Zahnlexikon

Kallus

Schwiele; nach einem Knochenbruch neu gebildetes, weiches Gewebe.

Kallusdistraktion

Verfahren, das dem Ziel der Knochenverlängerung, z.B. bei einer Unterkieferhypoplasie, dient. Diese prolongierte Osteotomie ähnelt der Methode der Distraktionsosteotomie. Der Kallusdistraktor aus Titan wird enoral neben den beiden Osteotomiestellen auf dem Knochen mit Minischrauben befestigt. Die beiden Unterkieferfragmente werden durch Dehnschrauben auseinander gezogen. Dabei kommt es zu einer stetigen Kallusbildung im Osteotomiespalt und deshalb kommt es zu einer knöchernen Verlängerung des Unterkiefers. Unterstützt werden kann diese Methode durch eine kieferorthopädische Begleit- oder Folgebehandlung bis das erwünschte Ergebnis der Unterkieferlänge erreicht wird.

Kalotte

Bestimmt die Okklusionsebene, in der die Schneide- und Backenzähne zu liegen haben. Eine Kalotte ist eine gebogene Metall- oder Kunststoffplatte, die die Form der sagittalen und transversalen Kompensationskurve abzeichnet. Die Kalotte hat die richtige Passform, wenn alle Zähne diese gleichmäßig berühren.

Kaltguss

Dieser Gießvorgang der Dentallegierungen findet bei Muffel-Temperaturen von 450-500°C statt. Nachteil dieser Methode ist, dass sich häufug Lunker (Kavitäten an und in Hohlräumen von erstarrten Werkstoffen) bilden, dafür ist die Oberfläche allerdings sehr glatt.

Kamillenblütenauszüge

Ein Gemisch aus ätherischen Ölen und altes Hausmittel. Kann zur Inhalation und auch für Spülungen gebraucht werden. Beim Vorliegen einer Gingivitis helfen solche Spülungen nicht mehr und sind obsolet.

Kammhaut

Es handelt sich um die meist unverschiebliche und resiliente Mundschleimhaut, die den Alveolarkamm bedeckt.

Kammlinie

Bezeichnet die Verbindungslinie, die die höchsten Erhebungen des Alveolarkammes eines Kiefers verbindet.

Kanalpulpa

Der im Wurzelkanal befindliche Teil der Pulpa, im Gegensatz zur Kronenpulpa.

Kanüle

Eine Rohrnadel oder ein Rohr, das als Instrument zum Verabfolgen, Ablassen und Ansaugen von Flüssigkeiten und Gasen verwendet wird. Wird aber auch zum Einbringen eines weiteren Instrumentes als Implantations- oder Spülkanüle gebraucht.

Kappenschiene

Diese Kieferbruchschiene umgreift die Zähne vollständig und hält die Zähne in der reponierten Stellung fest. Die Schiene besteht aus Kunststoff oder Metall. Die Übersicht über die Okklusion geht mit dem Einsetzen der Schiene verloren, da diese mit selbsthärtendem Kunststoff oder Zement fixiert wird. Diese Kappenschienen werden mittlerweile nur noch bei traumatischen Zahnlockerungen der Milchzähne verwendet.

Karies

Zahnfäule; Zerstörung der Zahnhartsubstanz. Karies wird von Milchsäure ausgelöst. Diese entsteht durch den Abbau von Zucker,der wird von den Zahnbelagsbakterien abgebaut. Zwei Bakterienarten sind für den Demineralisierungsprozess verantwortlich: Streptokokkus mutans und die Laktobazillen, aber erst die Umwandlung von Zucker zu Milchsäure verursacht Karies. Im Anfangsstadium kann die Karies noch durch die Behandlung mit Fluorid geheilt werden. Bei vorhandenen Zahnlöchern muss der Zahnarzt die Kavität entfernen und den Zahn mit einer Füllung versehen.

Kariesanfälligkeit

Fälschlich angenommene Anfälligkeit zu einem übermäßigen Kariesbefall durch eine mangelhafte Struktur der Zahnhartsubstanzen. Nachgewiesen ist nur, dass eine stark verminderte Speichelsekretion zu vermehrter Karies führen kann.

Kariesdiagnostik

Untersuchungsmethoden zur Feststellung von Karies zu einem möglichst frühen Zeitpunkt. Die Diagnostik findet mit Hilfe von Inspektionen und einer bedingten Sondierung (evtl.mit einer Kaltlichtsonde) bei den Frontzähnen statt. Bei einer Approximalkaries empfehlen sich Bissflügelaufnahmen.

Kariesentfernung

Zunächst muss der Schmelz eröffnet werden, damit dann ein Zugang zur Kavität geschaffen werden kann. Das kariöse Dentin wird mit Hilfe von Handinstrumenten entfernt. Hierfür kann man auch Bohrer mit niedrigen Drehzahlen verwenden unter Trockenlegung und Kontrolle durch Sondierung.

Kariesinzidenz

Kariesbefall; gezählt werden hier die Anzahl neu aufgetretener kariöser Läsionen in einem bestimmten Zeitraum.

Kariesmorbidität

Bezeichnet die Kariesfrequenz, also die prozentuale Häufigkeit der von Karies betroffenen Personen innerhalb einer Untersuchungsgruppe.

Kariesprogression

Begriff für das Fortschreiten einer unbehandelten Karies. Es kann z.T. mehrere Jahre dauern, bei guter Mundhygiene, bis die Karies den ausgereiften Schmelz angreift. Diese Progression erfolgt im Milchgebiss natürlich schneller als bei den bleibenden Zähnen.

Kariesprophylaxe

Sämtliche Maßnahmen, die einem Entstehen oder Voranschreiten von Karies verhindern oder verbessern können.Hierzu zählen die Ernährung, fluoridhaltige Zahnpasta, Fissurenversiegelung und Mundhygiene. Es gibt drei Arten von Prävention: 1. Primärprävention (neuen Befall verhindern), 2. Sekundärprävention ( Remineralisation) und 3. Tertiärprävention ( minimal-invasive Füllungen und überstehende Füllungsränder vermeiden).

Kariesrisiko

Statistische Wahrscheinlichkeit zukünftig an Karies zu erkranken.

Karieszonen

Im kariösen Dentin kommt es zu reaktiven Veränderungen, die im Längsschnitt des Dentins sichtbar werden. Man klassifiziert heute folgende Schichten, ausgehend von der Pulpa: 1. Tertiärdentin, 2. Dentin, 3. sklerotisches Dentin, 4. kanaltote Zone, 5. Demineralisation, 6. Zone der Penetration und 7. eine Nekrose mit erweichtem Dentin.

kariogen

Karies verursachend (z. B. zucker- und säurehaltige Lebensmittel und/oder Getränke)

Kariogenität

Nahrungsmittel haben verschiedene Möglichkeiten die Zahnhartsubstanzen nachhaltig zu schädigen. Diese Fähigkeit hängt von verschiedenen Aspekten ab: 1. Zusammensetzung (Zucker etc.), 2. Frequenz der Aufnahme und 3. Verweildauer im Mund. Mit Hilfe einer intraoralen Plaque-Messung kann die potentielle Kariogenität bestimmt werden.

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV)

Zusammenschluss aller Kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZV); Körperschaft des öffentlichen Rechts (KdöR) und regelt Belange der Vertragszahnärzte auf Bundesebene

Kassenzahnärztliche Vereinigung (KZV)

Zusammenschluss der Vertragszahnärzte auf Bundesländerebene. Die Mitgliedschaft in den KZVen ist Pflicht und mit Gebühren für den Verwaltungsaufwand verbunden. Aufgaben der KZVen sind die Verteilung der Gesamtvergütung, der Sicherstellungsauftrag zur ausreichenden zahnärztlichen Versorgung der Bevölkerung, eine Wirtschaftlichkeitsprüfung der zahnärztlichen Tätigkeit und die Wahrnehmung der Rechte gegenüber den Krankenkassen.

Kastenpräparation

Es handelt sich um ein Verfahren, bei dem eine okklusale oder approximale Kavität für Inlays gestaltet wird. Dabei ist darauf zu achten, dass der Kavitätenboden und -wände in einem rechten Winkel zueinander stehen.

Kauabformung

Bezeichnet die mundgeschlossene Funktionsabformung; Methode, bei der der zahnlose Kiefer unter Kaudruck abgeformt wird. Für dieses Verfahren werden individuelle Aluminiumlöffel benötigt. Diese Löffel müssen in der korrekten Kieferrelation kalottenförmige Okklusalflächen aufweisen.

Kauakt

Akt der zum Teil reflektorisch und zum Teil willkürlich erfolgt und der Zerkleinerung und Einspeichelung der Nahrung dient. Durch die Unterkieferbewegungen, also Vor- und Rückschub, sowie Seitwärtsbewegungen, wird die Nahrung in schluckfähige Bissen verwandelt.

Kauapparat

Die Mundhöhle im Ganzen und ihre angrenzenden Gewebeteile, die während des Kauvorgangs funktionell bedeutsam sind.

Kaubahn

Beschreibt die dreidimensionale Bewegung eines beliebigen Punktes des Unterkiefers bei den Kaubewegungen unter Zahnkontakt. Man kann diese Bewegung mit verschiedenen Techniken aufzeichnen. Es gibt optische, magnetische und elektronische Methoden.

Kaufläche

Dieser Teil des Zahnes dient der Nahrungszerkleinerung und steht einem Antagonisten des Gegenkiefers gegenüber.

Kauflächenelemente

Fasst die anatomischen Elemente der Kauflächen zusammen: 1. Höckerspitzen, 2. Höckerabhänge, 3. Gruben, 4.Fissuren und 5. Randleisten.

Kauflächenformen

Für die Totalprothetik werden die Kauflächen der künstlichen Seitenzähne ausgeformt. Die Unterscheidung findet nach der Neigung der Höcker statt. Man unterscheidet zwischen: 1. höckerlosen Zähnen, 2. Zähnen mit reduziertem Höckerrelief und 3. steilhöckerig geformten Zähnen. Es gibt aber auch künstliche Zähne, die sich nicht nach der Anatomie natürlicher Zähne richten.

Kauflächengestaltung

Der Zahntechniker formt im Dentallabor künstliche Kauflächen von Kronen und Brücken aus. Der Zahnarzt übernimmt diese Funktion bei der Füllungstherapie.

Kaukraft

Begriff, der die Kraft während der Nahrungszerkleinerung zwischen Ober- und Unterkiefer beschreibt. Die benötigte Kraft bei unwillkürlicher Nahrungszerkleinerung ist abhängig von der Konsistenz der Nahrung und beträgt meist unter 30 N. Theoretisch wäre eine Kraftentwicklung von 2.000-4.000 N möglich. Die praktisch mögliche Kraft, die bei willkürlichem, maximalem Zusammenbeißen auftreten kann, liegt bei 300-800 N.

Kauleistung

Bezeichnet das Vermögen in einer bestimmten Zeit Nahrung zu zerkleinern. Diese Leistung ist abhängig von: 1. Zahl der fehlenden Zähne, 2. der Lückentypografie und 3. vom Zahnersatz. Träger mit festem Zahnersatz haben eine höhere Kaukraft als Totalprothesentäger.

Kauorgan

Stellt die Gesamtheit aller Gewebe und Organe dar, die am Kauvorgang beteiligt sind. Dazu zählen die Zähne, Parodontien, Kiefergelenke, Alveolarfortsätze, neuronale Schalt- und Regelsysteme, Ober- und Unterkiefer, Schleimhaut, Gefäß- und Lymphsystem und Speicheldrüsen.

kausal

ursächlich, die Ursache betreffend.

Kauter

Chirurgisches Instrument. Besteht aus einer feinen Drahtschlinge, die durch Strom erhitzt wird (Elektrokauter). Mit diesem Gerät kann man Gewebe abtragen, Zahnfleisch entfernen oder aber Blutungen stillen und veröden.

Kavitation

Zum einen bezeichnet dieser Begriff die Ultraschallwirkung in Flüssigkeiten. Der Ultraschall verursacht in der Flüssigkeit eine Bläschenbildung, diese Bläschen entfalten durch Aufplatzen einen mechanischen Reinigungseffekt. Zum anderen wird der Begriff auch bei dem Entstehen von Defekten in den Zahnhartsubstanzen gebraucht. Diesem Defekt geht meist eine Demineralisation bei noch erhaltener Struktur voraus.

Kavität

Zuerst entfernt der Zahnarzt die kariöse Zahnhartsubstanz, dann bereitet er die Stelle im Zahn für die Aufnahme der Füllung vor. Den so präparierten Defekt nennt man Kavität. Keilförmige defekte Kerben, die durch falsche Putztechnik (meist horizontales Schrubben mit hohem Bürstdruck) oder die Anwendung zu abrasiver Zahnpasten in freiliegendes Dentin eingeschliffen werden.

Kavitätenboden

Bezeichnet bei einer okklusalen Kavität, die zur Pulpa hin gerichtete Grenzfläche. Zwischen dem Kavitätenrand, also der Zahnoberfläche, und dem Kavitätenboden sollte ein Abstand von mindestens 1,5 mm sein.

Kavitätenbohrer

Mit dieser Art Bohrer werden Kavitäten exkaviert (ausbohren) und gestaltet. Es gibt Rosenbohrer und Fissurenbohrer.

Kavitätenform

Bei der Kavitätenform handelt es sich um den Umriss und die Dimensionierung einer Kavität. Diese Form ist abhängig von der Lokalisation und der Kavitätenklasse. Wichtig ist, dass die Ausdehnung zu kariesfreien Kavitätenrändern führen muss.

Kavitätenklassen

Es ist die Systematisierung von präparierten Defekten. Kavitätenklasse I: okklusale Kavität (für Füllungen im Bereich der Grübchen und Fissuren); Klasse II: approximale Kavität (an Prämolaren und Molaren); Klasse III: Kavität im Approximalbereich (an den Frontzähnen ohne Beteiligung der Schneidekante); Klasse IV: Defekt an den Frontzähnen (approximal mit Beteiligung der Schneidekante) und Klasse V: Kavität an den Zahnhälsen (zahnfleischnahe Defekte an den Glattflächen).

Kavitätenlack

Dies ist ein Harz in organischen Lösungsmitteln, der auf Kavitätenböden und Kronenstümpfe aufgetragen wird. Diese Harze ersetzen nicht vollständig die Unterfüllungszemente.

Kavitätenpräparation

Methode, bei der eine Kavität ausgeformt wird und die kariöse Substanz entfernt wird, damit die Kavität dann das Füllungsmaterial aufnehmen kann. Bei der Präparation sollte darauf geachtet werden, dass zahnhartsubstanzschonend gearbeitet wird und dennoch die Restauration dauerhaft verankert bleibt und die Karies endgültig entfernt wird.

Kavitätenpräparation, kinetisch

Auch KCP (kinetic cavity preparation) genannt; Mit Hilfe eines abrasiv wirkenden Pulverstrahls, Wasser und Pressluft wird die Zahnhartsubstanz abgetragen. Das Gerät trägt die Substanz zwar rasch ab, nachteilig ist das unerwünschte Ausmaß des Abtrags. Ein weiterer Nachteil ist die Staub- und Lärmbelästigung. Das KPC ersetzt nicht die Schmelzätzung.

Kavitätenrand

Bezeichnet die Grenze zwischen der intakten Schmelzoberfläche und der Kavitätenwand. Dieser Rand sollte dem späteren Füllungsrand entsprechen. Einer marginalen Parodontitis kann vorgebeugt werden, indem man den Kavitätenrand nicht bis zum Zahnfleischsaum ausdehnt oder dieser sogar subgingival liegt. Je nach Füllungsmaterial wird der Rand angeschrägt.

Kavitätenwand

Es handelt sich um die seitliche Begrenzung einer Kavität im Schmelz und Dentin. Der Kavitätenboden soll mit der Wand einen möglichst rechten Winkel ergeben, jedoch im Übergang abgerundet sein. Bei plastischen Füllungen kommt es nach dem Erhärten zu einer verbesserten Retention, wenn dieser Winkel 90° unterschreitet, da die Füllung am Boden einen größeren Durchmesser als an der Oberfläche besitzt. Ein Anschrägen des Schmelzes wird erforderlich beim Säureätzverfahren. Und der Winkel zwischen Kavitätenwand und -boden sollte bei Gussfüllungen und zahnfarbenen Inlays größer als 90° sein.

Kegelbohrer

Dieser Bohrer wird hauptsächlich in der Zahntechnik verwendet und besteht aus Hartmetall oder HSS-Stahl. Die Form erinnert an einen umgekehrten Kegelstumpf. Für die Kavitätenpräparation ist dieser Bohrer nicht geeignet, da kein abgerundeter Übergang zwischen Kavitätenwand und -rand möglich ist.

Kegelstumpfinlay

Es handelt sich um Keramikkegelstümpfe, die adhäsiv, in die kongruent präparierten Kavitäten, befestigt werden. Diese Inlays dienen der Erstversorgung, dem Verschluss von Trepanationsöffnungen und als Revisionsfüllung. Es ist zu beachten, dass nach dem Einsetzen der okklusale Überstand entfernt werden muss.

Keilexzision

Auch als distale Keiloperation bezeichnet; wird speziell in der Parodontalchirurgie angewendet. Hierbei wird die Gingiva keilförmig ausgeschnitten, distal von den endständigen oder einzelstehenden Molaren bei Pseudo- oder supraalveolären Taschen.

Kephalometrie

Bezeichnet die metrische Analyse des Schädels und wird unterteilt in die Gnathometrie (kieferorthopädische Ausmessung des Gebisses) und die Kraniometrie (Schädelmessung). Die Analyse stützt sich größtenteils auf die Auswertung des Fernröntgenseitenbildes, das in der Kieferorthopädie einen essentiellen Bestandteil der Diagnostik und Behandlungsplanung darstellt. Der Kopf wird anhand kephalometrischen Messgrößen (Winkel, Strecken, Streckenverhältnissen) vermessen, die aus den Referenzpunkten konstruiert werden.

Keramikbrackets

Kfo; Vorteile dieser Brackets ist ihre gute Ästhetik. Allerdings ist die Herstellung kompliziert und damit sind sie teuerer als andere Brackets. Meist werden sie von den Kassen nicht bezahlt oder es wird nur ein Zuschuss gewährt.

Keramikimplantat

Es gibt zwei Arten von keramischen enossalen Implantaten: 1. bioinaktive Aluminiumoxid-Keramiken, deren Einheilung auf einer bindegewebsfreien Kontaktosteogenese beruht; 2. bioreaktive Keramiken, bei denen es zur Verbundosteogenese mit einer biochemischen Reaktion zwischen Knochenzellen und Keramik kommt.

Keramikinlay

Geeignet auch für größere Reparaturflächen, gute Verträglichkeit, es lässt sich ein farblich sehr natürliches Aussehen erreichen. Als sehr hartes und sprödes Material ist Keramik bruchempfindlich und kann Gegenzähne strapazieren.

Keramikkaufläche

Werden die Bereiche genannt, bei denen die Kauflächen aus künstlichen Kronen oder Brückenzwischenglieder aus Keramik bestehen.

Keramikverblendkrone

Auf ein metallisches Kronengrüst wird eine Verblendkrone mit Keramik als zahnfarbene Verblendung gesetzt.

Keramikverbund

Beschreibt die Haftung zwischen der Keramikverblendung und dem Gerüst aus einer Aufbrennlegierung. Auf der Legierung befindet sich eine Oxidschicht, die den Verbund ermöglicht (Haftoxide).

Keramikwerkstoffe

Zunächst sind diese keramischen Werkstoffe nichtmetallische anorganische Substanzen, häufig Oxide. Dieser Werkstoff ist spröde, meist hochschmelzend und chemisch sehr beständig. Allerdings sind keramische Werkstoffe nicht vollkommen korrosionsfest.

Kiefer

Knöcherner Schädelteil, der die Zähne beinhaltet; unterschieden wird in Oberkiefer (Maxilla) und Unterkiefer (Mandibula).

Kieferbasiswinkel

Beschreibt den Winkel zwischen Oberkiefer- und Unterkieferbasis. Ein offener Biss liegt häufig bei einem großen Kieferbasiswinkel vor, während man bei einem kleinen Winkel eher einen Tiefbiss vorfindet.

Kieferbruch

Kieferfraktur; Verletzungen im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich.

Kieferdefekte

Allgemein bedeutet dies ein Fehlen oder den Verlust von unterschiedlichen Teilen des Kiefers. Es gibt zwei Arten von Defekten: 1. angeborene Kieferdefekte (Kiefer-Gaumenspalten, Aplasie des Kiefergelenks) und 2. erworbene Defekte (nach Trauma, Operation mit anschl. Kieferresektion).

Kiefergelenk

Vielseitigstes Körpergelenk, das sowohl Dreh- wie auch Gleitbewegungen ausführen kann. Bei falscher Belastung durch Knirschen oder falscher Füllungshöhe kann es zu schmerzhaften Gelenkentzündungen kommen. Wegen der Nähe des Kiefergelenks zum Gehörgang sucht der Patient häufig zuerst mit vermeintlichen Ohrenschmerzen einen HNO-Arzt auf.

Kieferhöhle

Größte der Nasennebenhöhlen; die Lage der Höhle ist rechts im Oberkieferknochen und links von der Nase und grenzt somit an die Augenhöhlen und an die Oberkieferzähne.

Kieferkamm

Der Teil des Kieferknochens, welcher zum Gegenkiefer gerichtet ist und in welchem die Zähne elastisch in knöchernen negativen Zahnwurzelformen (Alveolen) aufgehängt sind.

Kieferklemme

Aufgrund einer Muskelverspannung oder eine Entzündung kann es zu einer Behinderung der Mundöffnung kommen. Die Kieferklemme kann z.B. nach einer längeren Zahnbehandlung auftreten.

Kieferorthopädie (Kfo)

Als eigene Disziplin seit Ende des 19. Jhd. die Lehre von den Zahn- und Kieferanomalien und deren Behandlung. Ziel ist es, Fehlbildungen im Kiefer- und Gesichtsbereich zu erkennen und zu behandeln. Der günstigste Behandlungszeitraum liegt während des Kieferwachstums im jugendlichen Alter.

Kieferorthopädischer Behandlungszeitraum

In der Kieferorthopädie ist der günstigste Zeitraum während des Entwicklungs- und Wachstumsalters des Kiefers etwa zwischen dem 9.-12. Lebensjahr. Die Behandlungszeit dauert in der Regel 2-4 Jahre.

Kieferrelationsbestimmung

Überbegriff für alle Maßnahmen zur Bestimmung oder Festlegung der Zuordnung des (beweglichen) Unterkiefers zum (im Schädel verankerten) Oberkiefer.

Kinderzahnheilkunde

Zahnmedizin, die sich auf die spezielle Situation des Kindes konzentriert. Problematisch ist, dass sich das Gebiss noch in der Entwicklung befindet und Kinder oft die Behandlung verweigern und damit erschweren. Ein sehr wichtiger Bereich in der Kinderzahnheilkunde ist die frühzeitige Erziehung zur Mundhygiene.

Kinderzahnpasten

Spezielle Zahnpasta, die eine geringere Fluoridkonzentration aufweist und damit für (Klein-)Kinder geeigneter ist. Die Kinder sollten nur unter Aufsicht der Eltern die Zähne putzen, sobald sie ausspülen können. Geschmacksverbesserte Zahnpasten sollten nicht benutzt werden, da sie zum Schlucken verleiten.

Klammer

Element zur Fixierung von herausnehmbarem Zahnersatz am Restsgebiss. Das Material der Klammern ist vorzugsweise eine Legierung aus Nicht-Edelmetallen, die mit einer Kobalt-Chrom-Legierung durchsetzt werden, um eine bessere Stabilität zu erzeugen. Der Abstand, zwischen dem Zahnfleischrand und dem unteren Klammerarm, sollte mindestens einen Millimeter betragen und der obere Arm ist unbeweglich, ansonsten könnte die Klammer scheuern und Karies verursachen.

Klammerarm

Bezeichnet den Teil der Klammer, der den Pfeilerzahn umgreift. Es gibt den Klammeroberarm, der liegt oberhalb des prothetischen Äquators und den Klammerunterarm, dieser greift unter den prothetischen Äquator in die Infrawölbung.

Klebebrücke

Auch Adhäsivbrücke genannt; zur Beseitigung einer Einzelzahnlücke in der Gebissfront bei defektfreien Nachbarzähnen - besonders dann, wenn ein Implantat nicht möglich ist.

Klebewachse

Es handelt sich um eine Mischung aus Harzen und Wachsen, z.T. sind auch synthetische Produkte enthalten. Diese Klebewachse sind bei Raum- und Mundtemperatur hart und spröde, werden aber im erwärmten Zustand weich bis flüssig und damit klebrig. Das Wachs dient zur vorübergehenden Fixierung im Dentalbereich, daher müssen sie an allen gängigen Dentalwerkstoffen haften.

Knirschen

Auch bekannt unter Bruxismus. Im Schlaf und bei Stresssituationen kann es zu mahlenden Bewegungen und Parafunktionen der Oberkiefer- und Unterkieferzähne kommen. Es kann zu Beeinträchtigungen des Kiefergelenks und der Zahnoberflächen führen. Behandlung erfolgt mit Hilfe einer Knirscherschiene.

Knirscherschiene

Der Zahntechniker stellt anhand eines Gipsmodells eine individuelle Kunststoffschiene her. Die Schiene schützt die Zähne vor übermäßiger Abrasion und statt des Zahnschmelzes wird die Schiene abgenutzt.

Knochenbolzung

Es handelt sich um einen chirurgischen Verschluss bei einer Knochenblutung durch mechanische Kompression mit Hilfe einer Punze (stumpfes meißelförmiges Instrument).

Knochendefekt, periimplantärer

Begriff für einen Knochendefizit um den Implantathals herum. Dieses Defizit beeinträchtigt die Festigkeit und Haltbarkeit des Implantates, daher kann es zu einem verfrühten Implantatverlust kommen. Bei einer primären Implantation kommt es zu einem Knochendefekt durch die Zahnextraktion oder durch ein Trauma. Bei der sekundären Implantation kann es zu einem Defekt kommen durch eine zu kurze Einheilungsphase oder eine Infektion in den Weichteilen oder Knochen. Eine Behandlungsmöglichkeit, um das Implantat halten zu können, stellt die Knochentransplantation dar.

Knochenersatzmaterialien

Künstlicher Knochen, Knochentransplantat.

Knochenlager

Es handelt sich um den Bereich des Knochens, indem ein knöchernes Transplantat oder ein enossales Implantat eingelagert wird. Das Knochenlager wird zunächst präoperativ untersucht auf seine Knochendichte, -struktur und -vitalität, um die Aufnahmefähigkeit zu überprüfen. Im Knochenlager laufen dann später die Regenerationsvorgänge ab. Werden diese gestört kann es die Osseointegration verhindern und zum Abbau des Knochens führen.

Knochenregeneration bei Implantaten

Zunächst kommt es nach der Implantation zu einem Umbau der nekrotisierten Knochenanteile. Dies dauert ca. 5 Tage. Der flächige Knochenanbau an die Implantate durch neues Knochengewebe dauert in etwa 2-3 Monate.

Knochenspreizung

Es kommt vor, dass das Implantatlager verbreitert werden muss und in diesem Fall kann der Knochen mit meißelförmigen Instrumenten aufgespreizt werden.

Knochentransplantation

Es handelt sich um eine Verpflanzung von Knochengewebe als Knochenspan oder als gemahlener Knochen. Diese Art der Transplantation dient unter anderem auch der Bildung eines knochenversteiften Weichteillappens.

Knochenverlust

Aus unterschiedlichen Gründen kann es zu einem Knochenverlust kommen. Da wären traumatische (Defektfraktur), iatrogene (Kieferresektion, Implantatexplanation) und entzündliche (Osteomyelitis, Osteonekrose) Ursachen.

Knopfnaht

Begriff für eine chirurgische Naht. Bei dieser Naht werden die beiden Fadenenden nach dem Durchzug durch die Wundränder seitlich oder über der Schnittlinie verknotet und geknüpft. Diese Naht kann auch mehrschichtig sein und wird dann als Etagennaht bezeichnet.

Kofferdam

Auch Spanngummi genannt. Eine Abschirmung des zu behandelnden Zahnes, um den Speichelzufluss zu verhindern. Hilfreich beim Einsetzen von Kunststofffüllungen oder Keramikeinlagefüllung, bei Amalgamentfernung oder einer Wurzelkanalbehandlung. Zudem verhindert es, dass der Patient Fremdkörper (Kronen- u. Amalgamreste, Flüssigkeiten) aspiriert. Das Material aus dem der Kofferdam besteht ist meist Latex oder elastisches Plastik. Vorteil dieser Methode ist, dass man auch die subgigivalen Bereiche trocken legen kann. Die Verdrängung des Zahnfleisches, um an die nicht sichtbaren Areale unter dem Zahnfleisch zu gelangen, erreicht man durch das Anpassen der Kofferdamklammer an den Wurzelquerschnitt. Besonders wichtig ist die Trockenlegung für die Adhäsivtechnik, damit ein dauerhafter Verbund von Zahnsubstanz und Restaurationsmaterial möglich ist.

Kofferdamklammern

Es sind federnde Spannbügel, die den Kofferdam fixieren. Diese Bügel gibt es in verschiedenen Größen und Formen.

kombinierter (festsitzend-herausnehmbarer) Zahnersatz

Diese Art von Zahnersatz besteht aus zwei Teilen. Zum einen wird ein Teil auf die Zähne zementiert und ist damit nicht durch den Patienten entfernbar. Zum anderen ist ein Teil abnehmbar und kann herausgenommen werden. Dieser abnehmbare Teil wird mit Klammern, Geschieben, Riegeln oder Doppelkronen an den festsitzenden Teilen befestigt.

Komposit

Zahnfarbenes, stabiles Füllungsmaterial, das sich aus mehreren Komponenten (Kunststoffe, in die besonders aufbereitete mikrofeine Glas- und Quarzteilchen eingelagert sind) zusammensetzt. Das Material wird mit dem Zahnbein und dem Zahnschmelz verklebt und in der Regel mit einem Speziallicht gehärtet.

Kompositions(abform)massen

Es handelt sich um reversibel starre (thermoplastische) Abformmassen. Diese Massen sind eine Mischung aus Harzen und Wachsen, unter anderem sind noch Paraffin und Füllstoffe enthalten. Letzteres erhöht zum einen die Festigkeit und zum anderen kompensiert es im erweichten Zustand die Klebrigkeit der Harze. Als Abformmaterial werden diese Massen nicht mehr genutzt, aber für die Löffelindividualisierung nutzt man die Kompositionsmassen.

Kompressionsosteosynthese

Begriff für ein Osteosyntheseverfahren, welches z.B. bei Kieferfrakturen angewendet wird. Bei dieser Methode wird, nach der anatomisch exakten Fragmentrepositionierung durch Zugschrauben oder Kompressionsplatten, ein interfragmenteller Druck aufgebaut. Mit Hilfe dieses Druckes ist eine primäre Bruchheilung möglich. Die Kompressionsplatte überträgt mit ihrer komprimierenden Kraft die funktionelle Belastung auf den Frakturspalt.

Konditionierung

Es handelt sich um das Auftragen eines Gels, welches eine etwa 30-40%ige Phosphorsäure enthält. Dieser Konditioner wird für verschiedene Aufgaben genutzt: 1. Säureätzverfahren (vor der Fissurenversiegelung), 2. beseitigt das Gel die Schmierschicht vom Dentin einer Kavität und öffnet die Dentintubuli.

konfektioniert

In der Zahnheilkunde werden vorgefertigte Elemente als konfektioniert bezeichnet. Z.B. konfektionierte Stahlkronen in der Kinderzahnheilkunde oder konfektionierte Wurzelstifte und Abformlöffel.

Konfektionslöffel

Industriell vorgefertigte Schablonen aus Metall oder Kunststoff, die der Abformung des Ober- oder Unterkiefers dienen. Sie sind nicht individuell auf den Patienten eingestellt und können unter Umständen mehrmals benutzt werden.

Konformitätserklärung

Eine Konformitätserklärung ist eine schriftliche Bestätigung, die der Verantwortliche (z.B. Hersteller, Händler) für ein Produkt am Ende einer Konformitätsbewertung verbindlich erklärt und bestätigt. Das Produkt muss die auf der Erklärung spezifizierten Eigenschaften aufweisen. Die spezifizierten Eigenschaften werden durch die Angaben von Normen, die das Objekt enthält, festgelegt. Eine Konformitätserklärung ist damit eine Auflistung der Normen, denen ein Gerät entsprechen muss.

Im Praxislabor bedeutet dies, dass man als Zahnarzt auch Hersteller ist und damit unterliegt man der Dokumentationspflicht. D.h. für jede Sonderanfertigung muss eine Konformitätserklärung ausgestellt werden. Darin wird bestätigt, dass die Sonderanfertigung den grundlegenden Anforderungen gemäß Anhang I der Richtlinie 93/42/EWG entspricht.

Diese Erklärung enthält mindestens folgende Angaben:

  • die zur Identifizierung der Sonderanfertigung notwendigen Daten,
  • die spezifischen Merkmale des Produktes ,
  • den Namen des Arztes, der das Produkt verordnet hat,
  • die Versicherung, dass das Produkt nur für einen bestimmten Patienten bestimmt ist,
  • die Versicherung, dass das Produkt den in Anhang I der Richtlinie genannten grundlegenden Anforderungen entspricht.
Entspricht das Produkt nicht den in Anhang I der Richtlinie genannten grundlegenden Anforderungen, muss dies begründet werden.

Konkremente

In der Zahnfleischtasche (subgingival) haftende Plaque und sonstige verkalkte Ablagerungen. Konkremente entstehen aus dem Sekret der Zahnfleischtaschen und sind dunkler als Zahnstein. Die Ablagerungen können chronische Entzündungen auslösen und daher kommt es immer wieder zu kleineren Blutungen. Die braun-schwarze Farbe erhält das Konkrement durch die Einlagerung der Blutpartikel. Konkremente sind aufgrund dieser Zusammensetzung fester und damit schwieriger als Zahnstein zu entfernen.

Konnektor

Stoßdämpfungselement, Verbindungselement: es soll lokale Überbelastungen vermeiden und geringen Ungenauigkeiten abfangen.

konservierende Zahnheilkunde

Das ist der Bereich der Zahnheilkunde, der sich mit der Zahnerhaltung beschäftigt.

Konstruktionsbiss

Bezeichnet die sagittale und transversale Verschiebung des Unter- zum Oberkiefer in das vorgesehene therapeutische Lageverhältnis. Die Kiefergelenksköpfchen nehmen nun eine neue Position ein. Diese löst eine Anpassungsreaktion aus, die die Korrektur der Dysgnathie günstig beeinflusst. Die Bisssperre während der Bissnahme des Konstruktionsbisses sollte maximal 4-6 mm betragen. Die Lageänderung in sagittaler Richtung sollte maximal eine Prämolarenbreite (7-8 mm) betragen.

Kontaktkaries

Bei starkem Kariesbefall eines Zahnes besteht für die Nachbarzähne das Risiko ebenfalls infiziert zu werden.

Kontaktpunkt

Approximalkontakt; die punktförmige Berührung zweier benachbarter Zähne im Zahnzwischenraum.

Konuskrone

Auch als Doppelkrone bezeichnet; die Innenkrone ist konisch gestaltet. Eine Konuskrone dient vor allem der Retention und der Abstützung von abnehmbarem Zahnersatz. In seltenen Fällen wird diese Krone zur Korrektur einer fehlenden gemeinsamen Einschubrichtung bei festsitzenden Brücken verwendet. Der Konuswinkel bestimmt die Haftkraft zwischen Innen- und Außenkrone. Das bedeutet je größer der Konuswinkel ist, desto kleiner ist die Haltekraft.

Kostenerstattung

immer wieder und häufig unter ideologischen Gesichtspunkten diskutierte Form des Zahlungsflusses bei gesetzlich versicherten Patienten: Statt beanspruchte Leistungen über die - für den Patienten - anonyme Chip-Karte abzurechnen, erhält der Patient eine Rechnung der von ihm verursachten Kosten in einer (Zahn-)Arzt-Praxis und wendet sich damit an seine gesetzliche Krankenkasse, die ihm - ähnlich wie bei einer privaten Versicherung - auf der Grundlage ihrer Tarife die Rechnung ganz oder teilweise erstattet. In der ZHK 1998 bei Zahnersatzleistungen praktiziert, wurde diese Möglichkeit der Kostentransparenz 1999 durch "Rot-Grüne-Koalition" wieder verlassen und schließlich mit der Gesundheitsreform (2004) doch wieder eingeführt.

Kralle

Instrument im Zusammenhang mit der (komplizierten) Entfernung eines Zahnes.

Kreuzbiss

Gebissfehlstellung; stammt aus der Kfo und bedeutet, dass die Unterkieferzähne im Verhältnis zu den Zähnen des Oberkiefers weiter außen stehen.

Krone

Zahnkrone bzw. deren künstlicher Ersatz. Im Gegensatz zur Einlagefüllung decken Kronen die natürliche Zahnkrone kappenartig ab.

Kronenfraktur

Es gibt drei Arten von Frakturen die Quer-, Längs- oder Schrägfraktur. Meist sind die Frontzähne betroffen, infolge eines Frontzahntraumas. Die Frakturen werden unterteilt nach: 1. Lokalisation (inzisales Drittel, mittlerer Kronenanteil, apikales Drittel); 2. ob es sich um einen Schmelzsprung, eine Schmelzfraktur oder eine Dentinfraktur handelt, sowie 3. ob eine einfache (ohne Eröffnung der Pulpa) oder eine komplizierte (mit Eröffnung der Pulpa) Fraktur vorliegt. Bei der Behandlung sollte eine Erhaltung der Pulpa unbedingt versucht werden. Das freiliegende Dentin wird mit Calciumhydroxid versorgt und bedeckt mit Komposit. Sollte die Pulpa eröffnet sein, dann wird diese direkt überkappt oder man nimmt eine Vitalamputation vor.

Kronenhülse

Es ist eine dünnwandige, vorgefertigte Hülse in Form einer Krone. Diese Hülse dient der Formgebung bei Frontzahnfüllungen, daher wird sie dem Zahn angepasst beim Einbringen des Komposits in Klasse-IV-Kavitäten. Kronenstümpfe werden mit dieser Hülse nur in Notfällen provisorisch versorgt. Diese Methode wird nur bei Zähnen genutzt, die einen größeren Substanzverlust aufweisen.

Kronenrand

Es handelt sich um den Abschlussrand einer Krone. Dieser Rand stellt den Übergang zur natürlichen Zahnhartsubstanz dar. Kommt es zu einem schlecht präparierten Kronenrand, z.B. ein Spalt zwischen Zahn und Übergang, besteht das erhöhte Risiko von Plaque- und Kariesbildung sowie Zahnfleischentzündungen.

Kronenstumpf

Bezeichnet den vorbereiteten Zahn, der die angefertigte Krone aufnehmen soll.

Kugelkopfanker

Halteelement, befestigt auf Wurzelkappen.

Kugelstopfer

Ist ein Instrument zur Amalgamkondensation, welches ein kugelförmiges Arbeitsende aufweist. Auch Komposite werden mit dem Kugelstopfer in die okklusalen Kavitäten eingebracht.

Kunststoffbrackets

Bestandteil der Brackets ist ein glasfaserverstärkter Kunststoff. Vorteil ist, sie sind transparent und fallen noch weniger auf, da sie sich der Zahnfarbe besser anpassen können. Nachteil der Kunststoffbrackets ist, dass sie eine schlechtere Stabilität als Metall- oder Keramikbrackets aufweisen. Die Krankenkassen zahlen diese Brackets entweder gar nicht oder nur teilweise.

Kunststoffkrone

Acrylkrone, Plastikkrone; zur dauerhaften Versorgung heute nicht mehr gebräuchliche, der Zahnfarbe angepasste, Kronenart.

Kunststoffmatrize

Ist der Begriff für einen Strip, also ein Polyesterstreifen, der zur Abformung von Kompositoberflächen genutzt wird. Diese Matrizen werden auch bei der Polymerisation über die Lichtkeile eingesetzt.

Kunststoffverarbeitung

Dentalkunststoffe werden nach dem Pulver-Flüssigkeit-Verfahren verarbeitet, Grund hierfür ist Polymerisationsschrumpfung. Die einzelnen Werkstücke werden durch Hohlformen hergestellt. Es gibt vier verschiedene Verfahren in der Verarbeitung, die sich durch die Art des Einfüllens unterscheiden: 1. Gießharz-, 2. Spritzpress- und 3. Stopfverfahren, sowie das 4. Plastifizieren.

Kunststoffverblendung

Es handelt sich um zahnfarbene, aus Kunststoff bestehende Verblendungen von Kronen oder Brücken. Vorteil der Kunststoffverblendungen ist, dass sie mit geringerem technischen Aufwand gefertigt werden können. Nachteilig ist allerdings die geringere Abriebfestigkeit und die schlechtere Farbstabilität. Bei den Materialien der Verblendungen handelt es sich um anorganisch gefüllte Polymethylacrylate oder Urethandimethacrylate.

Kündigungsschutzgesetz

Dieses Gesetz ist gültig bei einer Belegschaft ab 6 Personen. Ein/e Angegstellter/e, der/die länger als sechs Monate beschäftigt ist, kann nur entlassen werden aufgrund seiner/ihrer Eigenschaften oder seines/ihres Verhaltens. Kommt es zu einem Arbeitsmangel innerhalb eines Betriebes ist zu entscheiden, wen die Kündigung am wenigsten belastet.

Kürettage

Begriff für die instrumentelle, scharfe Reinigung von Zahnfleischtaschen. Dieses parodontologische Verfahren dient der Therapie von nicht zu tiefen supraalveolären Taschen (3-4 mm). Hierbei gibt es drei Arbeitsschritte: 1. Konkremententfernung, 2. Abkratzen des nekrotischen Wurzelzementes und glätten der Wurzel, 3. Ausschabung der Innenwand der Tasche und des subepithelialen Granulationsgewebes.

Kürette

löffelartiges, scharfrandiges Instrument zum Abkratzen von Wucherungen

Kästchen-Verfahren

Es handelt sich um eine mittlerweile veraltete Methode, bei der Goldknopfzähne kästchenförmig mit Kerr-Masse oder ähnlichen Materialien abgedeckt wurden. Die Zähne wurden dann in das darüber modellierte und gegossene Brückengerüst einzementiert.

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