Es ist von besonderer Bedeutung, dass nur die Teleskopprothetik in der Lage ist, Zähne und Implantate in einer Konstruktion zu kombinieren. So ergibt sich heute ein breites Spektrum, das sich von traditionellen zahn/schleimhautgetragenen zu zahn/implantatgetragenen bis hin zu rein implantatgetragenen teleskopierenden Versorgungsformen erstreckt. Neue Werkstoffe und neue zahntechnische Verfahren, insbesondere die Galvanotechnik, haben die Teleskopprothetik in den entsprechenden Indikationsbereichen ebenfalls sehr bereichert und sind Basis für die prothetische Verbindung von Zähnen und Implantaten.
Sehr komfortabel für den Patienten, ästhetisch hervorragend und gleichzeitig außerordentlich wartungsfreundlich für das zahnärztliche Team sind abnehmbare telekopierende Brückenkonstruktionen. Sie gewährleisten eine perfekte Prophylaxebetreuung, ermöglichen Kontrollen und Reparaturen an allen Teilen der Abutment- und Suprakonstruktion und sind bei Verlust von Zähnen korrigierbar.
Für einen vorhersagbaren ästhetischen und funktionellen Behandlungserfolg muss eine durchgängige Systematik eingehalten werden. Umsetzbar ist eine solche Systematik nur in einem praxisorientierten Konzept. Dieses besteht aus drei Bereichen:
- Am Anfang steht das Ziel. Innerhalb der Behandlungsplanung wird das Behandlungsziel vorweggenommen. Dabei steht das ästhetisch optimale Endergebnis im Mittelpunkt der Behandlungsplanung. Während früher der Erhalt der dentalen Strukturen im Vordergrund stand und der Ästhetik erst nach der funktionellen Rehabilitation Aufmerksamkeit geschenkt wurde, kann heute über die ästhetische Zielsetzung im Zusammenspiel mit funktionellen Notwendigkeiten evaluiert werden, inwiefern die dentalen Strukturen in das Konzept eingebunden werden können und ob zusätzlich Implantate benötigt werden. Dafür kann der Zahntechniker zu Beginn der prothetisch/chirurgischen Planung je nach Behandlungssituation durch das Anfertigen eines Wax-up oder eines Set-up das Endergebnis simulieren. Dieser Entwurf dient als Anschauungs- und Experimentiermodell für alle an der Behandlung beteiligten Personen. Der Zahnarzt kann ein Wax-up mittels eines am Modell hergestellten Abdrucks in ein Mock-up im Patientenmund umwandeln. Dazu wird der Abdruck mit Provisoriummaterial gefüllt und in den Mund eingebracht. Nachdem das Material ausgehärtet ist, kann das geplante Endergebnis begutachtet und gemeinsam die Vor- und Nachteile des Lösungsvorschlages diskutiert werden. Veränderungen können wiederum in das Wax-up einfließen. Dies stellt neben der Planungshilfe für das Team ZA/ZT eine großartige Motivation für die Patienten dar.
- Vorbehandlungsphase. Durch die klare Vorgabe des Behandlungsziels können je nach Behandlungsfall die dentalen Strukturen zielgerichtet vorbereitet werden, notwendige funktionstherapeutische Maßnahmen zur Korrektur der Kieferrelation vorgenommen und entsprechend der Vorgaben Implantatinsertionen durchgeführt werden. In dieser Behandlungsphase ist der Patient mit einer provisorischen Versorgung rehabilitiert, die möglichst in Form und Funktion die definitive Rekonstruktion vorwegnimmt, damit weitere funktionelle und ästhetische Korrekturen durchgeführt werden können.
- Die definitive prothetische Behandlung ist dann letztlich die genaue Umsetzung aller vorgegebenen Parameter in die endgültige Konstruktion. Größter Wert liegt auf der funktionsgerechten Anfertigung des Zahnersatzes. Dieser muss sich harmonisch in den Gesamtorganismus einfügen und darf keinerlei negative periphere Auswirkungen auf den Bewegungsapparat ausüben. Die Teleskopprothetik verbindet viele Vorteile und bekommt im Zeitalter der Implantologie einen ganz neuen Aspekt. In einem konsequenten und logischen Behandlungskonzept ist es eine erstklassige Versorgungsform, die den Aufwand lohnt.
Dr. med. dent Wolfgang Boisserée
ZT Manfred LäkampMit freundlicher Genehmigung der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Berlin