung Kieferorthopädie oder Oralchirurgie. Ebenfalls betreibt sie Fortbildungen und beteiligt sich an Versorgungseinrichtungen.

Langzeitprovisorium

Provisorische Versorgung von zahnärztlichen (Teil-)Behandlungen bis zu dem Zeitpunkt (Wochen bis zu einem Jahr), wo nach medizinischen Erkenntnissen eine endgültige Versorgung des Zahnes oder der Zahnlücke erfolgen kann.

Lappenoperation

Chirurgische Technik im Rahmen einer Parodontalbehandlung. Erkranktes Zahnfleisch wird zur Behandlung der Zahnfleischerkrankung vom Kieferknochen gelöst und gereinigt und später wieder an die ursprüngliche Stelle angenäht.

Laser

Gerät (in der Medizin) zur Erzeugung eines dicht gebündelten, kalten Lichtstrahls schwacher Energie, der im bestrahlten Gewebe antientzündlich und schmerzlindernd wirkt.

Laseranwendung

Laser werden angewendet bei der: 1. Präparation von Schmelz und Dentin, 2. Laserchirurgie, 3. Wurzelkanalaufbereitung (Keimreduktion) und 4. Kariesvorbeugung.

lateral

Richtungsangabe; seitlich, seitwärts gelegen; die von der Körpermitte nach außen weist.

Legierung

Komposition aus versch. Metallen: Vereinigung eines Grundmetalls mit einem oder mehreren chem. Elementen zur Verbesserung bzw. zur Erzielung neuer Eigenschaften des Grundmetalls.

Leistungen

Konservierend-chirurgische Untersuchungen, Zahnfleischbehandlungen, Füllungen, Wurzelbehandlungen, Zahnentfernungen, Kieferoperationen usw. werden als Sachleistungen erstattet und direkt über die Chipkarte der Versicherten mit der Kassenzahnärztlichen Vereinigung verrechnet. Der Patient zahlt bei diesen Leistungen nichts dazu.

Leitungsanästhesie

Örtliche Betäubung, bei welchem nicht der Nerv an der Eintrittsstelle in die Zahnwurzel sondern schon vorher - bevor er in den Knochen eintritt - betäubt wird.

Leukoplakie

Diese Bezeichnung ist ein Überbegriff für eine weißliche Läsion der Schleimhäute, die nicht weggewischt werden kann. Diese Läsionen werden als Präkanzerosen bezeichnet, treten meist bei Männern über 50 Jahren auf und haben eine unklare Genese.

LFC-Keramik

Hydrothermale, niedrig schmelzende Dentalkeramiken (low fusing ceramics). Die Verarbeitungstemperatur ist bei diesen Keramiken stark herabgesetzt, dieses ist von Vorteil bei der Wahl der Legierungen. Die sehr feine Struktur der Keramiken erhöht die Bruchsicherheit und verbessert die Transparenz, Fluoreszenz und die Opaleszenz der Keramikfarbe. Weitere gute Eigenschaften sind die reduzierte Plaqueanhaftung, der an den Zahnschmelz angenäherte Härtegrad, das natürliche Abrasionsverhalten und die Hydrolysebeständigkeit.

Lichtpolymerisation

Bei der Polymerisation wird Licht mit einer Wellemlänge von 400-900 nm (kurzwellig sichtbarer Bereich) verwendet. Dabei werden die Radikale durch Photoinitiatoren umgewandelt. Bei der Polymerisation ist eine hohe Lichtintensität notwendig, so dass lichtpolymerisierende Werkstoffe praktisch unbefristet verarbeitbar bleiben. Voraussetzung hierfür ist, dass es zu keiner stärkeren Bestrahlung mit der spezifischen Wellenlänge kommt. Komposite und Verblendstoffe werden meist mit Licht polymerisiert. Bei Füllungskunststoffen wird die Polymerisation genutzt, um die Füllungen in den Kavitäten zu erhärten. Es findet eine Temperaturerhöhung statt und die zu polymerisierende Schicht, darf nicht stärker als 2 mm sein.

Ligatur(a), kieferorthopädisch

Es handelt sich um einen dünnen Draht oder einen elastischen Ring, der über die Bracketflügel gespannt wird. Auf diese Weise wird der Draht in den Bracketschlitz gedrückt bzw. dort fixiert.

Lingua

Auch Zunge genannt; es ist ein mit schleimhautbedeckter, sehr beweglicher Muskelkörper, der bei geschlossenem Mund fast die gesamte Mundhöhle ausfüllt. Im Bereich der Wurzel befinden sich bei diesem wichtigen Saug-, Empfindungs-, Kau-, Sprach- und Geschmacksorgan die lymphatischen Folliculi.

lingual

Lagebezeichnung; zur Zunge hin, die Zunge betreffend.

Lingualbrackets

Kfo; diese speziellen Brackets werden an der Zahninnenseite befestigt und ermöglichen somit eine gute Ästhetik. Nachteil dieser Methode ist die veränderte Phonetik und der beeinträchtigte Biss. Diese Technik übt ihre Kraft, im Gegensatz zu anderen Backetmethoden, an der Innenseite der Zähne aus. Die Krankenkassen übernehmen nicht die gesamten Kosten für Lingualbrackets.

Lingualfläche

Bezeichnet die Zahnfläche, die der Zunge im Unterkiefer zugewandt ist.

Lingualschiene

Bei einer Unterkieferfraktur wird diese Kunststoffschiene auf der lingualen Seite eingesetzt und mit Ligaturen an den Zähnen festgemacht. Mit Hilfe dieses Verfahrens können die einzelnen Fragmente der Fraktur ruhiggestellt werden.

Lingualschloss

Es handelt sich um ein kieferorthopädisches Befestigungselement, dass der Aufnahme des Lingualbogens dient.

Lingualstand

Es handelt sich hierbei um eine Anomalie der Zahnstellung. In diesem Fall steht ein Zahn im Vergleich zum Regelfall körperlich weiter lingual, also mehr zur Zunge geneigt.

Linguotomie

Verfahren zur Verkleinerung einer übergroßen Zunge bei Vorliegen einer Makroglossie oder einer Überaktivierung der Zunge bei gleichzeitiger Dysgnathie. Eine Operation wird bei einer Dysgnathie, die mit Makroglossie einhergeht, heute nicht mehr in allen Fällen durchgeführt. Bei einer tumorbedingten Vergrößerung der Zunge hingegen wird eine Linguotomie durchgeführt, da es neben der Tumorresektion auch zu einer Verbesserung des Sprachs- und Essverhaltens führt.

Lippen-Kiefer-Gaumenspalte

Auch als LKG-Spalte bezeichnet; es ist eine angeborene, dysgenetische Spaltbildung im Mittelgesichtsbereich. Liegt eine vollständig beidseitige LKG-Spalte vor, so verläuft die Spaltung von der Oberlippe und dem Naseneingang über den Alveolarfortsatz des Oberkiefers bis zur Gaumenmitte. Der isolierte Zwischenkiefer hat kranial nur über den Nasensteg und den Vomer eine Verbindung zur Schädelbasis. Diese Fehlbildung wurde früher meist als "Wolfsrachen" bezeichnet, da man von unten in beide Nasengänge, die Nasenmuscheln, den Nasenrachen und das freiliegende Nasenseptum blicken kann. Die LKG-Spalte wird operativ behandelt in altersabhängigen Etappen: 1. Lippenspaltplastik (3.-6. Lebensmonat), 2. Kieferspaltplastik, 3. Gaumenspaltplastik ( 1. Lebensjahr) und 4. Vestibulumplastik (mitunter vor der Lippenspaltplastik).

Lippenbändchen

Erstrecken sich von der Lippeninnenseite zum Alveolarfortsatz hin, können bei kieferchirurgischen Indikationen verschoben oder verkleinert werden. Das obere Bändchen ist meist stärker ausgeprägt als das untere Lippenbändchen. Die Frontzähne können durch ein weit oben sitzendes Lippenbändchen auseinander geschoben werden, diese führt bei Erwachsenen in der Regel zu einem dauerhaften Diastema (Zahnzwischenraum). Der feste Sitz einer Vollprothese kann durch das Bändchen vermindert werden, da der Saugeffekt negativ beeinflusst wird.

Locator

Konfektioniertes, neu entwickeltes Verbindungselement in Form eines speziellen Druckknopfes, der zur exakten Einstellung der Haftkraft dient.

Lockerungsgrad

Maß zur Bestimmung der Beweglichkeit eines Zahnes. Das normale Verhältnis zwischen Zahnkrone und Wurzel liegt bei 1:2, bei diesem Grad ist der Zahn fest verankert im Kieferknochen. Der Zahn kann durch verschiedene Gründe an Halt verlieren, man teilt das Verhältnis in drei Lockerungsgrade ein. Beim ersten Grad (L1) ist die Beweglichkeit spürbar, beim Zweiten (L2) ist es spür- und sichtbar und beim dritten Grad ist der Zahn so locker, dass man ihn entfernen sollte.

Lokalanästhesie

örtliche Betäubung; Maßnahmen zur zeitweiligen Ausschaltung der lokalen Schmerzempfindung vor operativen Eingriffen und bei starken Schmerzen

lokale Antibiotikazufuhr

Das Antibiotikum wird unmittelbar in die Entzündung verabreicht und verteilt sich somit nicht im ganzen Körper. In der Zahnmedizin bedeutet dies ein Einbringen in Zahnfleischtaschen oder Wurzeln. Die lokale Antibiotikazufuhr ist nur dann hilfreich, wenn zusätzliche mechanische Maßnahmen durchgeführt werden.

loops

Englische Bezeichnung für Drahtschlaufen; diese gibt es in verschiedenen Formen in kieferorthopädischen Bögen und dienen der Zahnbewegung in der Horizontal- wie auch in der Vertikalebene. Die Methode besteht darin, dass zum einen der Druck durch Drahtverlängerung reduziert wird und zusätzlich liegt ein immanenter Drehmoment vor, das gemeinsam mit der Karft wirkt.

Luftbläser

Es handelt sich um ein Funktionsteil der Mehrfunktionsspritze. Dieser Luftbläser liefert einen Warmluftstrom, der zum Trocknen von Kavitäten und Kronenstümpfen benutzt wird.

Lumineffekt

Dieser Effekt ist dafür verantwortlich, dass sich die Farbwirkung von künstlichen Zähnen beim Wechsel von Tageslicht zu künstlicher Beleuchtung der Veränderung bei natürlichen Zähnen anpasst. Dabei wird die unter UV-Bestrahlung (Tageslicht) auftretende Lumineszenz der natürlichen Zähne durch Zugabe lumineszierender Stoffe (brennfeste Cer-Verbindungen bei Keramikzähnen und Zinksulfid bei Kunststoffzähnen) imitiert.

Lutschen

Saugen, meist am Daumen und den anderen Fingern, aber auch an verschiedenen Gegenständen. Das Lutschen ist eine der häufigsten Ursachen bei Dysgnathien. Bis zum 3. Lebensjahr gilt das Lutschen als physiologisch, sollte dann aber abgeschlossen sein. Wird noch nach dem 6. Lebensjahr geluscht, gilt dies als pathologisch. Das Lutschen übt einen Druck auf die Frontzähne nach labial und auf die Seitenzähne durch das Einsaugen der Wangen aus. Die Zunge wird zudem nach kaudal verlagert. Fazit ist eine Hemmung der Ober- und Unterkieferentwicklung, die Protrusion der Oberkiefer- und die Retrusion der Unterkieferfront, sowie eine mögliche Entwicklung eines offenen Bisses.

Luxation

Verrenkung, Ausrenkung eines Gelenks. In der Zahnmedizin beabsichtigtes Lösen eines Zahnes aus dem Zahnfach. Eine Totalluxation wäre ein unfreiwilliges Lösen z.B. bei einem Unfall.

Lückengebiss

Zum einen ein Gebiss nach Zahnverlusten zum anderen handelt es sich um einen lückigen Zahnstand entstanden durch eine Anomalie. Diese Anomalie entsteht durch die falsche Relation zwischen der zu kleinen Zahnform und dem zu großen Kiefer.

Lückenhalter

Maßnahmen zur Offenhaltung einer entstandenen Zahnlücke durch vorzeitigen Milchzahnverlust, um dem bleibenden Zahn genügend Raum zum Durchbrechen zu lassen.

Lückenhalterplatte

Kommt es zu einem frühzeitigen Milchzahnverlust nimmt die Lückenhalterplatte (herausnehmbare Spange) die Funktion eines Platzhalters ein, damit die bleibenden Zähne ihren Platz im Gebiss nicht verlieren.

Lückenstand

Bezeichnet eine Zahnstellungsanomalie bei der die Zähne lückig stehen. Diese Anomalie entsteht durch im Verhältnis zu den Zahnbreiten zu große Kiefer, durch Habits wie Zungeneinlagerung oder durch das extrahieren überzähliger Zähne.

Läsion

Verletzung, Wunde bzw. Störung der Funktion eines Organs oder Körpergliedes.

Löffel

Es gibt drei Arten von Löffeln: 1. Abformlöffel; 2. paraokklusaler Löffel: ist ein Hilfsmittel, welches an den Zahnreihen angebracht wird, ohne dabei die Okklusion zu beeinträchtigen. Ermöglicht im Rahmen der instrumentellen Funktionsanalyse die Registrierung der Unterkieferbewegungen mit und ohne Beeinflussung durch die Okklusion; 3. scharfer Löffel: ein chirurgisches Instrument, welches eine runde oder ovale Hohlkerbe aufweist und zum Auskratzen (Exkochleation) von Geweben (überwiegend im Knochen) dient.

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