Sollen Implantate
optimal an die menschliche Physiologie angepasst werden, greift man zunehmend
auf das große Potenzial der Biotechnologie einerseits und Nano- und
Werkstofftechnologien andererseits zurück.
Diesen Trend zur Konvergenz zweier Schlüsseltechnologien
unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen
der Förderung vorwettbewerblicher Verbundprojekte mit der Maßnahme "Bioaktive
Implantate".
In der Medizintechnik zeichnet sich zunehmend ein Trend des Zusammenwirkens
mit der Pharmazie und Biotechnologie ab. Sichtbar wird diese Konvergenz hin zu
einer Biomedizintechnologie beispielsweise in der deutlichen Zunahme von
Medizinprodukt-Arzneimittel-Kombinationen auf dem Gesundheitsmarkt, wie etwa
medikamentenbeschichtete Gefäßstützen (Stents), aber auch in der
"Biologisierung" medizintechnischer Produkte, wie etwa biofunktional
beschichtete Katheter, Knochen- oder Weichgewebeimplantate sowie
bioresorbierbare Nahtmaterialien oder bioaktive Knochenkleber.
Gerade in der Implantatmedizin entscheidet das kontrollierte
Wechselspiel an der Grenzfläche zwischen Implantat und biologischem Umfeld
maßgeblich über Funktionalität, Verträglichkeit und Langzeitstabilität.
Innovative Nano- und Werkstofftechnologien besitzen das Potenzial, diese
Grenzflächen gezielt zu gestalten sowie Grenzflächenphänomene im biologischen
Umfeld zu nutzen. Um diese Entwicklung voranzutreiben, sollen neue Ansätze der
Nano- und Werkstofftechnologien für Implantate der nächsten Generation unterstützt
werden, die dem zunehmenden Bedarf nach optimaler Anpassung der Implantate an
das biologische Umfeld nachkommen.
Industriegeführte Konsortien aus Wirtschaft und Wissenschaft
haben die Möglichkeit, ihre Ideen für F&E-Projekte zu Implantaten der
nächsten Generation im Rahmen der zweiten Ausschreibungsrunde bis zum 05.08.2010
einzureichen.
Quelle: BMBF