Zahnlexikon

Wachs

Ursprünglich nur das Drüsensekret der Honigbiene. Im weiteren Sinne feste höhere Kohlenwasserstoffe. Sie sind bei Zimmertemperatur feste Substanzen, die aber oft schon bei Körpertemperatur oder nur wenig darüber erweichen (Schmelzpunkt bei ca. 65°C). Für zahnärztliche Zwecke sind Wachskompositionen aus natürlichen und synthetischen Wachsen, z.T. gemischt mit anderen Stoffen und Farbzusätzen, als Modell-, Guss-, Biss- und Klebewachse üblich.

Wachsaufstellung

Provisorische Befestigung von künstlichen Zähne auf Basisplatten mit Wachs.

Wax up

Aus Wachs gefertigtes, zahntechnisches Modell, um den Behandlungsablauf besser zu planen und den Behandlungserfolg abschätzen zu können. Die Methode wird meist bei umfassenden Zahnkorrekturen angewandt.

Wechselgebiss

Bezeichnung für das Gebiss zwischen der Milchzahnperiode und dem bleibenden Gebiss. Der Wechsel beginnt mit den Schneidezähnen, über Eck- und Backenzähne. Die Weisheitszähne treten dann in der Regel ab dem 17.Lebensjahr in Erscheinung. Nachteil des Wechselgebisses ist die erhöhte Kariesanfälligkeit und die neu durchgebrochenen Zähne sind zunächst noch sehr weich (fehlende Mineralisation).

Weichbleibende Unterfütterung

Bei einer schlechtsitzenden Kunststoffprothese, aufgrund einer Veränderung des Kiefers, bessert der Zahnarzt die betroffenen Bereiche mit Kunststoff aus. Die Weichbleibende Unterfütterung stellt hierbei eine sehr verträgliche Behandlungsform dar.

Weisheitszahn

Es handelt sich um die beidseitig endständigen Zähne, die relativ spät, manchmal auch gar nicht aus dem Kiefer austreten. Die Lage der Weisheitszähne im Knochen ist häufig problematisch, daher werden sie bei vielen Patienten operativ entfernt. Im Gegensatz zu den übrigen Zähnen können die Weisheitszähne bis zu vier Wurzeln besitzen.

Wirtschaftlichkeitsprüfung

Überwachung der vertragszahnärztlichen Leistungen im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit. Erfolgt durch Prüfungsausschüsse, die mit Vertretern der Zahnärzte und der Krankenkassen besetzt sind. Das Verfahren richtet sich nach Verfahrensordnungen. Das Bundessozialgericht geht von einem offensichtlichen Missverhältnis aus, wenn Durchschnittswerte erheblich überschritten werden. Gegen einen Beschluss des Prüfungsausschusses kann der Beschwerdeausschuss angerufen werden.

Wundrevision

Auch als Wundkontrolle bezeichnet. Es ist eine erneute Inspektion, eine Versorgung oder eine operative Kontrolle einer Wunde.

Wurzelbehandlung

Methoden zur Erhaltung des Zahnes bei erkranktem oder abgestorbenem Zahnmark. Der Behandlungsablauf läuft wie folgt ab: reinigen und weiten der Wurzelkanäle mit Hilfe spezieller Instrumente und Lösungen, entzündungshemmendes Mittel in den Kanal geben und zum Schluss den Wurzelkanal mit Füllungsmaterialien verschließen.

Wurzelglättung

Abtragung und Glättung der obersten (meist infizierten) Zahnwurzelschicht, finieren und polieren mit spez. Handinstrumenten (seltener maschinell) nach dem Entfernen der Beläge (Scaling) mit dem Ziel, eine "saubere" und glatte Wurzeloberflächen zu hinterlassen.

Wurzelhaut

Der gesunde Zahn wird von der Wurzelhaut komplett umhüllt und dient als Verbindung zwischen Zahn und Kieferknochen. Die elastischen Fasern innerhalb der Wurzelhaut geben dem Zahn eine gewisse Bewegungsfreiheit und federn die auftretenden Kräfte ab. Kommt es zu einer Entzündung der Haut, wird der Zahn etwas angehoben und steht weiter aus dem Knochen heraus.

Wurzelkanal

Hohlraum in der Zahnwurzel, der im Laufe des Lebens immer weiter von Zahnmark ausgefüllt wird. Dringen Bakterien bis zum Wurzelkanal durch, kommt es meist zu Zahnmarksentzündungen, bei denen nur noch eine Wurzelkanalbehandlung hilfreich ist. Bei der Behandlung kann je nach Befund entweder der Nerv entfernt werden oder aber man reinigt zusätzlich den Wurzelkanal, der dann wieder gefüllt werden muss.

Wurzelkanalaufbereitung

Hier wird der Wurzelkanal durch instrumentelle Erweiterung bis nahe an die Wurzelspitze für die Wurzelfüllung vorbereitet.

Wurzelkaries

Kommt es zu Zahnfleischrückbildungen (z.B. im Alter, falsche Putztechnik etc.), ist das Risiko für Wurzelkaries erhöht, da die Zahnwurzel nicht mehr vom Zahnfleisch bedeckt wird. Beim Auftreten von Wurzelkaries ist der Zahnverlust meist nicht zu verhindern.

Wurzelmerkmal

Konstante Methode für die Bestimmung, welcher Kieferhälfte ein Zahn zu zuordnen ist. Die Zahnwurzel weicht in der Regel leicht nach distal ab, was die Seitenzugehörigkeit eines Zahnes (linke oder rechte Kieferhälfte) leichter erkennen lässt.

Wurzelresorption

Auflösung der Wurzel beim Übergang vom Milch- zum bleibenden Gebiss (physiologisch normal). Die pathologische Form der Resorption kann durch chronische Entzündungen, Zysten oder Tumore ausgelöst werden. Eine häufige Ursache stellt die Parodontitis dar. Während einer kieferorthopädischen Behandlung kann es zur Verkürzung der Wurzellänge kommen, wenn die auftretenden Kräfte auf die Zähne zu groß sind.

Wurzelspitzenresektion

Operative Entfernung der Wurzelspitze zwecks Erhaltung des Zahnes, z.B. im Zusammenhang mit Herdsanierung, der Entfernung einer Zyste oder des Bruchstücks abgebrochener Wurzeln, auch zur nachträglichen Abfüllung eines nicht durchgängigen Wurzelkanals.

Wurzelstifte

Gegossene Metallstifte zur Verankerung von Stiftkronen oder Stiftaufbauten im Wurzelkanal.

Wurzeltunnelierung

Parodontal-chirurgisches Verfahren, welches entweder gemacht wird, um den Furkationsbereich zu reinigen oder aber den Knochenverlust in betroffenen Arealen zu verhindern. Es handelt sich um einen überschaubaren Behandlungsaufwand, dem keine endodontische oder prothetische Nachbehandlung folgen muss.

Wurzelzement

Die Zahnwurzel wird von dem Wurzelzement komplett überzogen und verankert die Wurzelhautfasern im Kieferknochen. Für die Bildung des Wurzelzements sind die Zementoblasten verantwortlich.

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