Die Produkte erleichtern dem Zahnarzt und dem
Zahntechnikermeister die Arbeit. Sie sorgen für mehr Präzision und bieten
dem Patient eine komfortable Behandlung.
Digitale Spezialkamera statt manuellem Abdruck
Die moderne Dental-Industrie hat digitale Spezialkameras
entwickelt, welche berührungslos Zahn für Zahn abtasten und so die Daten für
den digitalen Abdruck erfassen. Eine spezielle Software fügt die Informationen
zusammen – es entsteht ein Modell der Zähne und der Zahnreihe. „Die
direkte Übertragung der Daten auf den Computerbildschirm ermöglicht eine
sofortige Kontrolle, ob auch alle Zahnbereiche ausreichend vermessen worden
sind“, so Zahnarzt Joachim Hoffmann von der Initiative proDente. Sind die Daten
komplett, werden sie digital an das Dentallabor zur Herstellung der notwendigen
Therapiemöglichkeit weitergeleitet. Dort entsteht aus den Patientendaten ein
Modell der Zähne, in welches der benötigte Zahnersatz perfekt eingepasst wird.
Kino für den Patienten
Die eigenen Zähne und die Mundhöhle im Detail und aus der
Nähe betrachten – was bislang dem Zahnarzt vorbehalten war, ist nun auch
dem Patienten möglich. Mit der intraoralen Kamera können digitale Fotos von der
Mundhöhle oder einzelnen Zähnen direkt auf einen Videobildschirm übertragen
werden, wo sie vergrößert zu sehen sind. „So kann der Patient genau sehen, wo
eine Verfärbung oder eine versteckte Karies sitzt,“ erklärt Dr.
Oesterreich von der Initiative proDente.
Der Zahnarzt kann das kugelschreibergroße High-Tech
Instrument sowohl bei der Diagnose als auch bei der Behandlung einsetzen. Durch
die starke Vergrößerung der Mundkamera können schwierige Diagnosen wie kleinste
Defekte gestellt werden, die bei normaler Betrachtung möglicherweise übersehen
werden. „Für die Zusammenarbeit des Zahnarztes mit anderen Spezialisten sind
die Aufnahmen der Mundkamera von großem Wert“, so Dr. Oesterreich. Die
Bilder können über das Internet oder via IDSN direkt ins Dentallabor gesendet
werden. Der Zahntechniker kann an den Bildern die Schichtung,
Oberflächenstruktur und Form der Zähne ablesen und so ästhetisch
anspruchsvollen Zahnersatz gestalten. Der Patient wiederum kann mit Hilfe der
intraoralen Kamera den neu eingesetzten Zahnersatz aus allen Winkeln betrachten
und begutachten.
Gel stoppt Karies
Karies behandeln, ohne zu bohren - eine entspannte
Vorstellung für die meisten Patienten. Denn manch einem wird schon beim bloßen
Anblick der metallenen Instrumente flau im Magen. Mit Hilfe eines
speziellen Gels kann die moderne Zahnmedizin inzwischen kleine kariöse Stellen
chemomechanisch auflösen und so das Bohren teilweise ersetzen. Das Gel wird
direkt auf die kariöse Stelle aufgetragen. „Die angelöste Karies wird
anschließend mit Handinstrumenten entfernt“, erklärt Prof. Dr. Ch. H. Splieth,
Spezialist in den Bereichen Kariologie, Prävention und Kinderzahnheilkunde der
Universität Greifswald.
Diese wissenschaftlich erprobte Methode eignet sich
besonders zur Behandlung kleiner Kinder. Deren Angst vor dem Zahnarzt erschwert
oft eine klassische konventionelle Behandlung. „Außerdem sind bei Milchzähnen
die kariösen Stellen meist direkt zugänglich – sie bilden damit eine ideale
Grundlage für eine alternative Behandlungsmethode“, weiß Prof. Dr. Splieth.
Bei Erwachsenen hängt der Ausgangszustand des Zahnes davon
ab, ob die Anwendung mit dem Gel ausreicht, die Karies zu entfernen. Bei
größeren Defekten des Zahnes oder tiefsitzender Karies garantiert noch immer
der Einsatz des Bohrers eine dauerhaft erfolgreiche Wiederherstellung des
Zahnes. In einigen Fällen kann die konventionelle Methode mit der Behandlung
mit dem Gel kombiniert werden. So können alte Füllungen mit dem Bohrer entfernt
werden, die Karies dagegen mit dem Gel.
Quelle: Initiative proDente e.V.