Medizinisches Personal muss im Arbeitsalltag ständig für
sterile Bedingungen sorgen - das häufige und intensive Händewaschen mit Wasser
und Seife gehört dazu. Künftig könnte die Desinfektion jedoch deutlich
einfacher und effizienter durchgeführt werden. Forscher haben Geräte
entwickelt, die menschliche Hände mittels Plasma reinigen können. Dieses Plasma
ähnelt den Stoffen die in Neonröhren oder TV-Geräten zum Einsatz kommen, tötet
in dieser Anwendung jedoch äußerst effektiv Bakterien. Die Desinfektion dauert
nur wenige Sekunden und soll für den Menschen keine negativen Nebenwirkungen
haben.
Anstatt sie mit Seife und Wasser abzuschrubben müssten Ärzte künftig nur noch
ihre Hände in eine kleine Box stecken, um sie mit Hilfe von Plasma zu reinigen.
An der Entwicklung der neuen Technik arbeiteten Forschungsgruppen in
unterschiedlichen Ländern. Auch im Max Planck Institut im deutschen Garching
wurden Prototypen hergestellt. Es habe sich gezeigt, dass das Plasma nicht nur
gegen Bakterien, sondern auch gegen Viren und Pilzerreger eingesetzt werden
könne, so Forschungsleiter Gregor Morfill.
Die Geräte wurden bereits an Händen und Füßen getestet. "Es funktioniert
auch bei Fußpilz", so Morfill. Man müsse dazu noch nicht einmal die
Socken ausziehen - diese würden ebenfalls desinfiziert. Der Vorgang würde dann
lediglich einige Sekunden länger dauern. Die Technik dahinter ist grundsätzlich
nichts Neues. Schon seit längerem wird Plasma verwendet, um medizinische
Werkzeuge zu reinigen. Der Schritt zur Desinfektionen von Händen und Füßen,
anstatt metallischer Gegenstände, sei jedoch groß gewesen, so die Forscher.
Quelle: pressetext