Mit diesem Behandlungsansatz will Prof. Dr. Alexander Kübler die Schmerzen von Patienten mit fortgeschrittenen Tumoren im Bereich von Mund und Rachen lindern und zugleich Lebensqualität und Überlebenszeit verbessern. Schlucken, sprechen und atmen fällt ihnen leichter, zudem leiden sie weniger stark an Schwellungen und Blutungen. Die Rede ist von der so genannten Photodynamischen Therapie (PDT).
Dazu bekommen die Patienten zunächst eine lichtempfindliche Substanz verabreicht. Dieser so genannte Photosensibilisator wird anschließend durch Licht aktiviert und bildet dann aggressive Sauerstoff-Moleküle, die entweder die Tumorzellen direkt abtöten oder zum Verschluss von Blutgefäßen führen, sodass die Tumorzellen absterben. Das gesunde Gewebe in der Umgebung wird weitestgehend geschont. Eine Methode, die bei der Behandlung von Hautkrebs weit verbreitet ist, bei Tumoren im Mund-Rachenraum dagegen noch selten eingesetzt wird. Zur Behandlung kann das Licht oberflächlich auf den Tumor gestrahlt werden. Es ist aber auch möglich, lichtleitende Glasfasern direkt ins Gewebe zu bringen, um so den Tumor noch zielgenauer zu erreichen.
Zudem kommt die PDT auch bei Operationen zum Einsatz. Dabei sollen nach der Operation eines Tumors die im Wundbett zurückbleibenden Tumorzellen zerstört werden. An dieser Einsatzmöglichkeit forschen Prof. Dr. Kübler und seine Mitarbeiter derzeit besonders intensiv: Sie hoffen auf eine geringere Rückfallrate und damit auf bessere Heilungschancen für ihre Krebspatienten.
Über Prof. Dr. Alexander Kübler
Prof. Dr. Alexander Kübler trat Mitte Oktober 2006 die Nachfolge von Jürgen Reuther an, der in den Ruhestand ging, und übernahm als Direktor die Leitung der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie in Würzburg. Er hat sich besonders mit der PDT wissenschaftlich befasst. Im Rahmen zahlreicher Studien hat er ihre Wirkungsweise und Anwendungsmöglichkeiten untersucht und weiter entwickelt. In Deutschland und Europa ist die Lichttherapie gegen fortgeschrittene Kopf-Halstumoren seit 2003 zugelassen. Prof. Dr. Kübler war an der klinischen Entwicklung, Einführung und Zulassung des ersten europäischen Photosensibilisators maßgeblich beteiligt. Ein weiteres Forschungsgebiet sind so genannte autologe Knochentransplantationen.
(Quelle: Julius-Maximilians-Universität Würzburg über idw)