Sympathie-Kontakt zu Familien mit
Migrationshintergrund
Am letzten April-Wochenende waren über 300.000 Besucher am
Brandenburger Tor in Berlin, um das internationale Kinderfest 23 Nisan zu feiern.
In der Türkei ist der 23. April seit 1920 offizieller Feiertag für die Kinder,
seit 1979 auch in vielen Ländern der Welt, seit 2000 auch in Berlin. Ziel der
Veranstaltung ist die Förderung von ‚Brüderlichkeit, Liebe und Freundschaft’,
damit die Kinder, wenn sie erwachsen sind, in Frieden miteinander leben.
Die Vorbereitung der Kinder auf ein Leben in Teilhabe und
Selbstverantwortung hinsichtlich ihrer Mundgesundheit: Das ist ein Ansatz, der
insbesondere auch unter dem Integrations- gesichtspunkt im Mittelpunkt des
Gesundheitsförderungsprogramms der LAG Berlin steht. Rainer Grahlen,
LAG-Geschäftsführer: „Das Nisanfest war daher wieder ein höchst geeigneter
Schauplatz zur Verbreitung der Präventations-Philosophie der LAG.“ Das Fest ist
bewusst so angelegt, dass Kinder aller Nationen und Religionen zusammen feiern
– auch in Berlin nimmt die Zahl der Kinder nicht-türkischer Herkunft bei dieser
großen bunten Feier von Jahr zu Jahr zu.
Vor Ort war das LAG-Team mit Kroko, Putzbrunnen und
Kariestunnel. Insbesondere die Süßigkeiten liebenden Kinder und ihre Eltern – keineswegs
nur diejenigen mit Migrationshintergrund – waren spürbar beeindruckt von den
Informationen und Präsentationen des Themas ‚Zucker in der Ernährung’. Dieses
Informationsangebot war sogar der Berliner Tageszeitung „Der Tagesspiegel“ eine
Anmerkung wert: Neben den großen Attraktionen Feuerwehr, BSR und ADAC wurde in
dem Bericht auch die zahnmedizinische Prävention explizit gewürdigt.
„Müssen Milchzähne denn auch geputzt werden?“
Für die LAG, die sich auch über Elternklassen und andere
Projekte in der Mundgesundheitsförderung von Kindern mit Migrationshintergrund
stark engagiert, ist das 23-Nisan-Kinderfest immer ein perfekter Anlass, mit
vielen Kindern und ihren Eltern Kontakt aufzunehmen. Hier spielt das große
Kroko, das von den Kindern wie ein gut bekannter Kumpel begrüß wird, eine
wichtige Sympathie-Mittler-Rolle – mit seiner Kontakt-Hürden abbauenden
‚Unterstützung’ fällt es vielen Eltern leichter, Fragen an die Prophylaxe-Teams
der LAG zu stellen. Zu den besonders oft gestellten Fragen gehört: „Müssen denn
die Milchzähne auch schon geputzt werden?“ Sichtlich groß ist das Erstaunen,
wie viel Zucker in dem einen oder anderen Lebensmittel steckt. Das Thema ist
wichtig – und wird den Stand-Besuchern eher motivierend denn kritisierend
vermittelt: Es geht nicht darum, komplett auf Zucker zu verzichten, sondern den
Umgang mit Zucker bewusster zu gestalten. Die Familien bekommen daher mit auf
den Weg, dass es in Ordnung ist, wenn man Zucker ißt – sofern man sich regelmäßig
die Zähne putzt. Damit die Übersicht leichter fällt, hat die LAG eine Liste
entwickelt, in der Lebensmittel und ihr Zuckergehalt zusammengestellt sind –
damit verbinden sich ein Aha-Effekt der Besucher, mehr Übersicht über die Thematik
für die Eltern und für die LAG die Gewissheit, dass die Botschaft nachhaltige
Wirkung zeigt.
Quelle: Landesarbeitsgemeinschaft Berlin zur Verhütung von Zahnerkrankungen