|
Zahnlexikon
CAD/CAM-System
|
Steht für: computer aided design/computer aided manufacturing; dieses System unterstützt per Computer die Planung und Modellierung v.a. von Keramikinlays nach dem Cerecsystem. Bei diesem Verfahren wird zunächst die präparierte Kavität abgetastet und am Bildschirm angezeigt. Danach kann die Präparationsgrenze korrigiert werden und die dreiachsige Fräsmaschine kann, anhand der elektronischen Daten, das Inaly herstellen.
|
Calciumfluorid
Zahnpflegemittel mit Fluoridanteilen, diese Calciumfluoridverbindungen bilden eine gute Säureschutzschicht auf der Zahnoberfläche. Dem Zahnschmelz können bei Säurekontakt schnellstmöglich Mineralien zugeführt werden, der dann schon vorhandene Schmelzdefekte regenerieren kann.
|
Calciumhydroxid
Alkalisches Medikament (ph-Wert=12), dass zum einen bei Kontakt mit Gewebe die Oberfläche beschädigt, zum anderen aber Bakterien abtötend (bakterizid) ist. Zahnärzte nutzen das Calciumhydroxid bei kleineren Infektionen des Zahnmarks (Pulpa), zur Desinfektion bei Wurzelkanalbehandlungen und bei Kariesbefall. Die Zahnhartsubstanz kann sich durch die Mineralisierung des angegriffenen Gewebes erneuern.
|
Candida albicans
Hierbei handelt es sich um eine Gattung des Sprosspilzes, der Schleimhauterkrankungen im Mundbereich verursacht. Der Erreger bildet ein Fadengeflecht aus, das rundliche Sporen besitzt. Diese Erkrankung kann auch die gesunde Haut oder Schleimhaut eines Organismus befallen. Zur Wucherung kommt es unter anderem bei einer HIV-Infektion oder einer Stoffwechselstörung. Günstig für die Entstehung von Candida albicans ist eine reduzierte Bisshöhe, da durch diese feuchte Mundwinkel entstehen.
|
Caries media
Bei dieser Kariesart ist das Dentin angegriffen. Die Bereiche in Pulpanähe sind nicht von Karies befallen. Die Kavität ist meist im Bereich von Fissuren oder an Approximalflächen
zu finden.
|
Caries profunda
Die tiefe Zahnkaries, bei der die Kariesläsion schon über 2/3 der Dentinschicht in Richtung Nerv heranreicht. Bakterielle Endotoxine können zur Entzündung der Pulpa führen und setzen die Reizschwelle der Nervenfasern herab. Die Entzündung kann durch den Zahnarzt behoben werden, indem er die Karies entfernt, eine bakterienhemmende Unterfüllung und eine dichte Restauration der betroffenen Stelle vornimmt. Zu einer irreversiblen Pulpitis kann es kommen, wenn der Entzündungsherd nicht rechtzeitig behandelt wird. Erreichen die Bakterien die Pulpa, können lokale Abszesse entstehen, verbunden mit spontanen und z.T heftigen Schmerzen und die Pulpa stirbt ab. Eine Wurzelbehandlung oder eine Extraktion sind in diesem Fall die beiden Behandlungsmöglichkeiten.
|
Cariesdetektor
Es handelt sich um eine 0,5 bis 1%ige Fuchsinlösung, die zum Anfärben von kariösem Dentin benutzt wird.
|
Carisolvverfahren
|
Chemische Kariesentfernung durch ein Gel bestehend aus Natriumhypochlorit und verschiedenen Aminosäuren zur "bohrerfreien" Kariesentfernung. Mit dieser Methode wird die Karies aus dem Zahn gelöst und mit einem Spatel aus dem Zahn ausgekratzt. Eine Behandlung komplett ohne Bohrereinsatz ist nicht möglich, da der Zahnschmelz mit dem Gel nicht gelöst werden kann, ist der Zugang zur Karies im Zahninneren nur mit dem Bohrer möglich. Bei Kindern ist diese Methode dennoch geeignet, um ihnen die Ängste vor einer Zahnbehandlung zu nehmen.
|
Carving
Amalgamfüllungen werden mit Hilfe von Schnitz- und Schabeinstrumenten an der Oberfläche bearbeitet, damit die Kaufläche möglichst anatomisch geformt ist und die Kontaktpunkte stimmen.
|
Cavit
|
Unter Speichelzutritt erhärtendes temporäres Füllungsmaterial für Kavitäten, welches direkt in die zu behandelnde Stelle eingebracht werden kann. Zahnschmerzen können bei diesem Material dadurch entstehen, dass aus akzidentiell eröffneten Dentinkanälchen Flüssigkeit entzogen werden kann. Daher das Füllungsmaterial nur bei devitalen Zähnen anwenden.
|
Cerecsystem
Verfahren zur Herstellung von Keramikfüllungen, bei dem auf herkömmliche Abformmaßnahmen verzichtet werden kann. Ein elektronisches System speichert die mit optischem Abdruck gewonnenen Daten. In einer einzigen Sitzung wird durch Ausschleifen mit Hilfe von Mikroprozessoren aus einem fabrikgefertigten Dentalporzellanblock die Füllung gewonnen.
|
Ceromer
|
Verblendwerkstoff, welcher faserverstärkt und lichthärtend ist mit einem anorganischen Füllstoffanteil (keramische Feinstpartikel) von 75 bis 85 Gewichtsprozent. Die Ceromere vereinigen durch ihre Matrixstruktur zwei Eigenschaften: erstens sind sie ästhetisch wie Keramik und zweitens besitzen sie eine Biegfestigkeit ähnlich wie Compositematerialien. Mit Hilfe von speziellem UV Licht und durch Wärmezufuhr härtet das Material aus.
|
cervikal
Bezeichnung für den Zahnhalsbereich (zum Kieferknochen zeigend)
|
Checkbiss
|
Bissregistrierung; Schlagwort für eine innerhalb des Mundes (intraorale) durchgeführte Lagebestimmung der Kiefer zueinander mit Hilfe eines Registrats.
|
Cherubismus
|
Sehr seltene gutartige Tumorerkrankung des Kieferknochens, die eine Schwellung des Gesichtes verursacht. Benannt von seinem Entdecker Jones, den die geschwollen Backen und die dadurch leicht nach oben gestellten Augen an die Rubens-Engel erinnerten. In einigen Familien taucht diese Erkrankung gehäuft auf, erreicht den Höhepunkt bei sechsjährigen Patienten, dann erfolgt eine Rückbildung und in manchen Fällen verschwindet die Schwellung ganz. Interessant für den Zahnarzt sind die Verlangsamung des Durchbruches der Zähne, Verschiebungen der Zahnreihen und Probleme an den Wurzeln.
|
Chipkarte
|
Plastikkarte im Scheckkartenformat mit einem elektronischen Chip zur Speicherung von Daten. Man unterscheidet Speicherchipkarte und Prozessorchipkarte. Erstere wird als Krankenversicherungskarte eingesetzt. Für einen Einsatz in der medizinischen Dokumentation ist aus Datenschutzgründen die Prozessorchipkarte geeigneter.
|
Chirurgie
Medizinisches Fachgebiet, das die Heilung von Krankheiten und Verletzungen durch operative und orthopädische Maßnahmen anstrebt. Krankhafte Organe können entweder vollständig (Ektomie) oder teilweise (Resektion) entfernt werden. Auch die Implantation von Organen und Prothesen ist Aufgabe der Chirurgie.
|
Chlorhexidin
CHX; es handelt sich um einen Stoff, der keimhemmende und plaquereduzierende Wirkung aufweist. Chlorhexidin kommt in verdünnter Form in Mundspülungen vor. Bei stetigem Gebrauch der Mundspüllösungen kann es zu Verfärbungen von Zähnen und Schleimhaut kommen und auch Störungen des Geschmacksinns können auftreten.
|
chronisch
|
Langsam entwickelnder oder lang andauernder Krankheitsverlauf. Der Krankheitszustand muss sich über vier Wochen ziehen, um von einer chronischen Erkrankung sprechen zu können. Trotzdem kann eine chronische Erkrankung auch akute Aspekte beinhalten, wie z.B. Epilepsie, bei der immer wieder akute Schübe auftreten.
|
Col
Auch als interdentaler Sattel bezeichnet; befindet sich zwischen den beiden sichtbaren Bereichen des Interdentalzahnfleisches. Die sattelförmige Einziehung ist in ihrer Form und der Ausdehnung abhängig von der Zahnmorphologie, der Zahnstellung und den einzelnen Kontaktpunkten.
|
Collumfraktur
|
Unterkieferbruch im Halsteilbereich des Gelenkfortsatzes (Collum mandibulae). Der Ansatzpunkt des Knochenendes bzw. des Gelenkkopfes (Kondylus) am Unterkiefer ist besonders anfällig für Frakturen.
|
Community Periodontal Index of Treatment Needs
Empfohlener Gruppenindex zur Beurteilung parodontaler Erkrankungen und deren notwendige Behandlungen, der Index stammt von der WHO. Es gibt spezielle, standardisierte Sonden für die Parondontaluntersuchung. Die Sonden besitzen eine Skala, die die Bestimmung der weiteren Behandlungsmaßnahmen erleichtert. Der Index ist gerade bei epidemiologischen Studien besonders geeignet.
|
Composite
Zahnfarbene Kunststofffüllung; die Festigkeit des Composite wird durch Keramik- und Glasanteile verstärkt. Es gibt unterschiedliche Kunststoffe aus denen ein Composite bestehen kann, alle härten unter UV-Licht aus, verwendet werden dafür LED- oder UV-Lampen. Es ist auch möglich die Zahnfarbe anzupassen, indem man die Farbnuancen durch die Zugabe von Farbpigmenten beeinflusst.
|
Computer Tomographie
|
CT; es handelt sich um ein spezielles Röntgen-Schichtverfahren. Bei dieser Technik werden mit Hilfe eines Röhren-Detektor-Systems zahlreiche Schwächungswerte gewonnen und aus diesen kann man Schnittbilder in unterschiedlichen Orientierungen oder dreidemensionale Darstellungen gewinnen. Weichteile lassen sich durch die feine Abstufung der Schwächungswerte besonders gut abbilden. Anwendungen im Bereich der Gnathologie oder Kieferorthopädie sind eher selten, da die Strahlenbelastung zwar auf eine Schicht begrenzt, dort aber sehr hoch ist.
|
Condition sine qua non
Coping
Zum einen ist dies eine dünne Metallkappe für die Keramikverblendung und zum anderen handelt es sich um eine Übertragungskappe für die Modellherstellung. Diese Kappe wird auf die galvanisierten Modellstümpfe aufgesetzt und passgenau in einem Silikonabdruck festgehalten. Im Dentallabor läuft der Vorgang rückwärts ab, dort werden dann die präparierten Stümpfe in den Kappen fixiert und dieser Abdruck wird dann letztlich mit Gips ausgegossen.
|
Cover Denture
Deckprothese/Teilprothese, die auch in gering bezahnten Kiefern bzw. an nur noch sehr lockeren Zähnen befestigt werden kann. Cover Denture ist nur eine Übergangslösung, fallen auch die letzten Zähne aus, hilft nur noch eine Vollprothese. Teleskope dienen als Verbindung zwischen den Zähnen und dem Cover Denture. Die Belastung durch Teleskope ist erheblich geringer als die anderer handelsüblichen Halterungen.
|
CPC-Linie
Caninus-Papilla-Caninus-Linie; Diese Linie ist hilfreich bei der Lagebestimmung der Eckzahnspitzen. Die Lage ist wichtig beim Einsetzen von Frontzähnen in der Totalprothetik. Die Linie verläuft transversal zur Mittelinie des Oberkiefers und dies im rechten Winkel.
|
Craquelierung
Bezeichnet das Entstehen von netzartigen Rissen in der Oberfläche spröder Materialien. Diese Risse entstehen durch die unterschiedlichen Temperatur-, Quell- und Austrocknungszustände zwischen den oberflächennahen Schichten und den tiefer liegenden Materialbereichen. In der Zahntechnik können diese Risse leicht entstehen. Z.B. beim Bearbeiten von Kunststoff und beim Trocknen des Befestigungszementes, allerdings erst nach immer wiederkehrender Belastung.
|
criss-cross-Gummizug
|
Verwendete Methode bei einer vorhandenen Kreuzbissstellung einzelner Zähne. Bei diesem Verfahren wird ein Gummizug zwischen den vestibulären und den palatinalen bzw. lingualen Knöpfchen des Seitenzahnbereichs gespannt.
|
Crown Venting
|
Technik zum Entlüften der Kronen. Der metallische Zahnersatz wird exakt eingepasst und dann einzementiert, dass keine Luft darunter eingeschlossen wird. Der Arzt nutzt einen kleinen Trick, indem er an der höchsten bzw. der tiefsten Stelle kleine Löcher anbringt, durch die die unerwünschten restlichen Bestandteile unter der Krone abfließen können. Am Ende der Behandlung werden diese Löcher mit exakt passenden Pins verschlössen.
|
Crozat
|
Herausnehmbares, kieferorthopädisches Behandlungsgerät; durch die vollständige Herstellung des Gerätes aus Draht, ist diese Apparatur feiner als herkömmliche Kunststoffgeräte oder Spangen. Es hat den Vorteil, dass es zum einen kosmetisch unauffällig ist, der Zungenraum wird wenig beeinträchtigt und dadurch muss auch die Aussprache nicht leiden. Das Gerät dient der Stellungskorrektur der Front- und Eckzähne, sowei die Prämolaren und Molaren.
|
Cyanoacrylat
Auch Cyanacrylat gennannt; es handelt sich um einen schnell härtenden Einkomponentenkleber, der aus einem monomeren Acrylsäurederivat besteht. Der kleinste Kontakt mit Wasser führt zu einer Polymerisationsreaktion des Klebers. In der Zahntechnik wird dieser Sekundenkleber sehr häufig benutzt z.B. zum Zusammensetzen gebrochener Prothesen. In der Zahmedizin bedarf es einiger Erfahrung das Cyanoacrylat zum Fixieren von Schleimhautarealen in der Parodontalchirurgie zu verwenden.
|
Sie vermissen einen Begriff?
Schicken Sie uns eine E-Mail an zahnlexikon@spitta.de und wir ergänzen das Spitta-Zahnlexikon umgehend.
|