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26.02.10
Hochtechnologie in der Zahnarztpraxis
Die deutsche Dental-Industrie erforscht in enger Zusammenarbeit mit Zahnärzten und Zahntechnikern permanent neue Technologien, Verfahren und Materialien.
Die Produkte erleichtern dem Zahnarzt und dem Zahntechnikermeister die Arbeit. Sie sorgen für mehr  Präzision und bieten dem Patient eine komfortable Behandlung.

Digitale Spezialkamera statt manuellem Abdruck

Die moderne Dental-Industrie hat digitale Spezialkameras entwickelt, welche berührungslos Zahn für Zahn abtasten und so die Daten für den digitalen Abdruck erfassen. Eine spezielle Software fügt die Informationen zusammen – es entsteht ein Modell der Zähne und der Zahnreihe.  „Die direkte Übertragung der Daten auf den Computerbildschirm ermöglicht eine sofortige Kontrolle, ob auch alle Zahnbereiche ausreichend vermessen worden sind“, so Zahnarzt Joachim Hoffmann von der Initiative proDente. Sind die Daten komplett, werden sie digital an das Dentallabor zur Herstellung der notwendigen Therapiemöglichkeit weitergeleitet. Dort entsteht aus den Patientendaten ein Modell der Zähne, in welches der benötigte Zahnersatz perfekt eingepasst wird.

Kino für den Patienten

Die eigenen Zähne und die Mundhöhle im Detail und aus der Nähe betrachten – was bislang dem Zahnarzt vorbehalten war,  ist nun auch dem Patienten möglich. Mit der intraoralen Kamera können digitale Fotos von der Mundhöhle oder einzelnen Zähnen direkt auf einen Videobildschirm übertragen werden, wo sie vergrößert zu sehen sind. „So kann der Patient genau sehen, wo eine Verfärbung oder eine versteckte Karies sitzt,“  erklärt Dr. Oesterreich von der Initiative proDente.

Der Zahnarzt kann das kugelschreibergroße High-Tech Instrument sowohl bei der Diagnose als auch bei der Behandlung einsetzen. Durch die starke Vergrößerung der Mundkamera können schwierige Diagnosen wie kleinste Defekte gestellt werden, die bei normaler Betrachtung möglicherweise übersehen werden. „Für die Zusammenarbeit des Zahnarztes mit anderen Spezialisten sind die Aufnahmen der Mundkamera von großem Wert“, so Dr. Oesterreich.  Die Bilder können über das Internet oder via IDSN direkt ins Dentallabor gesendet werden. Der Zahntechniker kann an den Bildern die Schichtung, Oberflächenstruktur und Form der Zähne ablesen und so ästhetisch anspruchsvollen Zahnersatz gestalten. Der Patient wiederum kann mit Hilfe der intraoralen Kamera den neu eingesetzten Zahnersatz aus allen Winkeln betrachten und begutachten.

Gel stoppt Karies

Karies behandeln, ohne zu bohren  - eine entspannte Vorstellung für die meisten Patienten. Denn manch einem wird schon beim bloßen Anblick der metallenen Instrumente flau im Magen.  Mit Hilfe eines speziellen Gels kann die moderne Zahnmedizin inzwischen kleine kariöse Stellen chemomechanisch auflösen und so das Bohren teilweise ersetzen. Das Gel wird direkt auf die kariöse Stelle aufgetragen. „Die angelöste Karies wird anschließend mit Handinstrumenten entfernt“, erklärt Prof. Dr. Ch. H. Splieth, Spezialist in den Bereichen Kariologie, Prävention und Kinderzahnheilkunde der Universität Greifswald.

Diese wissenschaftlich erprobte Methode eignet sich besonders zur Behandlung kleiner Kinder. Deren Angst vor dem Zahnarzt erschwert oft eine klassische konventionelle Behandlung. „Außerdem sind bei Milchzähnen die kariösen Stellen meist direkt zugänglich – sie bilden damit eine ideale Grundlage für eine alternative Behandlungsmethode“, weiß Prof. Dr. Splieth.

Bei Erwachsenen hängt der Ausgangszustand des Zahnes davon ab, ob die Anwendung mit dem Gel ausreicht, die Karies zu entfernen. Bei größeren Defekten des Zahnes oder tiefsitzender Karies garantiert noch immer der Einsatz des Bohrers eine dauerhaft erfolgreiche Wiederherstellung des Zahnes. In einigen Fällen kann die konventionelle Methode mit der Behandlung mit dem Gel kombiniert werden. So können alte Füllungen mit dem Bohrer entfernt werden, die Karies dagegen mit dem Gel.

Quelle: Initiative proDente e.V.

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