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02.12.02
Mund-Antrum-Fistel stets behandeln: Gefahr einer chronischen Sinusitis maxillaris
Bleibt eine Mund-Antrum-Fistel unbehandelt, kommt es in den meisten Fällen zum Entstehen einer sehr hartnäckigen chronischen Sinusitis maxillaris. Mehr dazu ...

Einleitung
Bleibt eine Mund-Antrum-Fistel unbehandelt, kommt es in den meisten Fällen zum Entstehen einer sehr hartnäckigen chronischen Sinusitis maxillaris, so Dr. Dr. Claudius Ratschew, ein zumeist nur chirurgisch lösbares Problem. Bei Extraktionen, operativen Zahnentfernungen und Zystenoperationen kommt es im Oberkiefer-Seitenzahnbereich relativ häufig zum Entstehen einer Mund-Antrum-Fistel. Man versteht darunter eine iatrogen entstandene Verbindung zwischen der Mundhöhle und dem Sinus maxillaris. Nach jeder Extraktion im Oberkiefer-Prämolaren- und Oberkiefer-Molarenbereich sollte die Extraktionswunde unmittelbar nach der Entfernung des Zahns mit einer vorsichtig geführten Sonde auf eine Perforation untersucht werden. Zusätzlich sollte stets der so genannte Valsalva-Versuch durchgeführt werden. Besteht nun eine Mund-Antrum-Fistel, so wird hierbei die Luft mit einem deutlich hörbaren Pfeifgeräusch aus der Alveole austreten.

Der Valsalva-(Nasen-Blase-) Versuch kann allerdings auch falsch-negativ sein, nämlich dann, wenn ein Schleimhautpolyp sich beim Ausatmen über die Fistelöffnung legt und auf diese Weise eine geschlossene Kieferhöhle vortäuscht. Zur Therapie bei Vorliegen einer Mund-Antrum-Fistel empfiehlt Ratschew: Wenn die Kieferhöhle bland ist und sich aus der Alveole kein Eiter entleert, muss der Defekt möglichst schnell, am besten sofort, chirurgisch verschlossen werden. Ist die Kieferhöhle, beispielsweise durch einen beherdeten Zahn, infiziert, so sollte sie für zehn bis 14 Tage täglich mit Baneocin-Lösung gespült werden, bis die Spülflüssigkeit klar ist und damit keine Zeichen einer Entzündung mehr vorliegen.

Chirurgischer Defektverschluss
Der chirurgische Verschluss einer Mund-Antrum-Fistel erfolgt in der Regel durch die Bildung eines von bukkal gestielten Trapezlappens. Hierbei wird ein Mukoperiostlappen gebildet, der durch eine Querinzision des Periosts verlängert wird, so dass er über den Knochendefekt spannungsfrei nach palatinal gezogen werden kann. Dieser Lappen wird dann einerseits durch eine Matratzennaht, andererseits durch mehrere Einzelknopfnähte in seiner Position gesichert. Die Nähte sollten in diesem Fall zehn bis 14 Tage belassen werden.

Druckvermeidung und Antibiotika
Es empfiehlt sich bei jeder plastischen Deckung einer Mund-Antrum-Fistel, den Patienten für einige Tage antibiotisch abzuschirmen und ihn darauf hinzuweisen, im Nasenrachenraum keinen allzu großen Druck zu erzeugen, um die Nähte nicht auszureißen. So sollte er beispielsweise das Niesen nicht unterdrücken, sondern bei geöffnetem Mund frei heraus niesen sowie im Falle einer Rhinitis mit nicht allzu viel Druck die Nase putzen. In der täglichen zahnärztlichen Praxis kommt man in nahezu allen Fällen mit oben genannter Therapie problemlos zurecht, in extrem therapieresistenten Fällen zumeist chronischer, ursprünglich nicht diagnostizierter Mund-Antrum-Fisteln können auch Deckungen mit lyophilisierter Dura oder mit Schwenk- beziehungsweise Verschiebelappen vom Gaumen erforderlich sein.


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