Zahnlexikon

habituell

gewohnheitsmäßig, regelmäßig

Haftcreme

Prothesenkleber; gibt dem Zahnersatz einen besseren Halt und Sitz. Die luftdichte Polsterung, zwischen Zahnprothese und Zahnfleisch, steigert den Tragekomfort und der Träger fühlt sich sicherer. Weiterer Vorteil der Cremes ist, dass sich keine Speisereste und Luft unter der Prothese ansammeln können.

Haftvermittler

Zum einen handelt es sich um Substanzen, die die Adhäsion eines erst fließfähigen Stoffes an dem zu beschichtenden Bereich verbessern oder überhaupt erst ermöglichen. Zum anderen gibt es schmelzadhäsive Haftvermittler, die den geäzten Schmelz mit der Kunststofffüllung verbinden. Diese Verbindung wird duch die monomeren, leichtfließenden Dimethylacrylate und ihre Polymerisation ermöglicht.

Halitosis

Mundgeruch; Die Ursachen können sein: Störung des Stoffwechsels, Erkrankung des Verdauungstraktes, Leber- oder Nierenprobleme. Beheben kann man den Mundgeruch nur, indem man die vorhandene Ursache behebt. Zusätzliche Maßnahmen in der Mundhöhle (Mundspüllösungen, Bonbons lutschen) können hierbei unterstützend wirken.

Halteelemente

Unterschiedlichste Vorrichtungen zur Befestigung von herausnehmbarem Zahnersatz (z.B. Klammern) und kieferorthopädischen Behandlungsgeräten (z.B. ADAMS-, Pfeil-, Dreiecks- und Ösenklammern sowie Knopfanker). Es gibt drei Gruppen von Halteelementen: aktive (kein Eingreifen des Trägers nötig), passive (nach Einsetzen noch per Mechanismus befestigen) und indirekte (geben Widerstand gegen auftretende Kräfte) Halteelemente.

Headgear

Kopfgestell; extraorale Abstützung für ein kieferorthopädisches Behandlungsgerät. Dieses wird am Kopf befestigt und mit einer Zugvorrichtung (herausnehmbar, festsitzend) versehen, die an den zu bewegenden Zähnen im Mund angreift. Der Headgear wird bei nach hinten gelagerten Backenzähnen benutzt, um diese durch Abstützung außerhalb des Mundes in Position zu halten. Die Tragezeit liegt bei ca. 14-16 Stunden täglich und wird meist nachts getragen. Der Headgear verspricht, bei regelmäßiger Anwendung, eine kürzere Behandlungsdauer. Der Behandlungserfolg ist stark abhängig von der Mitarbeit des Patienten und kann sich durch unregelmäßiges Tragen verzögern oder gar nicht erst einstellen.

Heilinjektion

Eine Position des BEMA; nach der eine subkutane oder submuköse Heilinjektion, die keine örtliche Betäubung für einen Eingriff darstellt, abrechenbar ist.

Helferinnen-Element

Bezeichnet den beweglichen Teil des Behandlungsplatzes zur Linken des Patienten. Hier befinden sich die Geräte , die die Helferin während der Behandlung betätigt (z.B. Absaugkanüle, Mehrfunktionsspritze ect.).

Hemisektion

Chirurgische Entfernung bei einem mehrwurzeligen Zahn, bei dem nur eine der vorhandenen Wurzeln nicht mehr zu erhalten ist. Diese kann mit Hilfe einer Wurzelkanalbehandlung des betroffenen Zahnes entfernt werden und die andere Wurzel des Zahnes kann erhalten bleiben. Vorteil dieser Methode ist, dass der erhaltene Teil des Zahnes noch für den Zahnersatz als feste Basis erhalten bleibt.

Hippokrates Handgriff

Dient der Kieferreposition bei Vorliegen eines luxierten Unterkiefers. Bei dieser Methode wird der Unterkiefer nach kaudal gedrückt und nach dorsal geschoben. Hierbei schiebt sich das Kiefergelenkköpfchen hinter das Tuberculum articulare.

Histologie

histologisch; Lehre von den Geweben des Körpers; untersucht und erforscht den mikroskopischen und elektronenmikroskopischen Feinaufbau und spezielle Funktionen des Gewebes von Organen (morphologische Diagnostik). Hauptaufgaben der Histologie sind: Frühdiagnose und Klassifizierung (gut- oder bösartig) von Tumoren; Nachweis von Stoffwechselerkrankungen; Untersuchung parasitärer, bakterieller, entzündlicher Erkrankungen und als Hilfestellung bei der Therapiewahl.

HKP

Heil- und Kostenplan; schriftliche Aufstellung von geplanten Leistungen und Vergütungen beim Zahnersatz, um diesen bei der Gesetzlichen Krankenkasse vorzulegen (Pflicht - bis auf wenige Ausnahmen - vor Beginn der Behandlung). Bei der Privaten Krankenkasse wird empfohlen den HKP ebenfalls vor einer Behandlung vorzulegen, um den Erstattungsbetrag abzuklären. Die Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ), als Teil der allgemeinen zahnärztlichen Leistungen, dient als Grundlage für die Kostenerstattung.

hochtourig

Rotierende Instrumente mit hoher Drehzahl werden mit dem Begriff hochtourig gekennzeichnet. Diese Instrumente kommen bei einer hochtourigen Präparation zum Einsatz, wie etwa dem Abtragen von Zahnhartsubstanz bei einer Drehzahl von 50.000-100.000 U/Minute.

Hohlkehlpräparation

Beschleifen der Präparationsgrenze mit einem speziell geformten Diamantschleifer („Torpedo"), so dass nach dem Eingliedern, der fertigen Krone, ein glatter Übergang zwischen Zahnstumpf und künstlicher Krone entsteht.

Homöopathie

Wissenschaftlich nicht belegte Lehrmeinung, die von der These ausgeht, dass Ähnliches mit Ähnlichem geheilt werden kann. Es werden Heilmittel eingesetzt, die in hohen Dosen bei Gesunden Symptome hervorrufen, die auch bei bestimmten Krankheiten auftreten. Die Verdünnungen der Tinkturen sind so gering, dass von den homöopathischen Medikamenten keine Gefährdung für die Gesundheit ausgeht. Über Heilungserfolge wird berichtet, die Wirkungsweise konnte in einer wissenschaftlichen Überprüfung jedoch nicht nachvollzogen werden. Die homöopathisch tätigen Zahnärzte sehen den Einsatz der Homöopathie als Begleittherapie bei entzündlichen Prozessen, Schmerzen nach Zahnentfernung, als auch zur Vorbereitung ängstlicher Patienten.

Honorarvereinbarung

Privatpatient und Zahnarztes haben die Möglichkeit, ein von der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) abweichendes Honorar nach §2 dieser Rechtsvorschrift zu vereinbaren. Sie unterliegt bestimmten Voraussetzungen wie z. B. der schriftlichen Vereinbarung über die voraussichtliche Höhe der Kosten.

Horizontalbiegung

In der Edgewise-Technik (festsitzende kieferorthopädische Behandlungstechnik) bezeichnet man mit diesem Begriff Biegungen 1. Ordnung, die in der Bogenebene erfolgen. Es gibt drei verschiedene Biegungen: 1. inset (Einwärtsbiegung), 2. offset (dabei ist der Bogen nach vestibulär versetzt) und 3. toe in (Einwärts-Abwinkelung des im Molarentube liegenden Bogenendes).

horizontale Putztechnik

Technik des Zähneputzens, bei der die Zahnbürste mit starkem, waagerechtem Druck über die Zähne geführt wird. Hierbei wird das Zahnfleisch so beansprucht, dass es fast „weggeputzt“ wird. Zudem werden die Zahnzwischenräume bei dieser Methode nicht vollständig sauber, so dass Speisereste und Bakterien zwischen den Zähnen bleiben. Empfohlene Methode ist die KAI-Methode: Kauffläche, Außenfläche und kreisförmig die Innenfläche.

How Zange

Dieses Instrument wird in der Kieferorthopädie zum Anlegen von Bändern bei festsitzenden Apparaturen verwendet. Die Zange hat flache und seitlich verbreiterte Backen.

Hufeisenplatte

Es handelt sich um eine hufeisenförmige Gaumenplatte, die dem anterioren Teil des Gaumens anliegt und den posterioren Bereich nicht bedeckt.

Hyaluronsäure

Die Säure ist in der Lage große Wassermengen zu binden, ist der Hauptbestandteil der Gelenksflüssigkeit und hat damit Schmierfunktion bei allen Gelenksbewegungen. Bei der Parodontitisbehandlung unterstützt die Hyaluronsäure durch ihre regenerierenden und entzündungshemmenden Eigenschaften positiv den Heilungsprozess.

Hydrax-Schraube

Eine stabile Dehnschraube mit deren Hilfe der Oberkiefer sehr schnell erweitert werden kann. Bei dieser Methode erfolgt eine Gaumennahterweiterung um bis zu 10 mm.

Hydrokolloid

Gehören zu der Gruppe der Polysaccharide und Proteine, gehen in Wasser als Kolloide in Lösung und zeigen in Verbindung mit der Flüssigkeit ein großes Potenzial zur Gelbildung. Es wird als reversibel-thermoplastisches Abformmaterial benutzt auf Agar-Agar oder Alginatbasis.

Hydroxylapatit

Wichtigster und mengenmäßig bedeutendster Bestandteil der Hartsubstanz von Knochen und Zähnen. Zahnschmelz besteht fast nie aus reinem Hydroxylapatit, sondern weist eingelagerte Fremdionen auf. Fluorideinbau stabilisiert die Apatitstruktur. Der Fluorapatit ist beständiger als das körpereigene Hydroxylapatit. Der Zahnschmelz ist durch den hohen Anteil an Hydroxylapatit und der zusätzlichen Fremdionen das härteste Material unseres Körpers.

Hygiene

Gesundheitslehre; wissenschaftliche Lehre von der Gesundheit, einschließlich Gesundheitspflege und Gesundheitsfürsorge.

Hygieneplan

Eine Richtlinie, die vom Ausschuss der Bundeszahnärztekammer für die zahnärztliche Berufsausübung erstellt wurde. Darin wird festgeschrieben, welche Maßnahmen bei der Desinfektion, Reinigung, Sterilisation und der Ver- und Entsorgung einzuhalten sind. Der Zahnarzt hat die Einhaltung aller Maßnahmen zu kontrollieren und die jährliche Einweisung schriftlich festzuhalten.

Hülsenkrone

Diese Kronenart umschließt, im Unterschied zu einer Teilkrone, die natürliche Zahnkrone vollständig. Es gibt zwei verschiedene Arten: zum einen die Metall- und zum anderen die Nichtmetallhülsenkronen.

Hyperodontie

Überschuss an Zähnen; statt den normalerweise 32 Zähnen eines bleibenden Gebisses kommt es vor, dass noch ein zusätzlicher Zahn auftaucht, meist ein Schneidezahn, seltener ein Backenzahn. Ursachen für Hyperodontie können sein: ein Überschuss an dentaler Lamina oder eine Zahnkeimspaltung. Nachteile nur, wenn der Zahn den Kauapparat stört oder gar verletzt.

Hyperplasien

Vergrößerung eines Gewebes oder Organs durch Zunahme der Zellanzahl, aufgrund vermehrter Zellteilung, z.B. Wucherung des Zahnfleischs infolge von Medikamentengabe.

Hypersalivation

Vermehrter, übermäßiger Speichelfluss. Ursachen können Erkrankungen der Speicheldrüsen und der Mundhöhle sein. Auch Vergiftungen können eine vermehrte Speichelproduktion auslösen.

Hypersensibilität

Überempfindlichkeit der Zähne bei äußerer Reizeinwirkung (z.B. übermäßige Wärme, Kälte). Hauptursachen sind freiliegende Zahnhälse oder abgewetzte Zahnflächen, durch spezielle Behandlungen mit Gel/Lack oder Zahncremes kann man eine Linderung der Schmerzen erreichen.

Hypnose

Künstlich (durch Suggestion) hervorgerufene Bewusstseinseinengung mit Überführung in einen schlafähnlichen Zustand; in der ZHK vereinzelt zur Angst- und Schmerzkontrolle angewandt.

Hämangiom

Blutschwamm, gutartiges Geschwür. Taucht oft schon bei der Geburt auf und befindet sich in der Mündhöhle an der Innenseite von Wange und Lippe. Die Ursache für das Auftauchen des Blutschwammes ist bisher noch nicht geklärt und kann nur operativ entfernt werden. Ein Knochenhämangiom kann an den seitlichen Zähnen auftreten und muss vor der Extraktion eines Zahnes entfernt werden, da es sonst zu schweren Blutungen kommen kann.

Hämatom

Haematoma, Bluterguss, Blutfleck; in der ZHK meist als subkutanes Hämatom als Folge von Kieferoperationen (postoperativ) oder nach Unfällen (posttraumatisch) vorkommend.

Hämoglobin

Farbstoff der roten Blutkörperchen

hämorrhagisch

bedeutet: Blutungen betreffend, blutend

Höcker

Gehören zu den Kauelementen und sind die „Spitzen“ oder „Erhebungen“ der großen und kleinen Backenzähne. Zwei Höcker kommen bei den Prämolaren und vier Höcker bei den Molaren vor. Die „Spitzen“ greifen in die entsprechenden Gruben der gegenüberliegenden Backenzähne und zermahlen beim Kauakt die Nahrung nach dem Mörserprinzip.

Höcker-Fissuren-Verzahnung

Auch als Höcker-Fissuren-Biss bezeichnet; bei diesem Biss sind die oberen Seitenzähne im Vergleich zu den unteren Seitenzähnen um eine halbe Zahnbreite versetzt. Daher treffen die Höcker der oberen Seitenzähne auf die Fissuren der unteren seitlichen Zähne.

Höcker-Fossa-Beziehung

Bei dieser Okklusion greift einer der Stützhöcker in die zentrale Grube seines Antagonisten.

Höcker-Höcker-Biss

Bei dem doppelten Höckerbiss handelt es sich um einen angeborenen oder erworbenen Fehlstand der Zähne. Beim Schlussbiss kommt es zu einem Zusammentreffen der Höckerspitzen von Prämolaren und Molaren.

Höckerabhang

Es handelt sich hierbei um den anatomischen Teil der Okklusalfläche eines Seitenzahnes. Es gibt einen inneren und äußeren Höckerabhahng. Beide werden durch den Höckergrat, in mesiodistaler Richtung verlaufende Grenzlinie, voneinander getrennt. Der äußere Höcker neigt sich nach bukkal und der innere Höcker ist zur Zentralfissur geneigt.

Höckerfraktur

Eine Fraktur liegt vor, wenn es im Bereich der Höcker zu einem Abbrechen der Zahnhartsubstanz kommt. Ursache sind meist mehrflächige Kavitäten, bei denen der okklusale Teil zu einem Drittel den bukkolingualen Höckerabstand überschreitet. Vorsorglich kann man bei Gussfüllungen eine Überkuppelung vornehmen, um eine Höckerfraktur zu vermeiden.

Höckerhöhe

Beschreibt den Abstand, der sich zwischen der Höckerspitze und der zentralen Grube befindet.

Höckerschutz

Einbeziehung der zentrischen Höckerspitzen und der Scherhöcker in eine zahnärztliche Versorgung zur Vorbeugung einer Höckerabsprengung oder Zahnlängsfraktur.

Höhenabbau

Röntgenologisch feststellbar; Abnahme des knöchernen Alveolarfortsatzes mit oder ohne Rückgang des bedeckenden Zahnfleisches infolge einer entzündungs- oder altersbedingten Parodontopathie. Kommt es zum Schwund des Zahnfleisches, wirken die Zähne optisch länger, ansonsten entstehen tiefe Zahnfleischtaschen.

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