|
Zahnlexikon
palatinal
Richtungsangabe: betrifft nur den Oberkiefer und bedeutet gaumenwärts, zum Gaumen hin.
|
Panorama-Röntgenaufnahme
|
Übersichtsaufnahme vom Zahn- und Kieferbereich mit Hilfe bes. Röntgentechniken; hierbei wird entweder ein Schichtaufnahmeverfahren (siehe Orthopantomographie) oder ein Projektionsverfahren, mit feststehender Strahlenquelle in der Mundhöhle und von außen um den Kiefer gelegtem Film, angewandt.
|
Pantographie
|
Dreidimensionale, extraorale (außerhalb des Mundes) Registrierung der horizontalen und vertikalen Grenzbewegungen des Kiefergelenks unter Einbeziehung der Eckzahnbewegungen (mit und ohne Zahnführung) mittels eines Gesichtsbogens.
|
Papillektomie
|
Bezeichnung für das vollständige Entfernen des interdentalen Gingivagewebes unter lokaler Anästhesie.
|
parodontal
Den Zahnhalteapparat ( Parodontium) betreffend.
|
Parodontalbehandlung
Zahnfleischbehandlung, Parodontaltherapie, "Parodontosebehandlung"; komplexe Maßnahmen zur Behandlung des erkrankten Zahnhalteapparates.
|
Parodontalchirurgie
Dient der Regeneration des Zahnhalteapparates, d.h. ein Rückgang des Zahnfleisches und damit freiliegende Zahnhälse können wieder bedeckt werden oder aber Knochentaschen gefüllt werden. Zum anderen kann man durch die Parodontalchirurgie auch den Zahnfleischverlauf verbessern und korrigieren mit Hilfe von Zahnfleischtransplantaten.
|
Parodontaler Screening Index (PSI)
Mit diesem Verfahren kann man mit einer Sonde messen, wie weit die Knochenrückbildung am Zahn vorangeschritten ist. Der Index gibt den Schweregrad an, dieser liegt zwischen null und vier, und dadurch kann der Behandlungsbedarf festgestellt werden. Die Gesetzlichen Krankenkassen übernehmen seit 2004 die Kosten für die Vorsorgeuntersuchung. Je nach Schweregrad kann der Zahn erhalten oder gezogen werden.
|
Parodontitis
Zahnbettentzündung; chronisch bakterielle Entzündung, die Zahnfleisch und Stützgewebe (Parodontium) angreift, zerstört und auf diese Weise den Zahn aus seiner Verankerung löst. Gefäßerkrankungen können durch Parodontitiserreger ausgelöst werden, da sich die Erreger über die Blutbahn verbreiten und dann in die Gefäße eindringen können. Es gibt verschiedene Erkrankungsgrade, die von null bis vier eingeteilt werden. Null ist gesundes Zahnfleisch und bei drei und vier liegt dann eine mittelschwere Parodontitis vor, diese muss dringend behandelt werden. Bleibt eine Behandlung aus, kommt es zu einer Zerstörung der Wurzelhaut, des Zahnbettes und letztlich des Kieferknochens.
|
Parodontium
|
Bezeichnung für den Zahnhalteapparat, der den Zahn mit dem Kiefer verbindet.
|
Parodontopathien
Zahnbetterkrankungen
|
Parodontose
|
auch: Paradentose (veralt.), Zahnbettschwund, "Zahnausfall"; entzündungsfreier Rückgang des Zahnhalteapparates mit oder ohne Lockerung der Zähne, meist altersbedingt.
|
Parotis
Pathogenese
|
Entstehung und Entwicklung einer Erkrankung, zu unterscheiden in kausale Pathogenese und formale Pathogenese. Die kausale Pathogenese beschreibt den Ursache-Wirkungs-Komplex einer Krankheit: Auslöser – Krankheitsbereitschaft – Entstehung. Die formale Pathogenese beschreibt die strukturierten und funktionellen Veränderungen im Rahmen des Krankheitsverlaufen.
|
Periimplantitis
|
Implantatentzündung; diese können durch Keime zwischen dem Implantataufbau und dem eigentlichen Implantat entstehen. Das umliegende Gewebe verändert sich so, dass es zu Implantatverlusten oder Abszessen kommen kann. Mit antibakteriellen Gels kann man diesen Mikrospalt versiegeln und dadurch das Infektionsrisiko vermindern.
|
Periodontium
|
Periodontalspalt; Zahnwurzel und Alveolarknochen werden durch diesen kleinen Spalt voneinander getrennt. In diesem Spalt befinden sich kollagene Fasern, die den Zahn mit dem Kieferknochen verbinden. Zudem ist hier ein Netz aus Kapillaren, die ein Flüssigkeitskissen bilden und damit den Kaudruck abfedern.
|
Periost
Knochenhaut; als äußeres, den Knochen umkleidendes, stark durchblutete und mit Nerven versehene Gewebe, versorgt es große Teile davon mit Nährstoffen.
|
Pfeilerzahn
Zahn, auf dem eine Seite einer Brücke befestigt ist.
|
Phlegmone
|
Eitrige Gewebsentzündung; mit Tendenz zu einer flächenhaften, "schrankenlosen" Ausbreitung.
|
Photopolymerisat
|
Ein-Komponenten-Kunststoffe, die unter UV-Blaulicht aushärten.
|
Placebo
|
Hierbei handelt es sich um ein Präparat, welchen keinen arzneilichen Wirkstoff enthält und damit auch keine, durch solch einen Stoff verursachte, pharmakologische Wirkung haben kann. Es ist ein äußerlich nicht vom Original unterscheidbares Leer- oder Scheinmedikament.
|
Plaque
Fest haftende Zahnbeläge, die von in der Mundhöhle lebenden Bakterien mit der Zeit gebildet werden. Die Plaquebakterien produzieren bei Zuckerzufuhr ständig Säure und führen so zu Zahnschäden (Karies). Stoffwechselprodukte dieser Plaquebakterien führen auch zu Entzündungen des Zahnfleischs. Zur besseren Sichtbarmachung kann Zahnbelag angefärbt werden. Plaque ist eine wesentliche Voraussetzung für die Entstehung von Karies und Parodontitis und muss daher durch geeignete mundhygienische Maßnahmen mechanisch entfernt werden (Zahnbürste, Zahnseide, Interdentalbürste u.a.).
|
Platzhalter
|
Lückenhalter, Platzhalterfunktion; Maßnahmen zur Offenhaltung eines entstandenen Zahnlücke durch vorzeitigen Milchzahnverlust, um dem bleibenden Zahn genügend Raum zum Durchbrechen zu lassen.
|
Politur, polieren
Oberflächenveredelung durch Schleifen und Glätten, z.B. von Plomben und Zahnoberflächen.
|
Positioner
|
Kieferorthopädisches Behandlungsgerät bestehend aus elastischem Silikon. Das Gerät wird benutzt, um einen regulierten Gebisszustand herzustellen bei dem einzelne kleinere Zahnbewegungen integriert werden können. Bei dieser Methode führt der Positioner die Zähne beim Zubeißen in die richtige Position.
|
ppm
|
Abk. parts per million; Der Fluoridgehalt in Zahnpasten, Gels, Lösungen, Lacken usw. wird in „ppm“ angegeben
|
Primärkassen
|
Primärkassen ist der Begriff für in § 4 SGB V aufgeführte gesetzliche Krankenkassen mit Ausnahme der Ersatzkassen.
|
Probeexzision
|
Vor/während dem eigentlichen Eingriff kann durch Untersuchung eines kleinen Teiles des erkrankten Gewebes - einer Probeexzision - ob eine gut- oder bösartige Veränderung vorliegt (sog. Histopatologie).
|
Professionelle Zahnreinigung
Auch PZR genannt; Alle Maßnahmen, die der Reinigung der Zahnoberflächen dienen. Durchgeführt werden diese Maßnahmen in der Regel von besonders weitergebildetem Personal (z.B. Prophylaxeassistentin, Dentalhygienikerin) in der zahnärztlichen Praxis. Die Professionelle Zahnreinigung (PZR) beinhaltet die Entfernung von Zahnstein und anderen hartnäckigen Belägen und Verfärbungen. Anschließend werden die Zähne poliert, um eine erneute Ansiedlung der Bakterien zu erschweren. Eine regelmäßige Professionelle Zahnreinigung ist nicht nur eine kosmetische Maßnahme, sondern sie ist wesentliche Voraussetzung für die Gesunderhaltung der Zähne und des Zahnhalteapparats.
|
Prophylaxe
Alle Maßnahmen zur Vorbeugung und Verhütung von Krankheiten.
|
Prothese
Künstlicher Ersatz von Körperteilen. In der Zahnmedizin: fester und herausnehmbarer Zahnersatz, je nach Abstützung unterscheidet man parodontal (nur auf Zähnen) und parodontalgingival (auf Zähnen und Schleimhaut) abgestützte Prothesen von rein schleimhautgetragenen Prothesen.
|
Protrusion
|
Als Protrusion bezeichnet man die Art der Biss- und/oder Kieferfehlstellung, bei der der Oberkiefer zu weit nach vorn steht (engl. protruding, protrusive – nach vorn stehend). Man unterscheidet die koronale Protrusion (die Kronen der Frontzähne sind lippenwärts, also nach vorn, gekippt), von der alveolären und maxillären Protrusion. Bei der alveolären Variante ist der Alveolarfortsatz (der knöcherne Zahnbogen, in dem die Zähne „stecken“) aufgedehnt und Zähne stehen nach vorn. bei der maxillären Ausprägung ist der gesamte Oberkiefer ist nach vorn und hinten zu groß. Die Ursache für den in jedem Fall überdurchschnittlich lang geformten Oberkiefer kann genetisch sein, meistens ist jedoch das Lutschen verantwortlich (Lutschprotrusion).
|
Provisorium
Vorläufige Maßnahmen zum Schutz des Zahnes nach Vorbereitung desselben zur Aufnahme von z.B. Prothesen. Die provisorische Füllung besteht meist aus gebrauchsfertigen Mischungen von Zink- und Kalziumsulfat oder auch Zinkoxid-Nelkenöl mit Zusätzen.
|
proximal
|
Der Körpermitte bzw. dem zentralen Teil eines Körpergliedes zu gelegen.
|
PRP
|
Die PRP-Behandlung, auch bekannt als "Platelet Rich Plasma", ist ein Thrombozytenkonzentrat, welches oft in der Parodontologie aber auch in der Implantologie genutzt wird, da gerade hier eine schnelle Knochenneubildung und eine Verkürzung der Einheilphase bei den Implantaten erwünscht ist. Vor oder während der Behandlung wird dem Patienten Eigenblut entnommen (ca. 10-18 ml). Da der Wachstumsfaktor in den Thrombozyten enthalten ist, wird durch Zentrifugation des Blutes ein Thrombozytenkonzentrat gewonnen. Als Bezeichnung für dieses Thrombozytenkonzentrat hat sich die Bezeichnung "Platelet Rich Plasma" (PRP) durchgesetzt.
|
Prädilektionsstelle
|
Favorisierte, bevorzugte Stelle (z. B. Prädilektionsstellen für Kariesentstehung)
|
Präfixierung von Implantatpfosten
|
Spaltfreies Aufschrauben des später als direkt in die Restauration eingearbeiteten oder als Verbindungselement dienenden Implantatpfostens auf das im Modell verankerte Modellierimplantat. Dazu können statt des Aufschraubens können auch Verfahrensweisen wie Stecken oder Kleben u. ä. Anwendung finden.
|
Prämolarisierung
|
Zerteilung eines Backenzahns an seiner Aufteilungsstelle
(Bifurkation) - nach durchgeführter Wurzelkanalbehandlung - in seine einzelnen Wurzeln. Diese Teilung ermöglicht eine effektivere Reinigung der einzelnen Wurzelabschnitte. Die Zahnhälften werden nun als Prämolaren bezeichnet und werden so gelassen. Diese Methode kann nur angewendet werden, wenn genügend Knochengewebe vorhanden ist und die mesialen und distalen Wurzeln eine Trennung ermöglichen.
|
Präparation
Auch Maßnahmen, wie Ausbohren und Beschleifen; Bearbeitung der äußeren Form des Zahnes, um die Aufnahme z.B. einer Krone zu vereinfachen.
|
Prävention
Vorbeugung, Prophylaxe
|
präventiv
PSI-Code
|
Beim PSI-Code handelt es sich den Parodontalen Screening-Index. Mit diesem Index kann man bei jedem Patienten, unabhängig vom Alter, eine eventuelle parodontale Behandlungsbedürftigkeit feststellen. Bei jeder Basisuntersuchung sollte die Bestimmung des PSI-Codes vorgenommen werden. Das Indexssystem kann sowohl zur Früherkennung als auch zur unterstützenden Nachsorge eingesetzt werden. Der PSI-Code umfasst die Stufen 0-4, wobei die Stufe 0 für gesunde Parodontalverhältnisse steht und die Stufe 4 eine mittelschwere bis schwere Parodontitis anzeigt.
|
Pulpa
Bezeichnung für das Zahnmark, das als Weichgewebe das Innere des Zahnes ausfüllt. Es gibt die Kronen- und Wurzelpulpa in deren Bindegewebe Nerven, Blut- und Lymphgefäße liegen.
|
Pulpitis
|
Zahnmarkentzündung, Zahnnerventzündung.
|
Pulpotomie
|
Bei einer Pulpotomie handelt es sich um eine Vitalamputation. Die vitale Kronenpulpa wird hierbei entfernt. Allerdings wird diese Behandlung nur bei Zähnen mit noch nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum vorgenommen, da hier noch keine reguläre Wurzelkanalbehandlung möglich ist. Das Ziel dieser Behandlung ist die Vitalerhaltung der Wurzelpulpa.
|
Sie vermissen einen Begriff?
Schicken Sie uns eine E-Mail an zahnlexikon@spitta.de und wir ergänzen das Spitta-Zahnlexikon umgehend.
|