Während kieferorthopädischer Behandlung insbesondere mit fest sitzenden Apparaturen ist die Mundhygiene deutlich eingeschränkt, was zu einem erhöhten Kariesrisiko führt. Erschwerend kommt hinzu, dass die Patienten sich zum Zeitpunkt der Behandlung meist in einem Alter befinden, in welchem der Mundhygiene oft nicht die nötige Bedeutung beigemessen wird. Aus diesem Grund gilt die Fluoridierung während dieser meist zweijährigen Periode als wichtige Maßnahme zum Schutz der Zähne vor Karies, was jedoch längst noch nicht selbstverständlich umgesetzt wird.
Prof. Dr. Christian Splieth und seine Arbeitsgruppe an der Poliklinik für Kieferorthopädie, präventive Zahnmedizin und Kinderzahnheilkunde der Universität Greifswald überprüften daher kürzlich den kariespräventiven und remineralisierenden Effekt eines 1250 ppm Fluorid enthaltenden Gels bei Patienten mit größtenteils festsitzenden Apparaturen. Im Rahmen einer klinischen Blindstudie wurden 152 Jugendliche im Alter zwischen 7 und 18 Jahren in zwei Gruppen eingeteilt und über einen Zeitraum von zwei Jahren beobachtet. Teilnehmer der Kontrollgruppe erhielten Instruktionen zur Mundhygiene, eine Zahnbürste und fluoridierte Erwachsenenzahnpasta. Die Teilnehmer der Testgruppe benutzten darüber hinaus ein 1250 ppm Fluorid enthaltendes Gel zur Intensivfluoridierung.
Die Gruppen wiesen durchschnittlich vergleichbare Werte für DMFT/S, Approximal-Plaqueindex und Papillen-Blutungsindex auf, die sich in beiden Gruppen auf ähnliche Weise verschlechterten, was auf eine nachlässige Mundhygiene beider Gruppen schließen ließ.
Zu Beginn der Studie zeigten beide Gruppen durchschnittlich eine ähnliche Anzahl aktiver Initialläsionen, die bei der Kontrollgruppe nach zwei Jahren etwa gleich geblieben war. Wichtigstes Resultat der Studie war daher der deutliche Rückgang dieses Werts bei den Teilnehmern der Testgruppe (p < 0,01). Somit konnte gezeigt werden, dass selbst unter den erschwerten Mundhygienebedingungen während einer kieferorthopädischen Maßnahme eine regelmäßige Intensivfluoridierung zur Inaktivierung von Initialläsionen führt. Die Anwendung eines Gels ist daher insbesondere während kieferorthopädischer Behandlung unbedingt zu empfehlen.
Literatur:
Splieth CH, Gedrange T, Treuner A, Gredes T, Springmann C: Anwendungsbeobachtung zur Überprüfung des kariespräventiven und remineralisierenden Effektes von elmex gelée, Abschlussbericht
Quelle: GABA