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26.01.10
Logopädie in der Zahnheilkunde: Myofunktionelle Behandlung
Die Früherkennung und die frühzeitige Behandlung von orofazialen Dysfunktionen und Dysgnathien rückt immer mehr in den Fokus.

Weil das dynamische Gleichgewicht im orofazialen Bereich aufgrund der vielfältigen Wechselbeziehungen zwischen Zahnstellung, Kieferentwicklung, Gesamtkörperspannung, Mundschluss und Zungenfunktion störanfällig ist, rückt die Früherkennung und die frühzeitige Behandlung von orofazialen Dysfunktionen und Dysgnathien immer mehr in den Fokus.

Ihre multikausalen Ursachen erfordern interdisziplinäre Zusammenarbeit. Denn diese Fehlfunktionen werden nicht nur in der Zahnarztpraxis, sondern auch von Logopäden oder HNO-Ärzten diagnostiziert.

Das Abstellen von Habits - also schädlichen Gewohnheiten - und myofunktionelle Übungen sowie die Wachstumsstimulation schon im frühen Wechselgebiss gehören zu den wissenschaftlich anerkannten und bewährten KFO-Präventionsmaßnahmen. "Diese Aufgaben erfordern interdisziplinäres Denken und Handeln", betont Prof. Dr. Rosemarie Grabowski von der Poliklinik für Kieferorthopädie der Universität Rostock und Mit-Autorin des Fachbuches Das kieferorthopädische Risikokind. Sie unterstreicht, dass die Überweisung eines Kindes zum Logopäden zwar längst gängige Praxis ist, es aber in der Regel an einer ausreichenden Kommunikation zwischen Zahnarzt und Logopäden fehlt. "Das führt dazu, dass KFO-Behandlungsgeräte verordnet werden, die dem myofunktionellen Training konträr gegenüberstehen". Für den Logopäden sei es genauso wichtig, die Probleme der Gebissentwicklung zu kennen, wie für die KFO-Prävention und -Frühbehandlung das Wissen um myofunktionelle Trainingsprogramme. "Logopäden kümmern sich längst nicht mehr ausschließlich um ‚Sprecherziehung’. Ihnen sind die vielschichtigen Zusammenhänge komplexer Funktionsstörungen bekannt, auf die sie kausal mit kindgerechten Methoden Einfluss nehmen", so Prof. Grabowski.

Interdisziplinäre Kommunikation und hohe Anforderungen

Ein enger Austausch zwischen Zahnarzt, Kieferorthopäden und Logopäden über die individuelle Patientensituation ist daher dringend erforderlich: "Wenn für die KFO-Prävention und Frühbehandlung kausale Therapie-Maßnahmen empfohlen werden, ist es im Regelfall nicht möglich, gleichzeitig den Mund des Kindes mit einer voluminösen intraoral gelegenen Apparatur auszufüllen", sagt die Wissenschaftlerin. Deshalb werden Geräte bevorzugt, die im Mundvorhof gelagert sind. Ebenso erfordern biomechanische Behandlungsaufgaben solche Geräte, die funktionell gestörte Kinder möglichst wenig oder nur kurzzeitig belasten.
"Sich verändernd und regulierend in den noch langjährigen Wachstumsprozess eines Kindes einzuschalten, heißt, dieser Entwicklung zu einem optimalen Verlauf zu verhelfen".
Frühbehandlung stellt deshalb hohe Anforderungen an das kieferorthopädische Können, bei dem die medizinischen Hintergründe die Zusammenarbeit mit medizinischen und nicht medizinischen Fachvertretern erfordern.

Fortbildungsnachmittage mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten

Um die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Zahnärzten und Kieferorthopäden mit Sprachtherapeuten bzw. Logopäden zu vertiefen, initiierte die Dr. Hinz Dental Vertriebsgesellschaft (Herne) besondere Fortbildungsnachmittage mit kompetenten Referenten: Ulrike Hörstel (Logopädin und Myofunktionstherapeutin, AK-MFT e. V.), Prof. Dr. Rolf Hinz (Kieferorthopäde), Ulrike Kopp (Akademische Sprachtherapeutin und approbierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin) und Nils Hulsink (Myofunctional Research Europe).
Während in Gräfelfing (Landkreis München, 25.02.) und Nürnberg (26.02.) die Logopädie in der Zahnheilkunde im Mittelpunkt steht, liegt der interdisziplinäre Schwerpunkt in Hamburg (27.05.) auf der Früherkennung und Behandlung orofazialer Dysfunktionen und fokussiert sich der englischsprachige Referent in Herne (28.04.) auf Orofaziale Dysfunktionen und ihre Behandlung mit myofunktionellen Geräten.

Zur Gestaltung dieser kompakten Fortbildungsnachmittage gehört u. a. auch die Vorstellung konfektionierter Geräte wie z. B. der Infant Trainer und der Position Trainer. "Erfahrungen in logopädischen Praxen zeigen, dass bereits nach einer sechswöchigen Therapie Verbesserungen sichtbar und messbar sind", weiß Ulrike Hörstel. Der Position Trainer ist ein konfektioniertes funktionskieferorthopädisches Gerät mit multifunktioneller Wirkung sowohl in der Zahnheilkunde als auch in der myofunktionellen Therapie. Beide wurden für das frühzeitige Ausschalten von Habits und orofazialen Dysfunktionen entwickelt sowie für das Trainieren der funktional-regulären Zungenposition in der Ruhelage und während des Schluckens.

Quelle: Dr. Hinz Unternehmen

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